Astrotourismus – eine chilenische Spezialität
Wir kennen die perfekte Kulisse, um in Zweisamkeit ein astronomisches Erlebnis zu genießen: die Atacamawüste, wo Millionen von Sternen den Himmel schmücken.
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in Drittel aller Teleskope weltweit befinden sich im Norden Chiles. Nach der Installation des E-ELT (European Extremely Large Telescope) beherbergt das südamerikanische Land nun sogar rund 70 Prozent der weltweiten Einrichtungen zur astronomischen Beobachtung. Denn die Atacamawüste gilt als der beste Ort zur Beobachtung des Kosmos mit einem klaren und wolkenfreien Himmel an über 300 Tagen im Jahr. Das trockene Klima der Wüste hat Chile für Astronomen auf der ganzen Welt in ein natürliches Labor verwandelt. Dank Projekten wie dem E-ELT – ein innovatives bodengebundenes Teleskop, das die Welt der Astronomie revolutionieren soll – nimmt Chile in diesem Sektor eine Vorreiterrolle ein.
Das Observatorium Cerro Mamalluca ist das erste Hobby-Observatorium für Touristen in Chile.
Foto: Felipe Cantillana, Prochile, Fundación Imagen de Chile(FICH)
Aber nicht nur die Experten können die Sterne beobachten. Auch Hobby-Astronomen und Reisende schauen immer häufiger zum bestirnten Himmel auf. Dadurch ist der Astrotourismus entstanden: Chile verfügt über Observatorien, die speziell auf Touristen ausgerichtet sind. Viele Wissenschaftler öffnen auch die Türen zu ihren Laboratorien.
Im Observatorium Mamalluca im Valle de Elqui werden jeden Abend Veranstaltungsbesuche organisiert. Dank der Erklärungen des Fremdenführers scheinen uns die Sterne etwas näher zu sein. Die Unendlichkeit der Galaxien, Nebel und Konstellationen, die wir mit dem vom Cerro Tololo Inter-American Observatory gespendeten Teleskop beobachten können, lassen uns ganz klein wirken.
Das ALMA-Projekt hat Partner von vier Kontinenten zusammengeführt.
Foto: Blas Tomic E., Fundación Imagen de Chile (FICH)
Die Suche nach dem besten Himmel
Vor der Festlegung des definitiven Standortes auf dem Cerro Armazones in Chile hat ein Team eine detaillierte Studie zur Ermittlung der möglichen Standorte für das E-ELT-Projekt durchgeführt. Unter den Kandidaten befanden sich verschiedene Anhöhen in Chile und Argentinien, die spanische Insel La Palma und die felsige Landschaft von Aklim in Marokko.
Das European Extremely Large Telescope (E-ELT) wird auf dem Cerro Armazones auf 3060 Metern Höhe installiert.
Foto: Observatorio Europeo Austral (ESO), Fundación Imagen de Chile (FICH)
Wer genau wie die Andenbevölkerung nur mit den Augen den himmlischen Schleier erforschen möchte, kann in Vicuña im Valle de Elqui in der Wüste zelten, in Kuppeln oder sogar unter freiem Himmel übernachten. Für die Genießer unter Ihnen ist die beste Option das „Glamping“. Es bietet sämtliche Annehmlichkeiten des Campens unter freiem Himmel, ohne dabei auf Luxus zu verzichten. Genießen Sie ein Abendessen mit chilenischem Käse und Wein am Lagerfeuer unter dem schönsten Sternenhimmel schlechthin – der Milchstraße.









