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Paolo Fanale
Opernsänger
"Ich lebe von der Kunst“

 

 

Text: Guadalupe Rodríguez
Fotos: Carlos Luján
Video: Juan Rayos

Der italienische Tenor Paolo Fanale steigt von der Bühne im Operntheater München, um uns bei einem Rundgang durch die Kunst- und Kulturszene der deutschen Stadt zu begleiten.

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Städtische Galerie im Lenbachhaus

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ie Generalproben der Pariser Oper wühlen die sozialen Netzwerke üblicherweise nicht auf. Aber ein junger italienischer Tenor tat es ganz unabsichtlich, als er „Stabat Mater“ von Rossini in einem engen T-Shirt sang, das den Blick auf eine Tätowierung erhaschen ließ. „Ein Gott des Stadions mit einer göttlichen Stimme.“ So wurde Paolo Fanale gefeiert, nachdem das Video seines Auftritts auf Youtube zum Erfolg geworden war. Als Beispiel der Neuerungen, die die Oper in der ganzen Welt erfährt, führen wir mit ihm ein Gespräch in München, wo er zusammen mit der Bayerischen Staatsoper an der Vorführung von „Cosi fan tutte“ von Mozart beteiligt ist.

Wie die Stadt verbindet auch Paolo Fanale Klassizismus und Modernität: „München ist eine perfekte Mischung aus Moderne und Geschichte. Ich erkenne mich in ihr wieder, weil ich mich sehr modern fühle, meine Arbeit jedoch historisch und gleichzeitig aktuell ist. München ist eine ruhige, sichere, hübsche Stadt. Man könnte sie fast als perfekt bezeichnen.“

"München ist eine perfekte Mischung aus Moderne und Geschichte."

Fanale ist auf leichte lyrische Tenor-Rollen spezialisiert. Der Wunsch seines Vaters, er solle Klavierspielen lernen, zeichnete seinen Weg vor, da er dadurch die Oper entdecken konnte. Sein Debüt mit 25 Jahren in Palermo im Jahr 2007 war der erste Schritt einer Karriere, die sich im Metropolitan in New York, im Gran Teatre del Liceu in Barcelona oder der Oper in Helsinki fortgesetzt hat. Fanale gibt zu, dass die Oper derzeit einen delikaten Moment mit einer Erneuerung des Theaters erlebt, in dem jedoch weiterhin große Projekte durchgeführt werden und großartige Künstler hervorgehen. “Ich bin Fan von Roberto Alagna. Es handelt sich um einen Sänger, den ich sehr mag, auch weil er aus meiner Heimat Sizilien stammt.”

Diese meteoritenhafte Karriere hat ihren Preis. Im vergangenen Jahr war er insgesamt nur einen Monat in seiner Heimat Marsala. “Ich bin ein Opernsänger und arbeite im Theater. Durch diese Arbeit habe ich die Gelegenheit, viel zu reisen. Der einzige Nachteil ist, dass ich weit weg von meiner Familie bin. Das ist der Preis, der bezahlt sein will”, gibt er zu.

 

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Bayerische Hof Hotel

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Hofgarten

Ludwig Beck

Frauenkirche

BMW

Hotel Opéra

Hofbräuhaus

Jedes Werk erfordert zwischen zehn Tagen und drei Wochen Aufenthalt in einer anderen Stadt, in denen Proben und Vorstellungen sowie zusätzliche Konzerte und andere berufliche Verpflichtungen stattfinden. “Man verbringt lange Stunden im Theater, aber ich kann die Wissbegierde nach dem, was in mir steckt, nicht unterdrücken und nehme mir einfach die Zeit. Wenn ich in einer Stadt wie dem schönen München bin, versuche ich, ihre Kultur und Bräuche kennenzulernen, denn ich lebe von der Kunst“, versichert er.

“Diese Stadt bietet viel. Als ich zum ersten Mal hierher kam, dachte ich: Mamma mia! Das ist eine unglaubliche Stadt. Wenn ich hier bin und die Gelegenheit habe, besuche ich immer ein Konzert oder eine Ballettvorstellung. Jeden Tag wird Kunst geboten. Liebhaber der klassischen Musik sollten auch das Warenhaus Ludwig Beck am Marienplatz besuchen. Ein absolut göttlicher Ort.”

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Bayerische Staatsoper

“München ist voller Geschichte und Kunst”, betont Paolo Fanale. Obwohl er sich mit seinem ebenfalls sizilianischen Pressechef Scherze über die Rivalität zwischen den beiden Fußballteams der italienischen Insel nicht verkneifen kann, gibt er zu, dass er kein Fußballfan ist. Autos hingegen sind ein anderes Thema. Als „hypertechnologisch und funkelnd“ beschreibt er des BMW-Museum, das die Geschichte der Marke von der Herstellung von Motoren und Flugzeugen bis hin zu den heute verkauften Fahrzeugen zeigt. Getreu der Dichotomie zwischen Moderne und Klassizismus zögert er nicht, eine Sekunde später das Münchner Stadtschloss mit dem Residenzmuseum als „einen der schönsten Paläste Europas“ zu loben. Und kommentiert gleich darauf entzückt die dekorativen Einzelheiten des Operntheaters, das einstmals unter der Leitung von Richard Strauß stand und wo Opern von Richard Wagner uraufgeführt wurden. „Ein Ort, der mich fasziniert, ist das Lenbachhaus, die frühere Künstlerresidenz und berühmte Kunstgalerie mit Werken ab dem 19. Jahrhundert”, fügt er hinzu.

Adressbuch

Promenadepl. 2-6
Max-Joseph-Platz 2
Am Olympia Park 3
Fraunhoferstraße 32
Prinzregentenstraße 1
St.-Anna-Straße 10
Viktualienmarkt 6
Marienplatz 11
Residenzstraße 1
MU5246

Odeonsplatz

“München ist voller Geschichte und Kunst“
MU5928

Olympiapark

“Ein weiterer Ort, den man auch unbedingt gesehen haben muss, ist die wunderbare Frauenkirche, von der behauptet wird, dass darin ein Teufelstritt zu sehen ist”, empfiehlt der Tenor. Die Legende besagt, dass der Teufel wütend aufstampfte, als er vom Architekten betrogen wurde, der ihm versprach, eine Kirche ohne Fenster zu bauen, wenn er sich nicht in die Bauarbeiten einmischte. “Vielleicht stimmt es ja”, witzelt er.

Paolo Fanale beendet seinen Rundgang durch die Sehenswürdigkeiten Münchens mit einer gastronomischen Empfehlung: “Jeder Besucher sollte eine Brezel essen und ein Bier trinken. Es sind die besten der Welt!” Er gibt zu, dass körperliche Disziplin in seinem Beruf sehr wichtig ist. Aber zu einem guten Bier kann er nicht Nein sagen. Noch ein Pakt mit dem Teufel?

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Sammlung Brandhorst

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