>>>Seoul, das Modelabor
Die Seoul Fashion Week findet im Dongdaemun Design Plaza statt.
Foto: Alex Finch

Seoul, das Modelabor

In Seoul können Sie die typischen Dinge unternehmen, wie ein Museum oder ein Jjimjilbang zu besuchen. Aber Sie können sich auch tarnen und sich von „Hallyu“, der koreanischen Welle, mitreißen lassen.
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hina blieb nichts anderes übrig, als nachzugeben. Seoul hat in der Mode das Sagen. Es gibt sogar ein Wort, das dem wachsenden Einfluss der südkoreanischen Kultur einen Namen verleiht: Hallyu. Südkorea hat sich in den asiatischen Trendsetter verwandelt, eine Referenz für Moderne und Schönheit. Unglaubliche Ponyschnitte, eine perfekte Haut und auffällige Accessoires für Mann und Frau. Korea ist mittlerweile das Land mit den meisten Schönheitsoperationen der Welt.

Diese Besessenheit für Ästhetik überträgt sich auch auf die Stadt. Das Dongdaemun Design Plaza (DDP) ist ein klares Beispiel für den Wunsch, stets auf dem neuesten Stand der Dinge zu sein. Das von Zaha Hadid und dem koreanischen Architektenbüro Samoo entworfene Gebäude wurde 2014 als Mehrzweckanlage eingeweiht. Kunst und Mode reichen sich in diesem futuristischen Bauwerk die Hand. Es befindet sich in Dongdaemun, der größten kommerziellen Gegend von Korea mit mehr als 25 Einkaufszentren und 30.000 Geschäften. Hier findet zwei Mal im Jahr, im März und im Oktober, die Seoul Fashion Week statt. In der restlichen Zeit ist die Straße der Laufsteg.

Dongdaemun Design Plaza
Shopping oder Diskotheken: Im Geschäftsviertel Dongdaemun sind viele Geschäfte bis um fünf Uhr morgens geöffnet.
Foto: Taesik Park / Shutterstock.com

Die Mütter des K-Pop

Bei der kuriosen Tour kann man die Cafés und Restaurants kennenlernen, die von den Familien der Stars geführt werden. Das italienische Restaurant Viva Pop zum Beispiel gehört der Mutter von Chan Yeol, Mitglied der Boyband EXO. Das gesamte Lokal ist mit Postern der Band geschmückt.

Es reicht, durch die Straßen von Sinsa-dong zu spazieren, um zu verstehen, warum die Koreaner die Könige des „Street-Style“ sind. Die auffälligste Straße ist Garosu-gil, ein kleiner Boulevard, kaum einen Kilometer lang und von Ginkgobäumen gesäumt. Cafés, Boutiquen und Kunstgalerien gibt es hier in Hülle und Fülle. Und „Fashionistas“ auf der Suche nach ihrem neuesten Wunschobjekt, sei es für ein Instagram-Foto in einem Modecafé oder für eine Vintage-Tasche. Für das Foto sollte man das Banana Tree aufsuchen, wo die Desserts in fotogenen Blumentöpfen serviert werden. Taschen gibt es im Simone Handbag Museum, ein originelles Gebäude in Form einer Tasche, das die Geschichte dieses Accessoires seit dem Jahr 1500 präsentiert.

Der Stadtteil Sinsa-dong gehört zum Bezirk Gangnam, dem Epizentrum des koreanischen Luxus und weltweit durch den einprägsamen Song von PSY bekannt. Sein „Oppa Gangnam Style“ ist immer noch das meistgesehene Video auf Youtube, mit mehr als 2663 Millionen Aufrufen. Das hat ihn zu einem der wichtigsten Repräsentanten des „Hallyu“ weltweit gemacht. Die „koreanische Welle“ stützt sich hauptsächlich auf den K-Pop (koreanische Popmusik) und die K-Dramen (Seifenopern). Bevor sie berühmt werden trainieren die Künstler wie Leistungssportler, manchmal schon im Alter von neun Jahren. Die Unterhaltungsindustrie investiert jedes Jahr Millionen in neue Massenidole. Man verlangt von ihnen, dass sie singen, schauspielern, tanzen und sogar mehrere Sprachen sprechen können, um auch auf anderen Märkten wie China oder Japan zu triumphieren.

BIGBANG
Die Mitglieder von BIGBANG werden als die Könige des K-Pop bezeichnet.
Foto: KOREA.NET via VisualHunt / CC BY-SA

Das Fremdenverkehrsamt „Visit Seoul“ schlägt uns verschiedene „Hallyu-Routen“ vor. Sie führen an den Schauplätzen erfolgreicher Serien und den Schönheitssalons der „Celebreties“ vorbei. Aber es gibt auch klassischere Sehenswürdigkeiten wie den N Seoul Tower, auf dem sich die Hauptdarsteller von „My love from the star“ treffen. Die erfolgreiche Serie beruht auf der Liebesgeschichte zwischen einem Außerirdischen und einer „Hallyu-Prominenten“, die sich zum ersten Mal auf einer Fähre auf dem Fluss Hangang küssen.

Pareja en la N Seoul Tower
Wie die Hauptdarsteller des K-Dramas „My love from the star“ vertiefen die Paare ihre Liebe mit einem Vorhängeschloss auf dem N Seoul Tower.
Foto: Panom / Shutterstock.com

Um das K-Pop-Phänomen wirklich zu verstehen, muss man es erleben. Bei K-live kann man dies in 4D tun. Ein einzigartiges Erlebnis, bei dem man sich mit lebensgroßen Bildern der südkoreanischen Idole fotografieren und ihre Musik bei einem Konzert genießen kann … aus Hologrammen natürlich. Wie gesagt, Seoul ist stets auf dem neuesten Stand der Dinge.

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