>>>Tomorrowland: eine Einladung zum Träumen
Foto: Scamelot via RemodelHackers / CC BY-NC-ND

Tomorrowland: eine Einladung zum Träumen

Es wäre das Wunderland für die zwanzigjährige Alice und die Schokoladenfabrik für Charlie. Willkommen zum Boom, willkommen im Tomorrowland, dem „Königreich der (elektronischen) Melodie“.
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eder Lady Gaga, Adele oder der Boss selbst haben es geschafft, in 40 Minuten das „Ausverkauft“-Schild aufhängen zu können. Doch das Festival Tomorrowland verkaufte alle seine Eintrittskarten in dieser kurzen Zeit. Das größte elektronische Musikfestival der Welt verspricht den Teilnehmern vom 22. bis 24. Juli einen „magischen Freitag“, einen „unglaublichen Samstag“ und einen „ruhmreichen Sonntag“. Drei Tage voller elektronischer Musik, Feuerwerk und Spezialeffekte, nur 32 Kilometer von Brüssel entfernt.
Auf dem Gelände kann man sein Mobiltelefon aufladen, sich die Zähne an einem „fresh point“ putzen oder ein Kopfkissen kaufen.
Foto: Scamelot via RemodelHackers / CC BY-NC-ND

Tomorrowlands Spiegel

Tausende von jungen Leuten aus sieben Ländern (Mexiko, Indien, Japan, Kolumbien, Deutschland, Südafrika und Israel) werden den „unglaublichen Samstag“ dank einer Online-Übertragung der Auftritte auf der Hauptbühne live miterleben. Das Festival möchte so das Gefühl der Einheit stärken und lädt all diejenigen dazu ein, „Teil dieser Verrücktheit zu sein“, die nicht direkt am Boom teilnehmen können.

Tomorrowland ist eine dieser „once-in-a-life-time“-Erfahrungen. 70 Hektar, 17 Schauplätze, mehr als 400 Künstler, 180.000 Teilnehmer aus mehr als 200 Nationen, 120 Foodtrucks. Alle, die keine Eintrittskarte ergattert haben, müssen sich mit dem Internet zufriedengeben: das aftermovie 2015 (10. Jubiläum des Festivals) wurde 21 Millionen Mal bei Youtube aufgerufen. Die Videos vorheriger Jahre überschreiten bereits die 100 Millionen.
Tomorrowland ist ein Ort zum Träumen und so wurde er auch gestaltet. Es bezeichnet sich selbst als „Königreich der Melodie“ und sein Campingplatz ist „Dreamville“, die vergängliche „Traumstadt“ oder die „erträumte Stadt“ mit ihrem „Schlüssel zum Glück“. Ihre Grenze zu überschreiten ist wie durch die Tür Narnias oder des Königreichs der Fantasie zu gehen. Gaukler und Narren umringen die verschiedenen Seen des bunten Geländes, ein Haufen von Besuchern steigt vom Flussufer hinauf, während sich ein Riesenrad dreht und ein Feuerwerk alles beleuchtet.
In Dreamville kann man Metzgereien, Schmuckgeschäfte, Bäckereien, Supermärkte, eine Post und vieles mehr finden.
Foto: Scamelot via Source / CC BY-NC-ND
Diese Elemente bilden den Rahmen eines märchenhaften Schauplatzes, einige scheinen aus einem Disneyfilm zu stammen, andere präsentieren sich im reinsten Stile Tim Burtons, mit Vulkanen in Eruption (deren Lava Feuerwerkskörper sind) oder einer extravaganten riesigen Wassermühle. Auf diesen Szenarien (das größte ist 140 Meter lang und 40 hoch) werden dieses Jahr die beliebtesten DJs auftreten: Dimitri Vegas & Like Mike, David Guetta, Tiesto, Steve Aoki.
Tomorrowland ist ein „cash free“-Gebiet, alles wird mit dem elektronischen Armband bezahlt, das ebenso als Eintrittskarte dient.
Foto: Scamelot via Source / CC BY-NC-ND
Sie stellen den Soundtrack für dieses magische und traumhafte Wochenende zur Verfügung, deren offizielle Hymne 2014 von Hans Zimmer komponiert wurde, Urheber unter anderem der Soundtracks von „Gladiator“, „Der König der Löwen“ oder „Fluch der Karibik“. Legendäre Filme für die „Generation von morgen“, die beim Boom das neuralgische Zentrum für ihre Liturgie findet. Für sie ist Tomorrowland eine „Parallelwelt zur Wirklichkeit“, ein Ort, an dem man „in Freudentränen ausbricht“ und an dem die „positive Energie“ vorherrscht.
Der Slogan lautet: „Yesterday is History. Today is a Gift. Tomorrow is Mistery” (Gestern ist Geschichte. Heute ist ein Geschenk. Morgen ist ein Mysterium), eine Litanei, die diese „Generation von morgen“ teilt. Tausende junge Menschen träumen jedes Jahr davon, in die Schokoladenfabrik des 21. Jahrhunderts zurückzukehren.

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