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Snowboarding in 4K

Travis Rice veröffentlicht „The Fourth Phase“, einen neuen Snowboardfilm, in dem er dem Wasserstrom folgend mehr als 25.000 Kilometer zurücklegt.
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ch glaube, alles begann mit dem Wasser.“ Genau wie dieser Film. „The Fourth Phase“ entstand durch Travis Rices Interesse für diesen „magischen Stoff“. Den Funken entzündete der Wissenschaftler Gerald Pollack. Der hyperaktive Snowboarder interessierte sich für dessen Theorie, nach der es neben fest, gasförmig und flüssig einen vierten Aggregatzustand von Wasser geben soll. Es handelt sich um „lebendiges Wasser“, wie das in Lebewesen und Zellen, dichter als normales Wasser und fähig, Energie zu speichern. Rice war von diesem Konzept so fasziniert, dass er beschloss, seinen Film, eine Hommage an H2O in allen Aggregatszuständen, danach zu benennen. „Es ist das Medium, in dem wir spielen und dem wir unser Leben widmen“, und jetzt auch Protagonist bei seinem neuen Abenteuer.

Der Wasserstrom zeichnete die Route durch den Nordpazifik vor. Wir begleiten Travis Rice auf seiner Reise mit dem Snowboard durch die japanischen Alpen, Russland, Alaska und die unzugänglichsten Landschaften seines Heimatlandes Wyoming. Er ist dabei nicht allein, elf Profi-Snowboarder, unter ihnen sein Freund Mark Landvik „Lando“, der Kalifornier Eric Jackson und Legenden wie Bryan Iguchi, begleiten ihn. Die Produktion dauerte über drei Jahre; fünf Helikopter, 8690 Kilometer mit dem Schiff über den Pazifik und 2000 Stunden Filmaufnahmen, die letztendlich auf 92 Minuten mit Sprüngen und akrobatischen Tricks im Schnee und in den Bergen zusammengeschnitten wurden.

Mark Landvik, Eric Jackson and Travis Rice in Russia
Der Regisseur des Films, Jon „JK“ Klaczkiewicz, berichtet, dass eine der Herausforderungen beim Dreh die Koordination der Luftaufnahmen mit Piloten war, die kein Englisch sprachen
Foto: Scott Serfas/Red Bull Content Pool

Durch Zufall Snowboarder

Travis Rice wurde in Jackson, Wyoming, geboren, wo er die Liebe zu den Bergen von seinem Vater lernte. Seine Legende begann, als er sich mit 18 Jahren ohne Einladung bei einer Veranstaltung des Snowboarder Magazine vorstellte. Sein Können überraschte alle und schnell wurde er zu einer der wichtigsten Figuren in der Snowboardwelt.

„The Fourth Phase“ wurde nach einer ersten Vorführung in Los Angeles beim Filmfestival von San Sebastian uraufgeführt und eroberte das Publikum mit spektakulären Aufnahmen in 4K, einer viermal höheren Auflösung als High Definition. Für diese Filmkunst mussten die Macher extreme Drehbedingungen mit Temperaturen bis zu minus 40 Grad Celsius ertragen und ihre Ausrüstung entsprechend anpassen. „Es braucht viel Erfahrung und Geschicklichkeit in Kombination mit einer enormen Fähigkeit, Probleme zu lösen“, verrät Rice.

Erfahrung hat er zum Glück genug. Rice ist eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Snowboardwelt. Aufgrund seiner Fähigkeiten auf und neben der Piste nahm er an über zwanzig Filmen und Reportagen teil. Sein Film „The Art of Flight“ 2011 war der erfolgreichste Actionsportfilm der Saison. Für Regisseur Jon „JK“ Klaczkiewicz war er eine große Inspiration. „Es war ein visuelles Meisterwerk“, versichert er im Bewusstsein des Drucks, diesen Qualitätsstandard bei „The Fourth Phase“ zu halten. Die ausgewählten Szenarien und die waghalsige Akrobatik der Sportler trugen dazu bei, dass dies gelang.

Travis Rice sobre su tabla
„The Fourth Phase“ wurde am 2. Oktober auf mehreren Plattformen uraufgeführt
Foto: Scott Serfas/Red Bull Content Pool

Dabei sollte nur an solchen Orten gedreht werden, an denen Rice noch nie zuvor Snowboard gefahren war. „Es war eine echte Herausforderung, vor allem in meiner Heimat Wyoming.“ Sie mussten tief in die bergigsten Gebiete des Bundesstaates vordringen, um das perfekte Terrain zu finden. Dort wurde die längste Abfahrt des Films aufgenommen, 1025 Meter vom Gipfel.

In Japan drehten sie im Westen von Nagano in den japanischen Alpen. Dort fanden 1998 die Olympischen Winterspiele statt. Es ist eine der schneereichsten Regionen der Welt. Selbst enorme Schneefälle und das schroffe Gelände konnten nicht verhindern, dass Rice und der Japaner Shin Biyajima die Lage mit ihren innovativen Tricks auf dem Brett im Griff hatten.

Die Einreise nach Russland war schwierig, sieben Stunden wurden sie mit ihren 78 Gepäckstücken an der Grenze festgehalten, aber das war es wert. Es war die einzige Möglichkeit, dem Wasserstrom entlang der Kurilen-Inselkette (Japan) zur Halbinsel von Kamtschatka zu folgen. Das vulkanische Terrain Kamtschatkas mitten in Sibirien zwischen dem Pazifik und dem Ochotskischen Meer ist für häufige Erdbeben bekannt. Zwischen den noch immer aktiven Vulkanen in einer der schneereichsten Landschaften Russlands wagten sich Rice und Eric Jackson an die längste Abfahrt in einem Rutsch, 1829 Meter.

„In Alaska kannst du so weit gehen, wie du willst“, erklärt Rice. Und hier endet seine gefahrenvolle Reise mit Lawinen und steilen Felswänden hinter jeder Ecke. „Freestyle“ am Limit in 4K.

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