>>>Santiago ist eine Liebe auf den ersten Blick

Santiago ist eine Liebe auf den ersten Blick

Manche brauchen Zeit, um eine Stadt kennenzulernen, aber Santiago de Chile ist eine Liebe auf den ersten Blick. Wir besuchen die wichtigsten Orte der Stadt an zwei Tagen. Eine Romanze gegen die Zeit.
Jede Liebesgeschichte hat einen Beginn. Das Herz von Santiago de Chile befindet sich auf der Plaza de Armas. Er war es schon zur Kolonialzeit im 16. Jahrhundert und sogar früher. Wie die Historiker erzählen, wurde er auf einem Spielfeld aus der Inka-Zeit erbaut. Dort befinden sich die repräsentativsten Gebäude Santiagos, von der Kathedrale über das historische Nationalmuseum bis hin zum Palast La Moneda.
Tanzstunde im Kulturzentrum Gabriela Mistral
Foto: GAM

Sanhattan: ein Stadtteil im Stile New Yorks

So kennt man allgemein den Finanzdistrikt von Santiago. Seine verglasten Wolkenkratzer versetzen uns für einen Moment auf die Wall Street. Es gibt sogar ein World Trade Center. Es ist jedoch nicht das höchste Gebäude der Stadt. Dieser Titel geht an La Gran Torre de Santiago, der mit seinen 300 Metern das höchste Gebäude Lateinamerikas ist.

Zehn Minuten vom Herzen entfernt, befindet sich der Magen. Der Mercado Central wurde aufgrund seiner einzigartigen Metallstruktur zum Nationalmonument erklärt. Aber auch wegen seiner gastronomischen Delikatessen, zum Beispiel der Brühe aus Meeraal oder den Muscheln mit Parmesan, hätte er diesen Namen verdient.
Mit gefülltem Magen kann man mit dem Fahrrad in den verkehrsberuhigten Waldpark fahren. Dort können Sie das Museum der Schönen Künste oder das Kulturzentrum Gabriela Mistral besuchen. Nicht weit davon entfernt befindet sich das kürzlich eröffnete Museum Violeta Parra. Der Eintritt ist bis zum 31. Dezember frei. Das Museum gilt als Hommage an die erste chilenische Künstlerin, die ihre Werke im Pariser Louvre ausstellte.
Das Eis von Emporio La Rosa genießt man besser im Sitzen
Foto: Emporio La Rosa
Nach dem Eintauchen in die kulturelle Seite der Metropole wollen die berühmten Eissorten von Emporio La Rosa entdeckt werden. Geschmacksrichtungen wie Schokolade mit Pfeffer oder Rosenblätter sind schließlich ebenfalls Kunst. Daneben ist das Barrio Lastarria aufgrund der vielen Theater, Kinos und Restaurants eines der meistbesuchten Viertel. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen sind die Designergeschäfte, wo man echte Schmuckstücke wie die von Ají finden kann. Sich dort zu verlieren ist ein richtiges Abenteuer, vor allem sonntags, wenn sich die Gegend mit Antiquitätenhändlern füllt.
Patio Bellavista bei Nacht
Foto: Patio Bellavista
Und vor dem Abendessen noch ein Häppchen in The Clinic Bar in der Calle Monjitas. Es lohnt sich schon allein wegen der unterhaltsamen Speisekarte mit satirischen Zeichnungen über chilenische Politiker. Der Patio Bellavista ist ein Treffpunkt für die Jugend von Santiago mit unzähligen Gelegenheiten zum Essen. Ein guter Plan könnte ein Sandwich in der Altstadt sein, um die Party mit „piscolas“ in einer der Bars rund um den Patio zu beenden.
In Santiago schließen die Clubs erst spät im Morgengrauen. Zu Kräften kommt man am besten wieder mit einem Brunch. Herrlich schmeckt er auf einer Terrasse mit Blick auf die Stadt und die umgebenden Bergzüge wie zum Beispiel von Tramonto Bar & Terrace. Danach können Sie wie „Pretty Woman“ einkaufen gehen, denn die nahgelegene Avenida Vitacura ist auch als „Rodeo Drive von Santiago“ bekannt. Gehen Sie bis zur Kreuzung mit Alonso de Córdova, um die Boutiquen und Schuhläden zu entdecken.
Wir kehren ins Zentrum zurück, um uns auf den Aussichtspunkt des Cerro San Cristóbal im Parque Metropolitano zu begeben. Eine letzte kulturelle Haltestelle, bevor wir die bekannten „Terremotos“ von La Piojera trinken, ist La Chascona, das Wohnhaus-Museum des Poeten Pablo Neruda. Denn um uns von Santiago zu verabschieden, brauchen wir mehr als „Zwanzig Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung“.

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