>>>In Madrid dauert die Weihnachtszeit länger
Foto: Paolo Giocoso ©Madrid Destino

In Madrid dauert die Weihnachtszeit länger

Nirgendwo auf der Welt hält der Geist der Weihnacht so lange an wie hier. Lichter, Feierlichkeiten und kulturelle Veranstaltungen füllen die Festtage, die auch mit dem neuen Jahr nicht enden. Madrid liebt Weihnachten und verlängert es bis zum 6. Januar .
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ehr als 70 Länder nehmen an einer Messe teil, die ihrer Vielfalt und der Jahreszeit wegen zu den behaglichsten der spanischen Hauptstadt zählt. Wir sprechen vom Internationalen Weihnachtsmarkt der Kulturen. Vom 14. bis 23. Dezember findet im Kulturzentrum Matadero die vierte Ausgabe von „La Navideña“ statt – mit mehr als 300 Veranstaltungen und dem internationalen Weihnachtsmarkt. Madrid verpflichtet sich jederzeit der Gastfreundschaft. Deshalb ist neben den traditionsreichen gerösteten Kastanien auch Platz für Produkte aus der ganzen Welt. Eine Möglichkeit, die Bräuche anderer Länder willkommen zu heißen und zu bewahren.

Der Weihnachtsmarkt par excellence ist jedoch ohne Frage der auf der Plaza Mayor. In den Hunderten von Ständen findet man neben klassischen Krippenfiguren auch absurdeste Perücken, die während der Feiertage die Köpfe von Familien und Freundeskreisen schmücken. Die lebendige Atmosphäre Madrids macht es möglich. Niemand wird hier verspottet.

Markt auf der Plaza Mayor
Plaza Mayor
Foto: Álvaro López © Madrid Destino

Etwa fünf Minuten von der Plaza Mayor befindet sich das Teatro Real, eine der Institutionen für darstellende Kunst in Spanien. Hier erklingen an Heiligabend Weihnachtsmusik von Tschaikowsky und weihnachtliche Lieder aus der ganzen Welt. Am nächsten Tag sind dann Hollywood und Filmsoundtracks an der Reihe.

Durch die Öffnung für andere Stimmen und Stile zeigt sich Madrid in der 24. Ausgabe des Festivals „Los grandes del góspel“ als die multikulturelle und gastfreundliche Stadt, die sie auch ist. Eine generationsübergreifende Erfahrung, ergänzt durch Begegnungen zwischen Künstlern und Publikum. Das Festival endet am 16. Dezember .

Im Laufe des Dezembers wird die Hauptstadt zunehmend festlicher. Hier wird Silvester nicht – wie man es üblicherweise kennt – einmal gefeiert. Auch nicht zweimal. Es besteht die Möglichkeit, dreimal an der Puerta del Sol anzustoßen. Traditionellerweise werden um 00:00 Uhr des 31. Dezembers 12 Trauben gleichzeitig mit den letzten 12 Sekunden des Jahres gegessen. Eine Stunde später, und als Neuheit in diesem Jahr, werden die Glocken wieder läuten, und zwar wenn die Kanarischen Inseln das Jahr 2019 beginnen.

Allerdings ist der erste Abschied des Jahres an der Puerta del Sol dank einer Generalprobe, die die Jugendlichen der Stadt anberaumt haben und bei der sie Trauben gegen Geleebohnen tauschen, schon am 30. Dezember . Wer keine zur Hand hat, braucht sich aber nicht zu sorgen: Es wird einige Madrilenen geben, die mehrere Dutzend dabei haben. Und wer es nicht rechtzeitig zur Puerta del Sol schaffen, braucht sich auch nichts zu denken. Auf der Terrasse eines Freundes, inmitten eines Musicals auf der Gran Vía oder auf dem Dach eines Hotels weiß man auch, wie die letzte oder vorletzte Nacht des Jahres gefeiert wird.

San Silvestre road race
San Silvestre wird seit 1964 jeden 31. Dezember gefeiert
Foto: ©San Silvestre

Ebenfalls am Nachmittag des 31. Dezembers „besetzt“ eine weitere Tradition die Straßen. Es handelt sich um San Silvestre, den beliebtesten Straßenlauf der Stadt. Mehr als 40.000 Teilnehmer legen zehn Kilometer zurück, und kombinieren dabei Turnschuhe mit Weihnachtsmützen oder Rentierhörnern. So kann in Madrid eine sportliche Betätigung jederzeit in eine Feier münden, bei der man Menschen kennenlernen kann.e.

Der letzte Schliff zur Weihnachtszeit in Madrid findet am Vorabend der Ankunft der Heiligen Drei Könige statt. Am Nachmittag des 5. Januar steht die Stadt still und macht Platz für die „Majestäten“. Sie bringen die Geschenke, die am nächsten Morgen geöffnet werden. In einem traditionellen Festzug werden den Teilnehmern Süßigkeiten zugeworfen. Auch Konfetti darf dabei nicht fehlen. Zum letzten Mal trägt die Stadt nun ihre Festtagskleidung – bis zum nächsten Weihnachten.

 

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