>>>Weihnachten einmal anders - in Madrid
Foto: ©National Nederlande San Silvestre

Weihnachten einmal anders – in Madrid

Gönne dir eine gastronomische Hommage an diejenigen, die Geschichte geschrieben haben, melde dich für eine kulturelle Veranstaltung an oder renne mit unzähligen Weihnachtsmännern um die Wette, um das alte Jahr zu verabschieden. Fast alles ist an diesen Feiertagen möglich in der europäischen Stadt, die wie keine andere zu feiern weiß.
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s gibt Dinge, die die Einwohner Madrids nicht in Frage stellen: Hier gibt es das beste Wasser der Welt, und den schönsten Himmel. Punkt. Eine weitere unanfechtbare Aussage ist, dass in Madrid jeder Tag eine Party sein kann, egal ob Regen, Schnee oder Sonnenschein. In der spanischen Hauptstadt ist es möglich, das Mittagessen mit dem Abendessen zu verbinden und an einem Mittwoch im Winter bis zum Morgengrauen auszugehen. Eben dieser „festliche Geist“ wird in der Weihnachtszeit noch spürbarer.

Wenn du zu dieser Jahreszeit nach Madrid reist, ist es sehr wahrscheinlich, dass du mit ein paar extra Kilos nach Hause zurückkehrst. Um sich von innen zu wärmen – denn in Madrid ist es im Winter kalt – sind selbstgemachte Eintöpfe wie zum Beispiel der Madrider Eintopf ein bewährtes Mittel. Sie gibt es in Form eines günstigen Tagesmenüs für zehn Euro ebenso wie als komplettes kulinarisches Erlebnis, wie zum Beispiel den Eintopf des 21. Jahrhunderts im Restaurant La Cocina de Frente. Es liegt in der Straße Ibiza, einer der angesagtesten Gegenden der Hauptstadt.

 

Der Eintopf des La Cocina de Frente
Der Madrider Eintopf hat seinen Ursprung im 17. Jahrhundert.
Foto: © La Cocina de Frente. Mikel Ponce

Küchenchef Juanjo López, der dank seiner Karriere in der La Tasquita de Enfrente (Straße Ballesta) einer der angesehensten Köche Madrids ist, bietet in seinem neuen Restaurant ein Erlebnis an, das er „Vive Madrid“ nennt. Der Aperitif – Tapas und Wermut – beginnt dabei im Nachbarrestaurant La Retasca, um im Anschluss mit den vier Gängen seines Eintopfs aus dem 21. Jahrhundert fortzufahren: Suppe, Gemüse und Kichererbsen, Kürbis und Sellerie sowie Fleisch. Als Dessert gibt es schließlich Popcorn und violettes Eis von The Pâtissier. Hier ist nur während der Mahlzeiten geöffnet, für begleitende Gaumengenüsse rund um das Gericht in Zusammenarbeit mit einigen der besten Köche des Landes.

 

La Tasquita, La Retasca und The Pâtissier sind Teil von Bulbiza, dem Projekt, das seit Monaten die Madrider Gastronomie revolutioniert. Auf dem Boulevard in der Nähe des Parks El Retiro haben auch das moderne Barbecue-Restaurant Casa Julián de Tolosa geöffnet, ebenso Bristronómika (Schwerpunkt Meeresfrüchte) und die Weinbar El Marginal. Jedes mit seinem eigenen Angebot, aber alle mit einem gemeinsamen Engagement für die spanische Küche. Die Straße Ibiza steht damit im Wettbewerb mit einer anderen belebten Gegend der Hauptstadt, der Ponzano. Das Weintrinken im Gebiet des Bezirks Chamberí hat dabei sogar schon einen eigenen Namen, „Ponzaning“. Von Lokal zu Lokal – und von ihnen reihen sich etwa 70 auf einem Kilometer aneinander – können die Tage bis zum Morgengrauen verlängert werden. Und das umso mehr während der Weihnachtszeit, in der große Freundes- oder Firmenkreise die Restaurants mit viel Gelächter und das, wir leugnen es nicht, in voller Lautstärke aufheitern.

