>>>Von Piraten, Krokodilen und andere Märchen
Foto: Pirates Week Festival

Von Piraten, Krokodilen und andere Märchen

Täglich erzählen die Strände Legenden von Freibeutern und versteckten Schätzen. Aber nur einmal im Jahr sind die Straßen der Inseln voller schwarzer Totenkopfflaggen. Willkommen auf den Kaimaninseln, den Inseln der Piraten.
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an muss sich verirren, um unerreichbare Orte zu finden, sonst würde jeder wissen, wo sie sind.“ Das sagte Kapitän Barbossa, eine der bekanntesten Figuren der Filmreihe „Piraten der Karibik“. Für die Filmabenteuer wurden einige Karibik-Inseln genutzt, darunter auch die Cayman Islands.
Ihre stillen, türkisfarbenen Gewässer laden zur Muße ein. Aber dieses idyllische Territorium, 290 Kilometer von Jamaica entfernt zwischen Kuba und Honduras, war im 16., 17. und 18. Jahrhundert ein Unterschlupf von Piraten und Anlaufpunkt für Seefahrer.
In diesem Jahr ist das Motto des Festivals „Die romanische Ära“.
Foto: Pirates Week Festival

Eine andere Form zu tauchen

Eines der amüsantesten Abenteuer beim Festival ist das Schatztauchen, bei dem die Teilnehmer versuchen, nicht „als Skelett auf dem Meeresgrund“ zu enden. Das Bad im türkisblauen Wasser der Karibik ist Teil des Gewinns.

Christoph Kolumbus war der erste, der diese Inseln voller Schildkröten und Krokodile im Jahr 1503 auf seiner vierten Reise nach Amerika entdeckte. Aber es war ein Freibeuter, der Engländer Francis Drake, der sie 1586 taufte. Fast eineinhalb Jahrhunderte später, im Frühling 1717, wurde ein kleiner Schoner vor der Küste von Grand Cayman gekapert. Kopf des Überfalls war ein englischer Seefahrer im Exil, mit dichtem Bart und furchterregendem Ruf – Edward Teach. Bekannter war er als Blackbeard, der unerbittliche Seewolf. Und er kam nicht zufällig vorbei.
Die Cayman Islands waren die bevorzugte Basis von Piraten, Freibeutern und Kolonisten, meist Engländer und Franzosen. Durch ihre strategische Lage konnte man hier die spanischen Galeonen anlocken. Die englischen, französischen und holländischen Kolonien nutzten die Piraten hingegen dafür, ihre Schiffe zu reparieren und sich mit Verpflegung einzudecken.
Bevor man die Inseln wieder verlässt, sollte man unbedingt an den Korallenriffen tauchen und mit den Rochen schwimmen. Der beste Platz dafür ist Stingray City auf Grand Cayman.
Heute liegt der Schatten eines Steuerparadieses auf den Cayman Islands, dem fünftgrößten Finanzzentrum der Welt. Ihre Bewohner, rund 600.000 Menschen, genießen den höchsten Lebensstandard in der Karibik, erinnern sich aber voller Stolz an ihre Vergangenheit als Piratenunterschlupf. Deswegen wird seit 1977 das Festival Pirates Week veranstaltet, das jährlich über 35.000 Besucher anzieht. „An keinem anderen Ort der Karibik kannst du dich eine Woche lang als Pirat verkleiden. Außerdem präsentieren wir unsere Geschichte, unser Essen und unsere Musik“, erklärt Festivaldirektorin Melanie McField.
Bei der „Pirates Pooch Parade“ haben Haustiere ihre eigene Parade.
Foto: Pirates Week Festival
In diesem Jahr findet das Festival vom 10. bis zum 20. November statt. Die meisten Aktivitäten konzentrieren sich auf George Town, die Hauptstadt von Grand Cayman. Am Samstag, 12. November, fallen die Piraten vom Meer her ein und greifen mit zwei Fregatten den Hafen von Hog Sty Bay an. Traditionsgemäß wird der Gouverneur „gefangen genommen“ und die Insel eine Woche lang besetzt, bis die Piraten für ein weiteres Jahr vertrieben werden.
Kinder als auch Erwachsene verkleiden sich für das Fest, tragen Augenklappen, eine Hakenhand und vergnügen sich bei dem Abenteuer. Während Jungs sich am liebsten als Matrosen, mit Hut, Korsarenhosen, Weste, weißem Hemd und Pistole sehen, tragen Mädchen meist schulterfreie Korsettkleider, Netzstrümpfe, Hut und Schwert.
Zehn Tage lang sind die Straßen von Cayman „auf der Hut“. Es gibt Feuerwerke, Konzerte, Maskenwettbewerbe und Paraden. Einer der spektakulärsten Umzüge ist die „llumination Parade“ am späten Abend: Die Teilnehmer schmücken sich mit leuchtenden Schwimmreifen und marschieren zum Klang karibischer Musik durch die Straßen mit pastellfarbenen Kolonialbauten. Denn wie schon Kapitän Jack Sparrow sagte: „Nicht alle Schätze sind Gold und Juwelen“.

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