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Oscarverdächtige Reiseziele

In Los Angeles zeigen sich im Februar die beeindruckendsten Reiseziele der Welt - nämlich die Schauplätze der Filme, die einen Oscar gewinnen sollten.
Es gibt keinen Oscar für den besten Schauplatz oder Drehort. Aber es sollte ihn geben. Der Drehort gehört zur Geschichte und den Mythen vieler berühmter Filme. Er gehört manchmal genauso zum Team wie die Schauspieler. Einige der Filme, denen die Preise der Akademie verliehen wurden, bezeugen es.
Die Landschaften Kenias bilden die Kulisse für die Liebesgeschichte zwischen Meryl Streep und Robert Redford, die Sidney Pollak in „Jenseits von Afrika“ (1985) verwirklichte. In demselben Haus zu drehen, in dem die Schriftstellerin Isak Dinesen, die Hauptdarstellerin der Geschichte, lebte, trug dazu bei, ihn in einen erinnerungswürdigen Film zu verwandeln. Ein weiterer, teilweise in Afrika spielender Film, „Der englische Patient“ (1996), beginnt mit wunderschönen Dünenaufnahmen, die in der tunesischen Sahara gefilmt wurden. Die in Pienza, Montepulciano und Versilia gedrehten Szenen von Landschaften und Renaissancekirchen dienten wiederum dazu, der Welt die ländliche Schönheit der italienischen Toskana nahezubringen, eines der vom Kino am meisten begünstigten Reiseziele.
„Annie Hall“ ist nach Auffassung der Gewerkschaft der nordamerikanischen Drehbuchautoren (WGA) „das lustigste Drehbuch aller Zeiten“.
Die Dünen der Wüste Jordaniens waren die Auserwählten, damit Peter O’Toole meisterhaft auf dem Rücken eines Kamels „Lawrence von Arabien“ (1962) verkörperen konnte. Um die Innenräume der arabischen Paläste darzustellen nutzte der Regisseur David Lean mehrere Standorte in Sevilla (Spanien).
Die afrikanischen Landschaften haben in großen Filmen eine Hauptrolle gespielt. Hingegen ist eine der spektakulärsten Sagen der vergangenen Jahre, „Der Herr der Ringe“, unzweifelhaft mit den verschneiten Bergen und grünen Tälern von Neuseeland verbunden. Dank Regisseur Peter Jackson, der dort geboren wurde.
Der erste Stern auf dem Walk of Fame wurde im März 1960 dem Regisseur Stanley Kramer gewidmet.
Foto: Andrew Zarivny / Shutterstock.com
Wenn die Fiktion echte Geschichten nachstellt, garantiert das Drehen an den Originalschauplätzen, die Glaubwürdigkeit und damit Erfolg. Aber diese Drehs sind häufig mit langen Verhandlungen verbunden. Glücklicherweise erteilten die chinesischen Behörden Bernardo Bertolucci eine Genehmigung, um „Der letzte Kaiser“ (1987) in den Kaiserpalästen der Verbotenen Stadt in Peking zu drehen.
Audrey Hepburn war die Hauptdarstellerin von „My Fair Lady“, ihre Stimme wurde in den Liedern jedoch von der Sängerin Marni Nixon gedoubelt.
Wie auch „Der letzte Kaiser“ wurde „Braveheart“ (1995) mit einem Oscar für den Besten Film ausgezeichnet. Sein Regisseur und Hauptdarsteller Mel Gibson beschloss, die Heldentaten von William Wallace für die Unabhängigkeit Schottlands in den überwältigenden Naturlandschaften von Glencoe und Glen Nevis in den schottischen Highlands zu drehen, wo die Figur kämpfte und starb. Ein weiterer epischer Film, der an natürlichen Schauplätzen gedreht wurde, ist „Der mit dem Wolf tanzt“ (1990). In den Steppen von South Dakota, wo Kevin Costner diese Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Soldaten und den Indianern drehte, leben noch heute zahlreiche Bisonherden.
Die städtischen Schauplätze haben ebenfalls in vielen Filmen eine bedeutende Rolle eingenommen. Die Filme Woody Allens wären ohne New York nicht dasselbe. „Annie Hall“ (1978) ist einer dieser Filme, der die Stadt am besten portraitiert hat. Wenn er dank ihm seine beiden ersten Oscars als Regisseur und Drehbuchschreiber gewann, so schenkte ihm Paris Jahre später einen weiteren Oscar. „Midnight in Paris“ (2011) ist einer der vielen Filme, der von der französischen Hauptstadt inspiriert wurde. Paris ist mit Sicherheit eine der filmreifsten Städte des Planeten. Auch wenn ihr Rom in diesem Sinne in nichts nachsteht: Dank „Ein Herz und eine Krone“ (1953) mit Audrey Hepburn und Gregory Peck hatte Rom im Herzen aller Zuschauer bereits den Oscar sicher.

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