>>>Stimmt es, dass New York niemals schläft?
Foto: Joseph Yates

Stimmt es, dass New York niemals schläft?

Die Hyperaktivität der „Stadt, die niemals schläft“ ist ansteckend. Bei so vielen Möglichkeiten, die Nächte durchzumachen – wer will da schlafen?
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rzte, Zeitungsbeilagen und Supermodels empfehlen acht Stunden Schlaf pro Tag. Was sie nicht sagen ist, wann. Oder wo. Oder was passiert, wenn du in New York bist und dein Programm sich bei Einbruch der Nacht vervielfacht. In der Stadt der Wolkenkratzer kann man auch nach Sonnenuntergang praktisch alles machen. Ein iPhone im Apple-Shop an der Fifth Avenue erstehen und in einem rund um die Uhr geöffneten Fitnesscenter schwitzen – ein Trend bei den Yuppies der Wall Street. Die meisten Waschsalons, Delikatessengeschäfte und 99¢-Pizzerien sind bis in die späten Abendstunden geöffnet. Es gibt sogar eine Bowlingbahn für Nachtschwärmer, The Gutter in Williamsburg, wo die Strikes mitten in der Nacht und kurz vor Schluss gegen 4 Uhr morgens fallen.

Auch Friseur- und Kosmetiksalons haben sich diesem Trend angeschlossen. Wie der Red Market Salon, bekannt für seine nächtlichen Öffnungszeiten und sein glamouröses Ambiente mit Ausstellungen und DJ-Sessions. Der Salon wurde von David Cotteblanche und Reynald Ricard gegründet, zwei viel beschäftigten Stylisten. Sie hatten so viel zu tun, dass sie ihre Kunden nachts in ihrem Apartment bedienen mussten und merkten, dass es hier eine Marktnische gab. Sie haben ihre Idee nach Miami exportiert und viele Lokale machen es ihnen nach.

Food stall in Manhattan
Nicht nur McDonalds ist rund um die Uhr geöffnet, auch viele Straßenstände bieten nächtliche Snacks.
Foto: Roman Arkhipov

Nicht nur Yellow Cabs

Die Metro ist rund um die Uhr geöffnet. Genau wie die Fähre nach Staten Island. Das Schiff startet im Financial District und bietet sowohl tagsüber als auch nachts eine herrliche Aussicht auf die Stadt. Je weiter es sich von Manhattan entfernt, desto prachtvoller erscheint die Skyline. Die Fahrt führt außerdem an der Freiheitsstatue und an Ellis Island vorbei.

Es gibt keinen besseren Weg, sich zum Ausgehen zurechtzumachen, als kurz vor der Party noch zum Friseur zu gehen. Die Beauty Bar setzt auf eine Kombination beider Optionen: Kosmetik und Drinks. In einem Schönheitssalon, der im Stil der 40er-Jahre eingerichtet ist, einschließlich der Trockenhauben, werden montags bis sonntags bis 23 Uhr Maniküren und Cocktails angeboten.

Bei so viel nächtlichem Vergnügen kommt einem Ausgehen fast langweilig vor. Allerdings sollte man niemals eine Stadt unterschätzen, in der es ein Studio 54 und einen Cotton Club gab. Das House of Yes ist einer der originellsten Vorschläge. Eine Mischung aus Zirkusvorführungen, interaktiven Filmen, Cabaret und Burlesque-Shows mit Vorstellungen bei Tageslicht und „Brunch“. Das Lokal liegt in Brooklyn. Es wirbt damit, „die Sinne zu kitzeln und den Geist zu erweitern“. Und das schafft es.

Wer LED-Lichtern und ohrenbetäubender Musik entfliehen möchte, kann sich in den Jazzbars entspannen, dem anderen Soundtrack der Stadt, mit Lokalen wie dem Smalls Jazz Club, in dem die Musik bis lange nach Mitternacht spielt.

Event at House of Yes
Das House of Yes in Brooklyn beweist, dass die New Yorker Nacht jünger ist als je zuvor.

Natürlich dürfen auch Wellnessangebote nicht fehlen, wie die im Juvenex Spa, einem Luxustempel in Koreatown, der jeden Wochentag rund um die Uhr geöffnet ist. Um das Relaxen auf die nächste Ebene zu heben, sollte man im Lift einen Termin reservieren und die Floating-Tanks ausprobieren. Freitags und samstags kann man hier die ganze Nacht lang „schweben“ und einen schlafähnlichen Zustand erleben.

Allerdings ist es gar nicht nötig zu schweben, um dieses Gefühl zu erleben. Wer eine Nacht durch New York gestreift ist, weiß das. Die von den Neonlichtern und Bürobeleuchtungen erhellten Straßen scheinen immer hellwach zu sein. In Erwartung eines Abenteuers, egal zu welcher Uhrzeit. Wie sagte Simone de Beauvoir: „Es liegt etwas in der New Yorker Luft, das Schlafen unnötig macht.“ Amen.

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