>>>Möchten Sie ein „Wwoofer“ sein?
Die Länder mit den meisten Freiwilligen im Rahmen von WWOOF sind Frankreich, Spanien, Großbritannien, Deutschland und Portugal.

Möchten Sie ein „Wwoofer“ sein?

Wir fragen nicht danach, ob Sie auf Zucker verzichten oder sich mit einem Kanu in eine Schlucht stürzen möchten. Nur, ob es Ihnen gefallen würde, eine Reise mit Volunteering zu verbinden.
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ls Studentin der Umweltwissenschaften wollte ich mehr über ökologische Landwirtschaft erfahren. Da ich in einem Vorort von Toronto lebe, habe ich dazu nicht viele Gelegenheiten. Das „Wwoofing“ gab mir die Möglichkeit, eine etwas andere Reiseerfahrung zu machen und Australier an ihrem Lebensort kennenzulernen. Ihr Wunsch, ihre Leidenschaft für eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft zu teilen, bekräftigte meine Ansicht, dass wir alle etwas dazu beitragen müssen, wenn wir wollen, dass sich die Welt ändert“, erzählt die kanadische Freiwillige Candy, nachdem sie ihre Arbeitskraft gegen Unterkunft und Verpflegung auf einer der vier Öko-Farmen eingetauscht hatte, die dem Verband World Wide Opportunities on Organic Farms (WWOOF) angeschlossen sind.

 

1971 von einer Londoner Sekretärin gegründet, ist WWOOF eine der vielen Chancen, die sich denjenigen bietet, die andere Länder und Kulturen kennenlernen und gleichzeitig für eine gute Sache oder in einem Projekt mitarbeiten möchten, das einer NGO angeschlossen ist, auch wenn es sich nicht um eine Notlage handelt. Neben den Bauernhöfen bietet das irische Help Stay die Option, auf Weinbergen oder Farmen, in Schulen, Hostels, Kunst- oder Surfzentren und sogar in Klöstern und Kibbuzen zu arbeiten. So kann man beispielsweise Tiere in einem Zentrum in Indonesien pflegen, Bier in Ecuador brauen oder Musik in einer Schule in Tansania unterrichten.

Chico dando leche a una cría
Mehr als 20.000 Farmen sind bei WWOOF registriert und haben bisher 100.000 freiwillige Helfer aufgenommen.
Foto: GillianVann / Shutterstock.com

Gegen Gebühr oder kostenlos

Einige Initiativen verlangen eine Gebühr oder eine Kommission, wenn ein freiwilliger Helfer ein interessantes Projekt findet, es gibt aber auch kostenlose Organisationen wie Volunteers Base oder Giving Way. Letztere finanziert sich mit Serviceleistungen im Rahmen der Reise, die für die Freiwilligen organisiert wird.

Diese Programme sind keine Charterreisen, bei denen sich eine Organisation um den Transport kümmert. Die freiwilligen Helfer organisieren und bezahlen ihre Reise selbst und erhalten im Gegenzug für vereinbarte Arbeitsstunden ein Bett und Verpflegung, außerdem erzählen ihnen ihre Gastgeber etwas über ihr Land, ihre Bräuche und ihre Arbeit.

Es ist eine ökonomische Form des Reisens und gemeinsamer Erlebnisse auf Basis von Mitarbeit. „Es gibt viele gute Ideen, die aus der Welt einen besseren Ort machen könnten, aber man kennt sie nicht oder sie werden nicht umgesetzt“, erklärt der Israeli Ami Dar, Gründer von Idealist.org, eine der beliebtesten dieser Websites, über die man über 100.000 Organisationen auf der ganzen Welt kontaktieren kann.

Chico leyendo un libro a unos niños
Man braucht keine Arbeitsgenehmigung für das Gastgeberland, da man für seine Arbeit keine Vergütung erhält.

In manchen Fällen sind fachspezifische Kenntnisse erforderlich, aber die üblichen Optionen, sich den Aufenthalt in einem Land (mithilfe von Arbeit) zu verdienen, erfordern kein technisches Know-how: Hilfe bei der Weinlese, Pflanzen von Bäumen oder andere Arbeiten auf dem Land oder mit Tieren oder Unterricht in der eigenen Muttersprache. GoCambio beispielsweise bringt reiselustige Menschen mit anderen zusammen, die gegen zwei Stunden Sprachunterricht am Tag eine kostenlose Unterkunft anbieten.

Voluntarios en un comedor
Jede Einrichtung vereinbart mit ihren Helfern eine Mindest- und Höchstlänge für den Aufenthalt, die täglichen Arbeitsstunden und freie Wochentage.

Das brasilianische Portal Worldpackers, gegründet von Riq Lima und Eric Faria, dient als Nexus zwischen Herbergen und Hostels und Reisenden, die sich ihre Übernachtung mit Arbeit an der Rezeption, mit Putzen oder als Reiseleiter verdienen. Es werden aber auch Arbeiten in sozialen Netzwerken, als Fotograf, Koch oder Handwerker angeboten. Wer sich für WWOOF interessiert, sollte es einfach mal ausprobieren. Die Gründer von Worldpackers fügen hinzu: „Das Leben besteht aus Lernen, Teilen und Reisen.“

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