>>>Die Eroberung Amerikas
Foto: K. Ciappa for Visit Philadelphia™

Die Eroberung Amerikas

Philadelphia – das bedeutet Rocky Balboa, Al Capone, Cheesesteak und Benjamin Franklin. Aber es gibt noch eine Besonderheit: sie trägt als erste Stadt Nordamerikas den Titel UNSECO-Welterbe.
Die Independence Hall war der Anfang. Denn in diesem roten Backsteingebäude unterzeichneten die Begründer der amerikanischen Demokratie 1776 die Unabhängigkeitserklärung. Elf Jahre später setzte Präsident George Washington hier seine Unterschrift unter die Verfassung der USA. Die Independence Hall gilt als die Wiege der Vereinigten Staaten Amerikas. Seit 1979 ist sie deshalb ein von der UNESCO gewürdigtes Monument – und erfüllt damit die Voraussetzung, Welteerbe zu werden.
Hoch oben auf der Treppe des Philadelphia Museum of Art sind Rockys Fußspuren in Bronze gegossen.
Foto: G. Widman for Visit Philadelphia™

Die Bedeutung der UNESCO

Die Ernennung zum Welterbe ließ den internationalen Tourismus um mindestens zehn Prozent pro Jahr ansteigen. Das ergab eine Untersuchung von Global Philadelphia. Der Inlandstourismus nahm um zwei Prozent zu. Ingesamt nahm die Stadt 250 Millionen Dollar mehr ein als zuvor.

Aber Philadelphia hat mehr als nur Geschiche zu bieten. Die Stadt liegt im Nordosten des Landes zwischen New York und Washington D.C., direkt am Delaware River. Die Mischung aus Wolkenkratzern und Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert wird von grünen Alleen durchzogen und von vielen Museen geschmückt.
Philadelphia ist eine große Kunstausstellung: Neben den Dauerausstellungen – die die größte Gemäldesammlung von Rodin außerhalb Frankreichs umfasst – empfangen Sie im Jahr 2016 Picasso, Matisse und Modigliani bei einer dem spanischen Meister gewidmeten Ausstellung mit über 50 Werken aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (The Barnes Foundation, 21. Februar bis 9. Mai). Es fehlen auch nicht Diego Rivera, José Clemente Orozco und David Alfaro Siqueiros, die „Drei Großen“ des mexikanischen Modernismus. Ihre „Gemälde der Revolution“ sind von Oktober 2016 bis Januar 2017 im Philadelphia Museum of Art ausgestellt.
Zelle, in der Al Capone von 1929 bis 1930 einsaß.
Foto: M. Fischetti for VISIT PHILADELPHIA®
In Philadelphia befinden sich auch die 72 berühmtesten Treppenstufen der Welt. Sylvester Stalone sprintete sie beim Training für die Darstellung von Rocky hinauf zur Südfassade des Philadelphia Museum of Art. Auch gibt es die prächtige Gefängniszelle im Eastern State Penitentiary, in der Al Capone acht Monate zwischen exotischen Perserteppichen, einem Schreibtisch, einem Radio mit Walzermusik und zahlreichen Ölgemälden seine Strafe absaß.
2015 wurde das erste Festival zu Ehren des 1930 erfundenden Cheesesteaks gefeiert.
Foto: R. Kennedy for VISIT PHILADELPHIA®
Aus gastronomischer Sicht ist Philadelphia die Heimat von Donut und Cheesesteak. Ohne den Donut, eine holländische Erfindung aus dem 17. Jahrhundert, ist kein amerikanisches Frühstück mehr vorstellbar. Das Cheesesteak hingegen drückt dem schnellen Mittagessen auf der Straße einen gastronomischen Stempel auf. Es handelt sich um eine Art Sandwich mit kleinen Fleischstreifen und geschmolzenem Käse. Sein Tempel ist John’s Roast Pork (14 Snyder Avenue).
Die Stadt der brüderlichen Liebe – so wurde sie von William Penn getauft, der „philos“ (Liebe) und „adelphos“ (Bruder) miteinander verband – hat aber noch viel mehr Attraktionen: Die Freiheitsglocke, das Haus von Benjamin Franklin, die US-Notenbank, das Haus von Betsy Ross, die Frau, die die erste amerikanische Flagge nähte, und die American Football Liga machen Philadelphia im Jahr 2016 zu einem erlebnisreichen Reiseziel.