>>>Rom: Auf ewig jung
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Rom: Auf ewig jung

Es ist die Ewige Stadt, denn hier verschmelzen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Auch wenn man Rom schon tausendmal besucht hat, die Stadt präsentiert sich immer wieder neu.
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hre Ruinen sind die Wiege für moderne Zeiten. Die Vía Apia entlangzulaufen und angesichts der Katakomben von San Calixto – 20 Kilometer Grabanlagen – zu erschaudern, ist ein zeitgenössisches Erlebnis. „Es gibt nichts Besseres, als einen Ort zu besuchen, der sich nicht verändert hat, um zu begreifen, wie sehr du dich selbst verändert hast“, sagte Nelson Mandela. In Rom geschieht das. Machen Sie die Probe: Folgen Sie Stendhals Spuren in „Promenades dans Rome“ (1928-1929) und erkunden Sie die sieben Hügel. Steigen Sie auf den Campidoglio und besichtigen Sie die Kapitolinischen Museen. In Italien erlitt Stendhal das, was später nach ihm benannt wurde: Das Gefühl, so sehr über etwas zu staunen, dass einem buchstäblich der Atem stockt, wird „Stendhal-Syndrom“ genannt. „Eine Überdosis Schönheit“ ist das, was man angesichts des Palatino, des Forum Romanum und des Circus Maximus, dem Ursprung der Stadt, fühlt.
Die literarischen Routen durch Rom folgen den Spuren von Alberti, Joyce, Goethe, Gogol, Andersen oder Stendhal.
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Eine Katzenstadt

Rom und die Katzen, das war schon immer eine besondere Beziehung. Die Tiere verstecken sich in den Ruinen und posieren als Modelle für Fotos und Postkarten. Besonders viele leben rund um den Largo di Torre Argentina. Der Platz im Stadtviertel Pigna ist das Refugium von rund 150 Katzen, die sich gerne fotografieren lassen.

Unumgänglich ist der „Guía literaria de Roma“, der literarische Stadtführer. „Ein Narr ist, wer andere Städte bewundert, ohne Rom gesehen zu haben“, schrieb Petrarca. Das Buch berichtet über zeitlose Orte, die von Schriftstellern der ganzen Welt bewundert wurden. „Die Stadt durch die Augen von Schriftstellern sehen, auf einer Reise in ihre Epochen und mit ihren Worten“, empfiehlt der Reiseleiter von EnRoma, einem Unternehmen, das verschiedene literarische Touren anbietet: „Schriftsteller mit spanischer Sprache, zeitgenössische, Lateiner aus dem alten Rom.“ Das Rom, das Dickens überraschte, die italienischen Stunden von Henry James oder die Lyrik, die Rilke so sehr faszinierte.
 
Die Katzenresidenz am Torre Argentina existiert seit 1929, dem ersten Ausgrabungsjahr. Zunächst waren die Tiere auf sich allein gestellt, später kümmerte sich eine Organisation um sie.
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Man darf Rom nicht verlassen, ohne das Kolosseum und den Trevi-Brunnen besichtigt und sich dabei wie Anita Ekberg gefühlt zu haben. Neu ist, dass man es mit sauberem Gesicht tun kann. Das Amphitheater wurde zwei Jahre lang restauriert. Dabei wurden die Strukturen verstärkt, die Fassade gereinigt und die Plätze, zu denen das Publikum Zugang hat, um 25 Prozent erweitert. Auch die Baugerüste am Brunnen sind nach jahrelangen Arbeiten endlich wieder verschwunden. Und die Skulpturen am „Quattro Fontane“, den vier Brunnen aus dem 16. Jahrhundert, wirken ebenfalls verjüngt.
Im Park Villa Gregoriana werden natürliche mit künstlichen Elementen kombiniert, zum Beispiel bei einigen Wasserfällen.
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Kleine Schätze in Sichtweite
Die Gärten der päpstlichen Sommerresidenz 1279 in der Stadt Castel Gandolfo außerhalb Roms sind seit zwei Jahren für die Öffentlichkeit freigegeben. Als der Direktor der Vatikanischen Museen, Antonio Paolucci, dies ankündigte, versicherte er, dass Papst Franziskus die „strahlende Kunst und die Pracht der Natur“ mit anderen teilen möchte. Der Rundgang beginnt im Barberini-Garten voller aromatischer Kräuter im Schatten einer sorgfältig gehegten Architektur, die auch als „zweiter Vatikan“ bekannt ist.
Mal abgesehen von den Neuheiten: Rom ist ewig, weil uns die Stadt kleine Schätze über den Vatikan oder das Pantheon hinaus schenkt. Stecken Sie beispielsweise Ihre Hand in die Bocca della Verità, den Mund der Wahrheit an der Kirche Santa Maria in Cosmedin, aber legen Sie vorher einen Halt am Tempel des Hercules Victor ein. Blicken Sie hinter die touristischen Attraktionen. Staunen Sie über das Verzücken der Heiligen Theresa in der Kirche Santa Maria della Vittoria. Besichtigen Sie Kirchen wie die Jesuskirche Il Gesù und die Santa Maria Maggiore. Und sehen Sie sich das EUR an, ein von Mussolini anlässlich der Weltausstellung 1942 (die wegen des 2. Weltkriegs nicht stattfand) geplantes Stadtviertel. Fahren Sie mit dem Fahrrad durch die Parkanlage Villa Borghese. Bummeln Sie durch das belebte Viertel Trastévere. Setzen Sie auf die Tiberinsel über und halten Sie sich an den letzten Ratschlag von Stendhal: „Ich bitte euch nicht, mir aufs Wort zu glauben, sondern lediglich, dass ihr die Augen öffnet, wenn ihr einmal in Rom seid.“

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