
Muscle Beach: die Wiege der Fitness
rüher gab es weder Fitnesscenter noch Technologie. Und Gott sprach: Es werde der Muscle Beach mit seinen muskulösen Körpern in natürlicher Bräune. Dass der Hashtag #fitness heute einer der 50 meistgenutzten auf Instagram ist, verdankt er dem Bodybuilding. Und dessen Wiege steht in Kalifornien, wo Gesundheit und Aussehen weltweiten Kultstatus haben.
Am berühmten „Muskelstrand“, ursprünglich in Santa Monica und später in Venice in Los Angeles, trainierten Athleten wie Jack LaLanne, Arnold Schwarzenegger und Franco Columbu mit traditionellen Gewichten in der Sonne, bräunten jeden Millimeter ihrer Haut und bereiteten sich auf die Zukunft vor, egal ob als Hollywoodschauspieler, Sportler oder Unternehmer.

Muscle Beach wird verfilmt
Der Schauspieler Dwayne Johnson (The Rock) produziert die Serie „Muscle Beach“, die in einem Fitnesscenter der 80er-Jahre in Venice Beach spielt. Arnold Schwarzenegger selbst ist Mitgestalter von „Pump“, einer Serie, die in die 70er-Jahre zurückkehrt, um die ersten Schritte der Fitness-Bewegung zu zeigen.
Die Installation von Ringen und Barren am Südende der Pier von Santa Monica war Teil des von Präsident Roosevelt vorgeschlagenen Programms „New Deal“ für allgemeines Wohlbefinden. Nach dem Erdbeben von 1933, das die Stadt am Long Beach traf, gewann der Ort größere Bedeutung, da auch die Anwohner der zerstörten Plätze zum Trainieren hierher kamen.
Die Anlage wurde unter dem Namen „Muscle Beach“ bekannt. Hier trafen sich Nachbarn, Turner und Bodybuilder zu lebhaften Vorführungen. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs gaben viele Stars, darunter Abbey „Pudgy“ Stockton, die erste bekannte Frau dieser Sportart, jedoch ihr Training auf und arbeiteten für die Regierung.

Muscle Beach Venice Walk
Der Walk of Fame in Hollywood ist nicht der einzige in Kalifornien. Der von Venice Beach ist den Ikonen des Bodybuilding gewidmet. Er wurde 2007 eröffnet und zeigt unter anderem Ehrungen für Jack LaLanne, Joe Gold und Franco Columbu.
In den 50er-Jahren erhielt der Ort neues Leben. Jack LaLanne war der erste, der die Fitness in das Leben der Amerikaner brachte. 1936 eröffnete er in Oakland sein erstes Fitnesscenter, ein Lokal, das sogar mit einer Bar für Säfte und Salate ausgestattet war. Einige Jahre später brachte seine Fernsehshow „The Jack LaLanne Show“ sogar ganze Familien in Bewegung. Dort trainierte auch Vic Tanny, die später als Eigentümerin der ersten Fitnesscenter-Kette in den USA und Kanada Millionärin wurde. Sie tauschte die damals üblichen, eher tristen Sportanlagen gegen Fitnessräume in anregenden Farben mit Swimmingpools und Tennisplätzen aus.

Aber die Einwohner von Santa Monica waren mit dem Fitnessboom nicht zufrieden. Die Gemeinde riss ihre Einrichtungen ohne Vorankündigung im Jahr 1959 einfach ab. The Venice Beach „Weight Pen“, eröffnet 1951 im Distrikt Venice, bot sich als Ersatz an und wechselte seine Namen 1987 in Muscle Beach Venice. Arnold Schwarzenegger und Franco Columbu trainierten hier und machten den Ort weltweit bekannt.
Die große Nachfrage von Sportlern, die am Muscle Beach trainieren wollten, führte zur Entstehung großer Fitnesscenter-Ketten. Das ikonische Gold’s Gym wurde 1965 von Joe Gold an der Pacific Avenue in Venice gegründet. Als „Häuptling“ vom Muscle Beach und Freund der Hollywoodstars machte er den Trend populär und lockte Schwarzenegger und Lou Ferrigno an, der als Darsteller des „Incredible Hulk“ berühmt wurde. Das Fitnesscenter war der Drehort der Dokumentation „Pumping Iron“ und gilt als „Mekka des Bodybuilding“. Nach seinem Verkauf im Jahr 1973 eröffnete Gold die Kette World Gym in Santa Monica.
Wer nach Kalifornien und zum Muscle Beach reist – zum alten wie zum aktuellen – erlebt den Ort, an dem die Körper vieler Filmhelden gestählt wurden. Und wer es sich zutraut, kann vor Publikum Gewichte heben und sich selbst wie ein Bodybuilding-Star fühlen.









