>>>Shibuya für „Shopaholics“
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Shibuya für „Shopaholics“

Wenn Sie technologisches Spielzeug lieben, gerne Trends setzen und ein Manga-Fan sind, dann ist Tokio Ihre Stadt. In Shibuya erleben Sie die verkehrsreichste Kreuzung der Welt und überwältigende Einkaufszonen.
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enn Sie unter Antropophobie leiden, dann schnell weg von hier. Die Japaner nennen diese Art von Angst vor sozialen Kontakten „taijin kyofusho“. Es ist nicht verwunderlich, dass der Ursprung dieser Phobie in Tokio liegt, an einem Platz, den die Japaner als  „Scramble Kousaten“ kennen. Nicht zufällig bedeutet der Name so viel wie „Kampf“ oder „Scheuwerden“. Die Ampeln dieser stark befahrenen Kreuzung sind synchronisiert: Wenn sie für die Autos auf Rot wechseln, wird sie von Fußgängern überflutet, die in alle Richtungen hasten. Sie liegt in Shibuya vor dem gleichnamigen Bahnhof und ist die verkehrsreichste Kreuzung der Welt. Wenn Sie sich aber eher für gesellig, extravagant, ein wenig verrückt, fortschrittlich und ausnehmend modern halten, ist Tokio die richtige Stadt für Sie. Beim Überqueren der Kreuzung von Shibuya werden Sie sich wie der König der Manege fühlen. Diese Manege besteht aus fünf Zebrastreifen, auf denen gleichzeitig über 1000 Menschen die Straße überqueren können.
Auch wenn die Kreuzung in Shibuya die bekannteste ist – in Japan gibt es rund 300 Kreuzungen dieser Art.
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Der erste, was Richard Gere besichtigen würde

Ein Muss für Tierfreunde ist die Statue des Hundes Hachiko. Die Gegend ist unter seinem Namen bekannt, denn hier wartete das treue Tier zehn Jahre darauf, dass sein (verstorbenes) Herrchen zu ihm zurückkommen würde.

„Wenn es erfunden wurde, ist es auch hier.“ Das ist die Philosophie von Shibuya. Die Straßen in der Umgebung, Bunkamura-dori und Dogenzaka, bieten Shopping-Tourismus in großem Maßstab: Von Dutzenden von Einkaufszentren zu sprechen, in denen man sagt, dort verkaufe man die allerneuesten Trends, ist nicht übertrieben. Loft, Tokyu Hands, Marui und Seibu sind einige der Marken, die eine Niederlassung in Shibuya haben. Die einzelnen Zonen haben sich jeweils auf unterschiedliche Artikel spezialisiert: Shinjuku auf neueste Trends, Ginza auf Luxus und Sugamo auf Märkte. Aber in Sachen Mode und Accessoires ist Shibuya das Mekka für „shopaholics“.
Die Takeshita Street ist die Lieblingsgegend der Jugendlichen, vor allem wenn sie auf den „Harajuku“-Stil setzen, eine Mischung der unterschiedlichsten Kleidungsstile, die man in dieser Fußgängerzone zu sehen bekommt: „Lolita“ (kindlich und viktorianisch, manchmal mit einem Touch Gothik oder Barock), „Decora“ (mit vielen extravaganten Accessoires dekoriert, vor allem in Rosa), „Ganguru“ (sehr stark gebräunte Blondinen, wie in Kalifornien) oder „Cosplay“ (verkleidet als Lieblingscharakter aus Cartoons, Anime oder Computerspielen).
„Hachiko, eine wunderbare Freundschaft“ heißt der Film, in dem Richard Gere das Herrchen des Hundes, ein Akita (japanische Hunderasse), spielt.
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Wer markenunabhängige Geschäfte und Secondhand-Läden sucht, muss einen Halt in Ura-Harajuku und Cat Street einlegen, dort sind die modernsten Designer zu Hause. Eine Extradosis Luxus bekommt man bei den Zelkova-Bäumen in der Omotesando Street. Hier befindet sich auch das Shoppingcenter Omotesando Hills. Als Zentrum des Kultigen gilt das Shibuya 109, direkt an der oben genannten verrückten Kreuzung. Auf zehn Etagen kann man sich hier ganz dem Konsum hingeben.
Tokio ist lässig und fantasievoll, von den „Kawaii“-Mädchen bis zu den extravaganten „Visual Kei“.
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Um sich von der anstrengenden Einkaufstour zu erholen, bietet die Gegend Restaurants und die sogenannten Liebeshotels. Es sind günstige Unterkünfte für eilige Verliebte, die sich von den extravaganten Lokalen, der roten Neonbeleuchtung und den Zimmern mit Whirlpool und Massagebetten angezogen fühlen.
Shibuyas Zukunft ist schon entschieden. Derzeit werden vier Projekte entwickelt, um die Gegend (noch weiter) zu aktivieren. Geplant ist, 2018 zu beginnen und bis 2027 fertig zu sein. Es soll Änderungen beim Transport, eine Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und eine Verbesserung der Infrastruktur geben. „Man kann in großem Maßstab träumen“, gibt Bürgermeister Ken Hasebe zu. Sein Ziel ist es, dass die Leute genauso über Shibuya denken wie über London, Paris oder New York.

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