>>>Nächster Halt – Zukunft

Nächster Halt – Zukunft

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein! Es ist der Hyperloop, der erste fliegende Zug. 1200 Stundenkilometer schnell. Einmal blinzeln und schon ist er vorbei.
30 Minuten dauert die Aktualisierung der neuesten Windows-Version und das neunte Album der Beatles „Yesterday and today“. Und genauso lange wird es 2021 dauern, von Los Angeles nach San Francisco zu fahren. Nur halb so lang, wie man derzeit mit dem Flugzeug braucht. 600 Kilometer in einer halben Stunde. Die Verbindung zwischen diesen beiden Städten ist die erste Linie, die der von der nordamerikanischen Firma Hyperloop One entwickelte Hochgeschwindigkeitszug abdecken wird. Er erreicht 1200 Stundenkilometer. Schlechte Neuigkeiten für den japanischen Maglev, bis dato der schnellste Zug der Welt. Hyperloop wird seinen Geschwindigkeitsrekord verdoppeln.
Der für Ende des Jahres vorgesehene Test unter realen Bedingungen ist mit Kosten in Höhe von 80 Millionen Dollar veranschlagt.

Der Hyperloop in Zahlen

Die einzelnen Kapseln werden 37 Kilometer voneinander entfernt sein. Die Abfahrten erfolgen alle zwei Minuten. Die Kapseln sind 1,30 Meter breit und rund 1,10 Meter hoch. Sie bieten Platz für bis zu 28 Passagiere.

Die Entscheidung zwischen Fenster- oder Gangplatz ist Vergangenheit. Die Passagiere reisen in speziellen Aluminiumkapseln, die bei sehr geringem Druck durch auf Pfeilern gestützte Röhren schweben. Wie? Das System ist ähnlich wie beim Flugzeug, das seine Passagiere bei 900 Stundenkilometern befördert. Diese Geschwindigkeit wird durch die große Höhe und den dadurch geringeren Luftwiderstand erzielt. Die Idee von Hyperloop One war, dieselbe Umgebung zu schaffen: Die Kapsel schwebt durch das Innere einer Vakuumröhre. Eine futuristische Technologie, die dank der Nutzung von erneuerbaren Energien (Sonnen-, Wind- und kinetische Energie) die Umwelt schont. Damit wird das Röhrentransportsystem der TV-Serie „Futurama“ Realität. In der Trickfilmserie von Matt Groening reisen die Einwohner einer Großstadt im 31. Jahrhundert bei Supergeschwindigkeit durch pneumatische Röhren.
„Es ist ein Hybrid zwischen einem Hochgeschwindigkeitszug, einer Concorde und einem Air-Hockey-Tisch.“ So definiert der Südafrikaner Elon Musk, ein technologischer Visionär, seine Idee, die er seit 2013 umsetzt. Es ist nicht seine erste geniale Idee: Er gründete PayPal, produziert Elektroautos und beliefert die Internationale Raumstation mit seinen eigenen Raketen. „Elon Musk wird die Zukunft der Menschheit verändern. Ich würde ihm mein gesamtes Vermögen geben.“ Das sagte Larry Page, CEO und Gründer von Google.
Es sollen auch größere Kapseln für den Transport von Fahrzeugen entwickelt werden.
Der Zug wird ab 2019 seine Fracht befördern. Die erste Testfahrt fand bereits in der Wüste Nevadas statt. Mit der Konstruktion von Schienen, auf denen ein Prototyp von der Größe eines Autos in zwei Sekunden 190 Stundenkilometer erreichte, setzte das Team seine Theorie in die Praxis um. Für Ende des Jahres ist ein Test mit realer Geschwindigkeit in einer zwei Kilometer langen Röhre geplant. Es sind die ersten Testfahrten eines Projekts, das mehr als 10 Millionen Menschen pro Jahr befördern soll. Wo? Hyperloop startet seinen Betrieb in Kalifornien, aber wie sein Entwickler versichert, ist jede Strecke unter 1500 Kilometern rentabel.
Laut Elon Musk wird der Hyperloop nach Eisenbahn, Schiff, Auto und Flugzeug das fünfte Transportmittel sein.
Wie viel? Hyperloop, das klingt nach Preisen, die genauso enorm sind wie seine Geschwindigkeit. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. „Durch die Nutzung eines Levitationssystems sind keine Elektrostationen erforderlich. Daher hält dieses System die Baukosten gering“, erklärt der Geschäftsführer des Start-ups, Bibop Gresta. Musk kalkulierte die Kosten der Verbindung Los Angeles–San Francisco mit 6000 Millionen Dollar. Für den Reisenden entspräche dies einem Fahrpreis von 20 Dollar. Eine unbedeutende Summe, mit der ein Traum vieler Menschen (beinahe) zur Realität wird: die Teletransportation.

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