>>>Sri Lanka, die Träne Indiens
Den Löwenfelsen kann man von vielen Orten der Insel aus betrachten, aber der Nachbarfels Pidurangala eignet sich am besten dafür.

Sri Lanka, die Träne Indiens

Sri Lanka liegt in Form eines Wassertropfens, einer Träne, vor Indien im Indischen Ozean. Es ist ein kleines Land, aber der Tee- und Buddha-Kult sind umso größer.
E

in Zahn. Hinter dem kaum 2,5 Zentimeter großen, oberen linken Eckzahn verbirgt sich eine besondere Geschichte. Er ist eine der wenigen Reliquien, die der Welt von Buddha erhalten geblieben sind. Aufbewahrt wird er in der Weltkulturerbe-Bergstadt Kandy in Sri Lanka. Der Legende nach hatte der Besitzer des Zahns das göttliche Recht, das Land zu regieren. Daher befindet sich die Reliquie in dem alten Königspalast, im Sri Dalada Maligawa, auch Zahntempel genannt. Er ist einer der berühmtesten buddhistischen Tempel der Welt. Der heiligste Ort Sri Lankas. Der Tempel präsentiert sich im klassischen europäischen Stil mit einer oktogonalen Struktur. Er wurde in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts unter König Vira Narndra errichtet. Zu ihm strömen täglich unzählige Pilger und Besucher, alle barfuß, mit langen Hosen und bedeckten Schultern.

Der künstliche See von Kandy lockt nicht so viele Besucher an wie Buddhas Zahn, doch er ist trotzdem die meistfotografierte Landschaft der Insel. Wie ein Kompass verweist diese grüne Lunge auf die Tempel und Paläste der Stadt. Der König Sri Vikrama Rajasinha ordnete 1807 den Bau an. Heute ist er die Heimat von Fischen, Schildkröten und einem Reptil, das den Komododrachen ähnelt. Er scheint so harmlos, dass Besucher und auch Touristen nicht zögern, ein erfrischendes Bad in seinem Becken zu nehmen.

Templo del Diente de Buda iluminado en Kandy, Sri Lanka
Das Highlight des Sri Dalada Maligawa sind die Prozessionen, bei denen eine Nachbildung des Zahns von Buddha auf dem Rücken eines Elefanten zur Schau gestellt wird.

Den Himmel von Sri Lanka berühren

Mit mehr als 2500 Metern ist der Pidurutalagala, auch Mount Pedro genannt, der höchste Berg des Landes. An seinem Fuße befindet sich Nuwara Eliya. Der Adam's Peak (Sri Prada) ist ein weiterer berühmter Berg des Landes. Auf seinem Gipfel gibt es einen Fußabdruck, von dem man sagt, dass er von Buddha, Adam oder Shiva stammt.

Zwei Stunden entfernt liegt die Bergregion Nuwara Eliya. Sie ist auch als „das kleine England“ bekannt, denn hier bauten sich die britischen Kolonisten ihre Häuser im englischen Stil. Im Hochland der Insel wird der beste Tee der Welt hergestellt. Sri Lanka ist der weltweit größte Produzent dieses Getränks. Seine Hauptsorte, der Ceylon-Tee, trägt den Namen, den die Briten der Insel gaben.

 

Die Plantagen befinden sich in einer Höhe von rund 2000 Metern. Hier arbeiten vor allem Frauen. Jede von ihnen wählt mithilfe ihres Stabs die überstehenden Blätter aus und legt sie in einen Sack, der um ihre Schultern hängt. Anschließend geht die Teeherstellung in den Fabriken weiter. Mackwoods ist die bekannteste in Nuwara Eliya. Umgeben von Plantagen kann man hier den Trocknungsprozess bis hin zur Verpackung beobachten. Die Besichtigung endet mit einer Kostprobe dieses „flüssigen Goldes“ der Insel.

Mujeres recogiendo té en Nuwara Eliya
Die Teepflanze wurde 1867 von den Engländern auf der Insel eingeführt. Heute ist der Tee der Wirtschaftsmotor des Landes.
Foto: melis / Shutterstock.com

Das Elefantenwaisenhaus in Pinnawala

Das größte Zentrum für Dickhäuter, die in Gefangenschaft aufwachsen, befindet sich im Südwesten Sri Lankas. Hunderten Jungtieren wurde an diesem 1975 gegründeten Ort das Leben gerettet. Auch ältere Elefanten werden hier aufgenommen. Die Touristen können sich ein Bad mit den Tieren teilen und sie mit der Flasche füttern.

Doch der Tee ist nicht der einzige Schatz der Insel. Sri Lanka beherbergt acht Orte, die zum Weltkulturerbe gehören. Einer von ihnen ist der Löwenfelsen in der ruhigen Ortschaft Sigiriya. Hierbei handelt es sich um einen über 200 Meter hohen Felsen, in den man Löwentatzen gemeißelt hat. Sie befinden sich auf der Terrasse, an der die Stufen bis zum Gipfel beginnen. Der Goldene Tempel in Dambulla wurde ebenfalls von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Dieser Höhlentempel stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Nachdem man die 100 Meter lange Treppe in Begleitung zahlreicher Affen erklommen hat, erreicht man fünf Höhlen mit mehr als 150 Buddha-Statuen. Es herrscht Stille. Es ist der perfekte Ort, um alles zu vergessen und eine buddhistische Maxime in die Tat umzusetzen: „Freue dich, weil jeder Ort hier ist und jeder Moment jetzt ist“.

Turistas en el Pico de Adán
Es wird empfohlen, den Adam's Peak in den frühen Morgenstunden zu erklimmen, um den Sonnenaufgang zu erleben.

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