>>>Tanzend in Havannas Straßen
Foto: Omar Z Robles | Official Fujifilm X-Photographer

Tanzend in Havannas Straßen

Tänzer und ihre Städte sind das zentrale Motiv des Fotografen Omar Z. Robles. Er bildet sie bei einer Pirouette in einer Gasse oder auf einem Zebrastreifen in New York oder Havanna ab.
I
ch bin ein schlechter Tourist. Ich habe zwei Jahre in Paris gelebt, bin am Eiffelturm gewesen und einfach weitergelaufen. Die Länder sind meine Modelle, nicht ihre Denkmäler“, erklärt der Fotograf Omar Z. Robles. „Ich möchte Menschen abbilden, aber Menschen an Orten und nicht Orte mit Menschen.“
Omar Z. Robles möchte mit der Normalität des Alltäglichen brechen und dafür positioniert er Balletttänzerinnen in alltäglichen Kulissen. Das Ergebnis ist ein magischer Fotorealismus.
Durch die Ähnlichkeit zwischen den Einwohnern von Kuba und seinem Heimatland Puerto Rico fühlte sich Omar Z. Robles in Havanna sehr zu Hause.
Foto: Omar Z Robles | Official Fujifilm X-Photographer

Die nächsten Projekte

Bevor Omar Z. Robles Balletttänzer in New York, San Juan de Puerto Rico, Seattle, Guatemala und Havanna aufnahm, fotografierte er Parkour-Sportler in Chicago. Derzeit richtet sich sein Blick nach Mexiko und Indien, zwei Länder, die er in nächster Zeit besuchen möchte.

Der puerto-ricanische Künstler spielt mit derselben Eleganz wie Richard Avedon, der berühmte Modefotograf der Zeitschriften Harper’s Bazaar und Vogue. Aber anstelle von Mode lässt sich Robles bei seinen Aufnahmen von Tänzerinnen in den Straßen verschiedener Städte von der Schauspielkunst inspirieren. Schließlich studierte er szenische Kunst an der L’École Internationale de Mimodrame de Paris Marcel Marceau und machte anschließend einen Abschluss in Kommunikation und visueller Kunst in Puerto Rico. Aber bei seiner Tätigkeit als Fotojournalist vermisste er den körperlichen Ausdruck. Er fotografierte sich selbst in unterschiedlichen Posen in den Straßen New Yorks, entschied sich dann aber dazu, andere Menschen als Modelle zu nehmen. „Ich glaube, dass meine Fotos die Rohheit der Dokumental- oder Straßenfotografie mit der Grazie der posierenden Tänzerinnen kombinieren“, sagt er.
Die Pirouetten der Tänzerinnen lässt Omar Z. Robles ganz leicht erscheinen, nicht wie das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit. Genauso erfasst er auch die maßgeblichen Augenblicke mit der Kamera, die schon Cartier-Bresson in der Interaktion eines Tänzers, normalerweise beim Sprung, mit einem Hund, einer Greisin, einem Sonnenstrahl oder einem Regenguss suchte. „Normalerweise gehen wir an einer Straßenecke los und bleiben stehen, wenn ein Ort wegen seines Lichts oder seiner Farben meine Aufmerksamkeit weckt“, erklärt der Fotograf die Entstehung seiner Bilder. „Ich mache der Tänzerin eine Vorgabe, zum Beispiel einen Fuß zu bewegen, und dann improvisieren wir. Es ist eine schnelle Arbeit, manchmal nutzen wir auch eine Pause im Verkehr an einer roten Ampel, ohne zusätzliche Beleuchtung.“
Más de 200.000 personas siguen en instagram la cuenta @omarzrobles
Foto: Omar Z Robles | Official Fujifilm X-Photographer
In diesem Jahr tauschte Roblas die Straßen seines Wohnorts Harlem gegen die urbane Landschaft Havannas ein. Für den Fotografen war es schon lange ein Traum, dort zu arbeiten. Denn Kuba ist weltweit für das Talent und die Technik seiner Tänzer bekannt. Über Instagram nahm er Kontakt zu dem Tänzer Javier Rojas auf und dieser überzeugte seine Kollegen vom Staatsballett Kuba, an dem Projekt teilzunehmen.
Die Kulissen für die Posen der Tänzer sind die Straßen von Havannas Altstadt.
Foto: Omar Z Robles | Official Fujifilm X-Photographer
Die Reaktion der Kubaner auf seine fotografische Arbeit hat Omar Z. Robles positiv überrascht: „Wenn sie uns auf der Straße sahen, kamen sie neugierig näher, stellten Fragen und machten mit. In New York sind die Menschen genervt, wenn man ihren Weg stört. Das tägliche Leben ist humorvoller, entspannter. Mich haben die menschliche Qualität und der Gemeinschaftsgeist überrascht, den ich in Havanna im Gegensatz zur Isolierung der Menschen in anderen Gesellschaften gefunden habe.“ Kein Wunder, dass in seinen Bildern von Havanna die Menschen mit ihren Bewegungen und dem Licht im Vordergrund stehen.

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