>>>Kotor, die (ehemalige) große Unbekannte

Kotor, die (ehemalige) große Unbekannte

Se ha colado en todos los ránkings de “lugares que visitar en 2016”, por eso tienes que ir antes de que se ponga (aún más) de moda.
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ames Bond war nie in Montenegro. Aber auch so konnte das Hotel Splendido in Kotor nach der Premiere von „Casino Royale“ das Schild „voll belegt“ an die Tür hängen. Die Szenen, die in der „neuen Perle der Adria“ spielen, wurden eigentlich in der Tschechischen Republik gedreht. Aber wer auf der Suche nach den Filmlocations nach Montenegro in das Hotel in der Bucht von Kotor reiste, wurde nicht enttäuscht. Er fand zwar keine Spur des Agenten 007, aber einen guten Ersatz: ein beinahe unbekanntes Paradies.
Der Waffenplatz hat seinen Namen aus der venezianischen Zeit. Damals wurden dort Waffen gewartet und aufbewahrt.
Foto: Nightman1965 / Shutterstock.com

Geschäfte bleiben besser in der Familie

Die Mühle der Familie Stari Mlini versorgte die Nachbarschaft mit Mehl. Das war im Jahr 1700. Dreihundert Jahre später eröffnete eine andere Familie ein „charmantes“ Restaurant neben der Mühle. Sie verspricht Gourmet-Küche und Blick auf die Bucht. Gäste des Stari Mlini können mit ihrem Boot direkt an der Anlegestelle des Restaurants anlegen.

Kotor wurde 1979 zum UNESCO-Welterbe erklärt, aber wenig später zerstörte ein Erdbeben große Teile der Altstadt. Es dauerte nur zehn Sekunden, die Auswirkungen betrafen aber fast das ganze Land, damals noch ein Teil von Jugoslawien. Über 1600 Monumente wurden beschädigt. Mithilfe der UNESCO konnte ein großer Teil dieser Schätze wieder aufgebaut werden. Einige, wie die Kathedrale San Trifón, stehen bereits wieder. Die romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert wurde zu Ehren des Schutzheiligen der Stadt auf den Überresten eines alten Tempels errichtet. Die radikalste Restaurierung – nach dem Erdbeben von 1667 – versah sie mit zwei neuen Türmen im Barockstil. Die Kathedrale weist viele der architektonischen Stile auf, die die Stadt geprägt haben und die ihre stürmische Vergangenheit widerspiegeln. Sie gehörte zum byzantinischen Imperium, Justinian I. gab den Bau der charakteristischen, mehr als vier Kilometer langen Stadtmauern in Auftrag. Mit ihren Straßen, Palästen und Plätzen bewahrt die Stadt außerdem die Zeichen ihrer venezianischen Vergangenheit.
Erdbeben und Invasionen haben den historischen Stadtkern zu einem einzigartigen Labyrinth gemacht: ein unüberschaubarer Komplex aus gepflasterten Gassen, Kunsthandwerksläden und Cafés. Der Waffenplatz ist der bedeutendste, hier befindet sich auch der Uhrenturm. Gegenüber dem Turm stehen der Bizanti- und der Beskuća-Palast. Beide gehörten reichen Familien, die aber paradoxerweise nicht viel Glück hatten. Graf Jozo hatte sich vorgenommen, hundert Häuser zu besitzen. Lustigerweise bedeutet sein Name „Beskuća“ auf Deutsch „ohne Haus“. Obwohl er diesen Namen änderte, gelang es ihm nicht, sein ehrgeiziges Vorhaben umzusetzen.
Das Menü des Restaurants Stari Mlini basiert auf regionalen Produkten und fangfrischen Meeresfrüchten.
Oberhalb der Stadtmauern wacht die Festung San Ivan über Kotor. Man erreicht sie über rund 1500 Treppenstufen und Wegen auf der Mauer. Von seiner Aussichtsplattform aus hat man den schönsten Blick auf Kotor. Die roten Häuserdächer leuchten zwischen Bergen und Meer. Die befestigte Stadt erhebt sich über der Bucht von Kotor, die gelegentlich als „größter Fjord im Süden Europas“ bezeichnete wird, auch wenn es sich dabei gar nicht um einen Fjord handelt. Der Hafen bleibt bislang noch von den großen Kreuzfahrtschiffen verschont, die die dalmatische Küste entlangfahren.
Die Stadt ist umgeben von Bergen wie dem Lovcen, dem “schwarzen Berg“, von dem das Land Montenegro seinen Namen hat.
Foto: Ranko Maras
 

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