>>>Sie werden vor Ehrfurcht erstarren

Sie werden vor Ehrfurcht erstarren

Wälder aus Stein gibt es an einigen Orten der Erde. Aber in China haben die alten Riesen eine besondere Wunderwelt geformt.
Wenn Sie einen Ort suchen, um vor der Sonne zu fliehen, besuchen Sie Shilin lieber nicht.
Es sind keine Bäume, die in Shilin aus dem Boden zu wachsen scheinen, sondern Felsen, die den Anschein eines Steinwaldes erwecken. Es wird Ihnen schwerfallen, zu glauben, dass Sie in China sind und nicht in einem Buch von Michael Ende. Diese labyrinthartige Landschaft befindet sich in 85 Kilometern Entfernung von der Stadt Kunming.

Nächster Halt: Shilin

Die Anfahrt nach Shilin, um den Steinwald zu besuchen, ist sehr einfach, wenn Sie in Kunming untergebracht sind. Dort gibt es Busse und organisierte Ausflüge, die von der Stadt aus zu diesem wunderbaren Ort gehen. Man schätzt, dass täglich über 20.000 Personen diesen Steinwald besuchen.

Die Ausdehnung des Waldes beträgt 350 Quadratkilometer, die sich in unterschiedliche Bereiche mit Namen wie „Großer Steinwald“, „Kleiner Steinwald“, „Äußerer Steinwald“ oder „Unterirdischer Steinwald“ aufteilt. Die Felsen nehmen außerordentliche Gestalten an, die von den Chinesen mit Tieren, Personen und Gegenständen assoziiert werden und jedem seinen eigenen Namen verleihen. Der berühmteste ist der Ashima-Stein. Man sagt, er habe die Form der Heldin, deren Namen er trägt.
Der Steinwald von Naigu und das Dorf Suogeyi wurden im Jahr 2007 von der UNESCO zum Welterbe der Menschheit erklärt. Und das nicht unverdient. Obgleich der Ort fast irreal erscheint, hat die Entstehung eine überzeugende wissenschaftliche Erklärung: Der Steinwald ist das Ergebnis der Erosion und der seismischen Aktivität der Zone seit über 270 Millionen Jahren. Die Träumer bevorzugen es, auf eine weniger vernünftige Erklärung zu setzen und schreiben der Landschaft eine große Vielfalt an Mythen zu. Zum Beispiel sollen die Unsterblichen Löcher in den Berg gemacht haben, damit die Verliebten dort Privatsphäre genießen konnten.
Eine weitere Legende besagt, dass der Wald der Geburtsort der Heldin Ashima ist, einer jungen Frau der Ethnie „Yi“, welche die Tugenden der Frau repräsentiert. Nach diesem Märchen wollte ein Ogerprinz seinen Sohn mit Ashima vermählen. Sie weigerte sich, weshalb er beschloss, sie zu verschleppen. Als der Bruder Ashimas dieser zur Hilfe eilen wollte, sprach der Oger einen Zauberspruch aus, um eine Überschwemmung zu verursachen, die die junge Frau mitriss. Ihr Geist verblieb für immer im Fels.
Dort angekommen sollte man Wissenschaft und Legende beiseite lassen und den Blick über die Felsen mit der Form scharfer Nadeln und die Pfade, die durch diese führen, schweifen lassen. Alles besteht aus Vegetation, Wegen und Treppen, die zusammen mit der Entstehung von unterirdischen Flüssen, Höhlen, Gängen und Brücken den Wald in eine verzauberte Stadt verwandeln. Überall wurden Gebäude in Mandarin-Architektur erbaut, damit die Besucher sich ausruhen und die Landschaft genießen können. Unsere Empfehlung ist ein Besuch des Pavillons Wenfeng. Die Aussicht von dort aus ist ausreichend, um zu verstehen, weshalb die Chinesen diesen Steinwald für das erste Weltwunder halten.

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