>>>Spring Break für Anfänger
Im April steigen die Temperaturen in South Padre Island auf 20 bis 26. Grad.
Foto: South Padre Island Convention & Visitors Bureau

Spring Break für Anfänger

Viel Alkohol und wenig Kleidung. So sieht die am sehnsüchtigsten erwartete Woche der amerikanischen Studenten aus.
E

s ist nicht so, dass wir viel trinken. Wir trinken die ganze Zeit.“ Eine Beichte, die den Spring Break von fast 40 Prozent der amerikanischen Studenten perfekt beschreibt. Jedes Jahr fahren Tausende junge Leute an sonnige Orte, um sich bei den Partys zu vergnügen, die normalerweise in den Semesterferien zwischen März und April stattfinden. Aber dieser Trend ist nicht neu. Schon 1959 widmete die Times dem Phänomen einen ersten Artikel.

Alles begann in einem Frühling Mitte der 30er-Jahre in Fort Lauderdale, Florida. Die Herrenmannschaft des Schwimmteams der Colgate University wählte die hübsche Stadt für ihr Training aus, weil sie über das erste olympische Becken der USA verfügte. Die Sonne, die steigenden Temperaturen und – wie wir annehmen – die Hormone verwandelten das Training in legendäre Ferientage mit Nachahmungseffekt. Im Frühling 1959 zogen 20.000 Studenten nach Florida, um dort am Strand zu trinken und zu feiern. Nach dem Erfolg des Films „Where the Boys are“ im Jahr 1960 stieg diese Zahl auf 50.000.

Young people in Florida in the 1970s holding cans of beers.
Florida, die Wiege des Spring Break, ist bei den Jugendlichen nach wie vor eine der beliebtesten Destinationen für ausgelassenste Semesterferien
Foto: Joseph Sohm / Shutterstock.com

„Spring Break forever“

Fort Lauderdale und Daytona Beach wollen nicht mehr die Welthauptstädte des Katers sein. Erstere setzte restriktivere Alkoholvorschriften um, die Zweitgenannte vertrieb MTV von ihren Stränden. Aber solange es Jugendliche in Partylaune gibt, stirbt der Spring Break nie; heute sind die beliebtesten Orte Panama City Beach und South Padre Island.

Die eher züchtigen Bikinis und unschuldigen Spiele machten Platz für Wet-T-Shirt-Contests und Shot-Marathons. Mit einem besonderen Programm, das Konzerte von Popstars mit Bildern kombinierte, die nicht für über 25-Jährige gedacht waren, sorgte der Fernsehsender MTV in den 90er-Jahren für die Verbreitung der Events. Die erste dieser Sendungen wurde in Daytona Beach in Florida aufgenommen. In den nachfolgenden Jahren änderte sich zwar die Szenerie, nicht aber die gebräunten Feiernden und die platinblonden Strähnen, die – widerspruchslos – bis Anfang des neuen Jahrtausends getragen wurden.

In Orten wie San Diego (Kalifornien), Panama City Beach (Florida) und Lake Havasu (Arizona) machen die Studenten das, was sie am besten können: trinken, tanzen und Bikinis aus Sprühsahne kreieren. Außerhalb der USA haben sich Negril auf Jamaica und Cancún in Mexiko zu großen Favoriten der Spring Breaker entwickelt. Das Wichtigste sind Sonne, Strand und viele Jugendliche, die sich amüsieren wollen.

Young people at the beach in Key West, Florida
Das Datum des Spring Break ist bei jeder Universität anders.
Foto: Fotoluminate LLC / Shutterstock.com

Jede Destination hat ihre Besonderheiten: Am Lake Havasu werden Boote vermietet, die die Party vom Ufer in die Mitte des Sees verlegen, in Cancún kann man Ausflüge zu den Cenoten oder nach Chichén Itzá buchen oder einen Vormittag beim Schnorcheln an der Isla Mujeres verbringen.

 

 

Beach Bash Fest
Das Beach Bash Fest findet in Daytona Beach, Lake Havasu, South Padre Beach und Panama City Beach statt.

Aber hierher kommt man nicht wegen der Sehenswürdigkeiten. Bei Tag wie bei Nacht – in den wichtigsten Destinationen werden zur Musik von nationalen und internationalen DJs rauschende Partys gefeiert. Festivals wie das Inception Music Festival in Cancún oder das Beach Bash Music Fest mit vier verschiedenen Veranstaltungsorten laden Künstler wie 2 Chainz und Lil Wayne ein. Der Dresscode ist bei allen Partys gleich: Badeanzug und Sonnenbrille, eine von den Organisatoren gesponserte Kopfbedeckung und (unbedingt) ein Glas in der Hand.

Normalerweise bucht man ein Pauschalarrangement, das den Eintritt zu allen Events umfasst, etwas wie einen Pass, mit dem man alle Partys besuchen kann. Nach zwei Nächten schafft man es vielleicht nicht mehr auf jede, aber so ein Pass ist sehr empfehlenswert, um Anstehen zu vermeiden und schnell von einer Bar zur nächsten zu gelangen. Daneben gibt es andere Tipps, wie hydriert zu bleiben und Sonnenschutzmittel zu verwenden oder „keine Medusa zu küssen, außer du bist selbst eine“, wie das Fremdenverkehrsamt von South Padre Island in Texas empfiehlt.

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