Dach des Círculo de Bellas Artes
Auf 56 Metern über der Straße Alcalá bietet das Dach des Círculo de Bellas Artes einen unglaublichen Blick auf den „besten Himmel der Welt“.
Foto: © Madrid Destino

Von den Straßen Ibiza oder Ponzano aus ist das Viertel Salesas bequem zu Fuß zu erreichen. Junge Designer, Geschäfte mit verschiedenen Marken, Concept Stores und Gourmetläden koexistieren in einem der angesagtesten Viertel der Stadt. Hier wird man nicht im Entferntesten dazu verführt, nur ein typisches Souvenir mitzunehmen! In der Straße Pelayo befindet sich eines der speziellsten Geschäfte der Gegend, González & González, in dem eine Reise in die Vergangenheit mit traditionellen und zeitlosen Objekten angeboten wird. Originelle Geschenke teilen sich so die Einkaufstasche mit weniger gewagten Gegenständen wie einem guten Buch. In der Nähe befindet sich auch Tipos infames, eine Buchhandlung, die gleichzeitig Cafeteria, Enothek und Ausstellungshalle ist.

 

Ein weiteres Beispiel dafür, wie Madrid Kultur und Freizeit zu verbinden weiß, ist der Círculo de Bellas Artes. Hier empfiehlt es sich, einen Drink auf dem Dach zu genießen mit Blick auf die Weihnachtsbeleuchtung der Straßen Alcalá und Gran Vía, ein Geschenk in der Buchhandlung zu kaufen, eine Ausstellung zu besuchen oder an einem der für diese Termine geplanten Klassikkonzerte teilzunehmen.

 

Kulturräume wie La Casa Encendida organisieren diese Tage mit Kindern im Fokus. Vom 27. bis 29. Dezember findet eine neue Ausgabe von Books Friends statt, einem Festival, das von den Kleinsten für die Kleinsten ins Leben gerufen wurde. Seit Oktober gestaltet eine Gruppe von Kindern dieses Weihnachtsfest mit einem Überraschungsthema. Eine Woche zuvor, am 21. und 22., wird die Theatergruppe Eléctrico 28 „Full House“ aufführen. Ein Stück, in dem die Nachbarn Koala, Hund, Pferd und Tiger die Protagonisten sind. Für das übrige Publikum ist das Festival Cuerpa geplant, das der Rolle der Frau in der darstellenden Kunst einen hohen Stellenwert einräumt.

Die Casa Encendida
Nur wenige Schritte vom Museum Reina Sofía entfernt hat sich La Casa Encendida zu einem der kulturellen Fixpunkte der Stadt entwickelt.
Foto: ©La Casa Encendida.

In Madrid zu feiern ist so angenehm, dass viele Menschen es gleich mehrmals tun. Tausende versammeln sich bereits einen Tag vor dem traditionellen Jahresabschied, bei dem zwölf Trauben zu den Silvesterglockenschlägen gegessen werden, um bereits am 30. an der Puerta del Sol die „preuvas“ zu feiern. Dies ist ein neuer Brauch, der spontan entstanden ist, als einige junge Leute auf dem Platz blieben, um für den 31. Dezember zu proben. In den letzten Jahren ist dieses Event so populär geworden, dass es mittlerweile drei Proben gibt: mittags am 30. und 31. sowie um Mitternacht am 30. Viele ersetzen dabei die Trauben durch Süßigkeiten.

 

Einige Madrider nutzen die Gelegenheit, bereits am 30. zur Puerta del Sol zu fahren, weil der 31. für die Teilnahme am beliebtesten Rennen der Stadt reserviert ist. Wir sprechen von San Silvestre Vallecana. Die Läufer starten neben dem Stadion Santiago Bernabéu, um zehn Kilometer später im Stadion Rayo Vallecano anzukommen. Solltest du dich entscheiden mitzumachen, vergiss nicht, eine Weihnachtsmannperücke oder eine entsprechende Mütze in deinen Koffer zu legen. Für San Silvestre ist das Wichtigste nicht die persönliche Note, sondern der Abschied vom Jahr mit weiteren 40.000 Menschen. Denn eine weitere Sache, die die Menschen in Madrid mögen, ist, die guten Zeiten zu teilen. Unter dem Motto: je mehr, desto besser.

 

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