>>>Wo Brasilien nicht nach Samba klingt

Wo Brasilien nicht nach Samba klingt

In Iguazú hört man nur das Donnern der 275 gigantischen Wasserfälle, die aus über 80 Metern Höhe hinabstürzen.
„Mein armer Niagara“ sagte Eleanor Roosevelt, als sie die Iguazú-Fälle zum ersten Mal zu Gesicht bekam. Sie hatte Recht. Mit einer Ausdehnung von fast drei Kilometern sind diese Wasserfälle viel weitläufiger als die des Niagara. Iguazú ist eines der größten Waldschutzgebiete Südamerikas und umfasst 180.000 Hektar mit einem großen Reichtum an tropischer Fauna und Flora. Die UNESCO hat den Ort 1986 zum Welterbe erklärt.
Legen Sie einen Regenmantel an: nass werden Sie aber trotzdem
Foto: Dmitry V. Petrenko / Shutterstock.com

Cascading

Das Abseilen an Wasserfällen wird Cascading genannt. Eine Aktivität für Wagemutige, die Wassersport und Klettern verbindet und auch mit einer Bootsfahrt auf dem Fluss kombiniert werden kann.

Die Aussicht auf Iguazú aus der Luft ist unvergleichlich. Eingerahmt vom grünen Dschungel, stürzt die kolossale Wassermasse kraftvoll hinab, als ob sie es eilig hätte, nach unten zu gelangen. Von einem Hubschrauber aus kann das Schauspiel so beobachtet werden wie es sonst nur den Tukanen und anderen tropischen Vögel des Nationalparks vorbehalten ist.
Wer sich nur mit dem Betrachten nicht zufriedengeben möchte, kann an zahlreichen Aktivitäten teilnehmen, um das Wasser richtig zu spüren. Foz de Iguaçu bedeutet “großes Wasser” und ist die brasilianische Stadt, die den Iguazú-Fällen am nächsten liegt. Dort gibt es mehrere Unternehmen, die auf Adrenalinschübe spezialisiert sind. Zum Beispiel bieten sie Rafting auf den rebellischen Wassern des Flusses in Schlauchbooten für sechs oder zehn Passagiere an. Diese werden von einem erfahrenen Kapitän und einem zweiten Boot begleitet, denn es ist keine ruhige Spazierfahrt auf dem Fluss. Vielmehr geht es darum, mit höchster Geschwindigkeit zwei Kilometer Stromschnellen zu bewältigen. Keine Sorge, falls Sie keine Zeit haben sollten, um die Aussicht zu bewundern. Danach folgen weitere zwei Kilometer ruhige Gewässer, um aus dem Boot zu springen und zu schwimmen. Die Strecke wird durch einen Abschnitt auf dem Landweg, besser gesagt, durch den Dschungel, vervollständigt. Um zum Boot zurückzukehren, müssen Sie in den Tropenwald eindringen und dessen ungezähmte Natur entdecken.
Diese Boote bringen Sie an den Fuß des Wasserfalls

Im Dschungel

In dem tropischen Dschungel, der die Iguazú-Wasserfälle umgibt, leben unzählige Tierarten, darunter auch Jaguar und Dschungelkatzen. Es ist auch nicht ungewöhnlich, Otter, Affen, Aras, Tukane und eine vom Aussterben bedrohte Krokodilart zu sehen.

Der krönende Abschluss für so einen abenteuerlichen Tag ist es, einen Regenbogen über den Wasserfällen zu beobachten. Das können Sie von einem der vielen Aussichtspunkte aus tun. Man sagt, die besten befänden sich auf der brasilianischen Seite. Beim Naturschauspiel der Wasserfälle befindet sich der Schauplatz auf argentinischer Seite und der Zuschauerbereich auf der brasilianischen Seite. Zwei Drittel des Nationalparks gehören zu Iguazú in Argentinien und nur ein Drittel zum Nationalpark do Iguaçu in Brasilien. Unabhängig davon auf welcher Seite Sie sich befinden, den Teufelsschlund, genau an der Grenze der beiden Länder, sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen. Hier stürzt aus über 80 Metern Höhe der wasserreichste der 275 Wasserfälle in die Tiefe. Hier dommert das Wasser in seinem eigenen Rythmus und lässt alle anderen Töne verstummen, sogar Brasiliens sonst so präsente Sambamusik.
Der Teufelsschlund aus der Höhe
Foto: T photography / Shutterstock.com

Verwandte Artikel

Ferien auf dem Bauernhof

Immer mehr Städter, müde vom stressigen Rhythmus der Stadt, fliehen in die Beschaulichkeit von Feldern und Ställen. Bauernhöfe sind der...

Tauchen zwischen zwei Kontinenten

Kennen Sie den einzigen Ort der Welt, an dem man zwischen zwei Kontinenten tauchen kann? Es ist die Silfra-Spalte in...

„Ein Ring, um alle zu verlieben“

Frodo und Gollum wären einverstanden: es gibt einen besseren Ring als den von Sauron - und dieser befindet sich in...

Die Landschaften von „The Revenant“

Die Dreharbeiten dauerten länger als geplant und schließlich schmolz der Schnee. Für die perfekte Location musste das Filmteam bis ans...