>>>Shopping „Made in Baleares“
Foto: Abarca Pons

Shopping „Made in Baleares“

Bei der Abreise bleiben uns nicht nur Landschaften in Erinnerung. Von den Balearen nehmen wir Sandalen, Keramiken und Souvenirs eines Archipels mit, dessen Handwerkskunst Teil seines Wesens ist.
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„Ihre Schlichtheit und Vielseitigkeit implizieren Stil und Bequemlichkeit und reflektieren das Image und die Persönlichkeit der Insel.“ So beschreibt man bei Mibo Cosits die klassischen Avarca-Sandalen oder „Menorquinas“, das typische Handwerksprodukt der Balearischen Inseln. Das Unternehmen in Es Migjorn Gran, einer Gemeinde auf Menorca, hat eine lange Tradition im Schuhmacherhandwerk und widmet sich fast ausschließlich der Herstellung von Avarca-Sandalen, dem traditionellen Schuhwerk Menorcas. Genau wie RIA Menorca im Gemeindebezirk Ferreries, das sich einer über 60-jährigen Laufbahn in der Branche rühmt und jede Saison 300 Modelle präsentiert. Oder Avarca Pons mit Sitz in Ciutadella. Ihre dritte Schumachergeneration zeichnet sich „durch die Kombination aus handwerklichen Techniken und innovativen Herstellungsverfahren“ aus.

Die Sandalen – die heute nicht mehr nur von einfachen Bauern getragen werden, sondern von Prinzessinnen und Promis – gehören zu den meistverkauften Artikeln der Inseln, sind aber nicht die einzigen. Glas, Keramik, Stickereien, Leder, Silber… Kunsthandwerk und traditionelles Gewerbe gehören zum kulturellen Erbe der Balearen; daher schlägt die Tourismusbehörde der Balearischen Inseln vier Routen vor, auf denen man die althergebrachten Berufe kennenlernen kann.

Pons abarca workshop
Die authentischen Avarcas tragen das Etikett „Avarca de Menorca“.
Foto: Abarca Pons

Kunsthandwerksmesse

Kunsthandwerksmessen sind auf den Inseln sehr präsent. Auf Ibiza werden im Sommer mehrere auf dem Gelände der befestigten Altstadt Dalt Vila abgehalten, die 1999 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. In La Mola, Formentera, finden neben dem Verkauf auch Workshops statt, bei denen man den Handwerkern bei ihrer Arbeit zusehen kann.

Wo Menorca auf die Avarcas setzt, lädt Mallorca zu einem Bummel durch die Töpfereien ein, direkte Erben der mediterranen Kultur, die reich an Keramiken, verzierten Kacheln und Ziegeln ist. Einer der Orte, an denen man diese Technik bewundern kann, ist Marratxí, lehmige Erde, wo Kunsthandwerksmessen stattfinden und wo sich in einer Mühle ein Lehmmuseum befindet. Stein ist ein weiteres Element, mit dem auf Mallorca viel gearbeitet wird, vor allem in der Sierra de Tramuntana, wo man Terrassen mit Trockenmauern besichtigen kann, bei denen die Steine ohne Zement aufeinander gesetzt werden.

 

Auch die Glaskunst hat auf dieser Insel eine lange Tradition. Ein Beispiel ist das Familienunternehmen Lafiore. „Wir möchten, dass unsere Stücke wegen ihres dekorativen Werts geschätzt werden. Der Schlüssel ist die Beherrschung der Glasbläserkunst mit erstklassigen Materialien und einem innovativen, modernen Design“, erklärt der Direktor, Miguel Tortella. Auf dem Weg nach Algaida an der Landstraße nach Manacor kann man das schlossähnliche Glasmuseum Gordiola besichtigen, das Stücke aus alten Öfen zeigt.

Blown-glass craftsmanship
Lafiore ist den mehr als zweitausend Jahre alten Herstellungsprozessen treu und formt das Glas vor dem Abkühlen
Foto: Lafiore

Die dritte Route führt uns nach Ibiza, wo der Lehm ebenfalls ein wichtiger Rohstoff ist. Handgemachte, eingefärbte und bemalte Keramikwaren wie Teller, Krüge, Lampen, Masken und Schmuck.

 

Auch Lederwaren gibt es viele auf dieser Insel, vor allem, seitdem die Hippies diesen Rohstoff nach ihrer Ankunft in den 60er-Jahren zu einem wichtigen Bestandteil ihres Lebensunterhalts machten. Damals entstanden auch die Handwerkermärkte. Der bekannteste ist der von Las Dalias. Seit über 30 Jahren wird er an jedem Samstag abgehalten: Adlib-Mode (Mode im Ibiza-Stil), Schmuck, handgefertigte Schuhe und Antiquitäten in entspannter Atmosphäre, frisch gepresste Säfte, Fusionsküche und Tee in einem Beduinenzelt.

Mercadillo Hippy Market Punta Arabí, Ibiza
Der Hippy Market Punta Arabí ist von April bis Oktober jeden Mittwoch geöffnet
Foto: Artesia Wells / Shutterstock.com

Auf dem Hippy Market Punta Arabí, auf dem mehr als 500 Handwerker arbeiten, kauft man Kleidung, Schuhe, Taschen und Gürtel. Aber auch Bier gibt es hier, selbst gebraut natürlich. „Ohne Zusatzstoffe, ungefiltert und in fünf Geschmacksrichtungen“ verkauft es Óscar. Flamenco, Rock der 70er-Jahre, elektronische Musik und Afro-Reggae untermalen den größten und ältesten Flohmarkt Ibizas.

 

Auf Formentera sind Wollpullover ein beliebtes Souvenir, von hiesigen Bäuerinnen handgestrickt und hübsch verziert. Manche Verzierungen werden aus Eisen oder Holz hergestellt, das vom Meer angespült wurde und den Geist der Insel widerspiegelt. Die Geräte und Werkzeuge, die für diese Arbeiten verwendet werden, kann man im Ethnografie-Museum im Sant Francesc Xavier-Zentrum besichtigen.

Die Kunsthandwerker der Balearen sind vielseitig begabt und in der ganzen Welt berühmt. Ihr Wissen und ihre Fähigkeiten werden von Generation zu Generation weitergegeben. Wer auf diesen Routen entlang der tief verwurzelten Handwerke aufmerksam ist und auf jedes Detail achtet, kann die Inseln durch ihre Erzeugnisse verstehen lernen. Und natürlich ist es ganz und gar unmöglich, sie ohne ein Souvenir zu verlassen.

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