>>>Belize: Ökotourismus mit fünf Sternen
Foto: Chaa-Creek

Belize: Ökotourismus mit fünf Sternen

In Belize, dem Paradies für Ökotourismus, verbünden sich Luxus und Ökologie. Fünf-Sterne-Hotels mit sauberer Energie und Jacuzzis mit wiederaufbereitetem Wasser für Urlauber, die den Planeten bewahren wollen.
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inen Abend im Jahr dinieren die Gäste des Hotels Gaïa Riverlodge in Belize bei Kerzenschein. Es ist weder ein romantisches Abendessen, noch Valentinstag. Es ist die „Stunde des Planeten“ und das Hotel schaltet alle seine Lichter aus, um einen kleinen Beitrag zu dieser globalen Kampagne gegen den Klimawandel zu leisten.

Darüber hinaus hat es sich selbst eine strenge Recycling-Strategie auferlegt und unterhält einen eigenen Garten für Bio-Anbau. Im Kampf gegen Ungeziefer verwendet das Hotel ein eigens entwickeltes organisches Insektenvernichtungsmittel. Das alles gehört zur festen Bereitschaft, so wenig wie möglich auf die Umwelt einzuwirken und die Umgebung nicht zu schädigen. Eine lobenswerte, derzeit sehr angesagte Philosophie, die in diesem zentralamerikanischen Land aber zudem Gesetz ist. 2012 initiierte die Regierung Belizes ein nachhaltiges Tourismusprogramm, das das ganze Land beim Umweltschutz einbezieht.

A diver on the coral reef, Belize
Das Barriereriff von Belize wurde 1996 zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Schutz des zweitgrößten Korallenriffs

Eine der größten Sorgen der Belizer ist der Schutz ihres Korallenriffs, nach Australien das zweitgrößte der Welt. Dafür ist es besonders wichtig, den Touristen verständlich zu machen, dass sie die Korallen beim Tauchen und Schnorcheln nicht anfassen und auch keinen Müll wegwerfen dürfen.

Das Programm legt Ziele für 2030 fest und umfasst den Schutz des Ökosystems, die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine Steigerung der Einnahmen, die der Tourismus dem Land bringt. Ganz Belize hat die Ärmel hoch gekrempelt. Bereits acht Hotels wurden mit dem Green Globe, dem Oscar für nachhaltigen Tourismus, ausgezeichnet.

Eines der Hotels, die bereits mit dem Green Globe prämiert wurden, ist das Chaa Creek. Es wurde 1981 eingeweiht, als das Land unabhängig vom Vereinigten Königreich wurde. Seine Eigentümerin, Lucy Fleming, erklärt scherzhaft, sie habe „ein Öko-Hotel eröffnet, bevor sie überhaupt von diesem Konzept gehört hatte“. In ihren exklusiven Villen genießt man eine Panoramaaussicht auf den Dschungel, in dem sie sich verbergen. Chaa Creek praktiziert nicht nur Recycling und verfolgt eine strikte grüne Politik, das Hotel bietet für einheimische Kinder auch ein Sommercamp. Ziel ist es, sie über die Artenvielfalt zu informieren, Leitmotiv sind die „drei Rs“: reduzieren, reparieren, recyceln.

Global denken, lokal handeln

Der Ansporn der lokalen Gemeinschaften ist Teil des ökologischen Bewusstseins. Das Resort Hamanasi beteiligt sich am Projekt „Pack for a Purpose“, das Touristen dazu auffordert, beim Packen ihrer Urlaubssachen Platz zu lassen, und statt dessen etwas ins Hotel mitzubringen, was die jeweiligen Anwohner gebrauchen könnten. Dankbar angenommen werden vor allem schulische und medizinische Artikel für das in der Nähe lebende Volk der Hopkins. 2016 war das Resort der Gewinner des Öko-Exzellenz-Preises in der Kategorie Reisen und seine Politik basiert auf den „drei Ps“: people, planet and profit, also Menschen, Erde und Gewinn.

A pier on the coast of Belize
An der Küste Belizes leben 100 verschiedene Korallenarten und 500 Fischspezies.

Die Cotton Tree Lodge hat ein Programm zur Wiederaufforstung von Teak- und Mahagonibäumen in ihrer Umgebung auf die Beine gestellt. Darüber hinaus bietet sie ihren Gästen die Möglichkeit, sich an Kooperationen mit den örtlichen Bauern zu beteiligen und ihnen auf ihren Plantagen zu helfen oder Hühnerställe und ökologische Ofenheizungen zu bauen. Die wunderschönen Zimmer liegen zwischen den Bäumen des Dschungels verteilt und bieten alle Annehmlichkeiten eines Fünf-Sterne-Hotels. Organische Abfälle werden über ein System zur Selbstkompostierung entsorgt, das zur Regenerierung Bananenstauden nutzt.

Alle Öko-Resorts in Belize nutzen auf irgendeine Weise saubere Energien, sie recyceln, viele produzieren eigenes Obst und Gemüse und verzichten auf die Verwendung von Chemikalien, die der Umwelt schaden könnten. Für den Umweltschutz braucht der Luxus nicht zurückzustecken: Jacuzzis, Baumhütten, persönliche Butler, Massagen, Spas oder exklusive Privatdinner mitten im Dschungel lassen sich auch genießen, ohne die Gesundheit des Planeten zu gefährden. Und ohne schlechtes Gewissen.

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