>>>„Ich werde immer reisen und meine Schere mit mir.“
Miguel Gutierrez, ‘The Nomad Barber’

„Ich werde immer reisen und meine Schere mit mir.“

Mit seiner Schere im Gepäck beschloss Miguel Gutierrez, ein Barbier aus Liverpool, um die Welt zu reisen und die Geheimnisse seines Berufs zu erkunden. Seine Reise zu den Orten mit der längsten Tradition in diesem Handwerk hat er auf seinem Youtube-Kanal in der Webserie „Nomad Barber“ dokumentiert, die über 6 Millionen Mal angeklickt wurde.
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ie Idee kam ihm in einem Café: Haare schneiden an unglaublichen Orten. Sie war der Anfang eines Projektes, das ihn auf einer zwölfmonatigen Reise durch 30 Länder führte. Die Entdeckung der Kultur der Rasur, die auf das Jahr 3500 v. Chr. zurückgeht und auf fünf Kontinenten verbreitet ist – in der Türkei, Australien und Indien genauso wie in Nord- und Südamerika.

Was wollten Sie auf Ihrer Reise lernen?

Ich wollte den Beruf des Barbiers von seiner kulturellen Seite kennenlernen. Die Techniken sind auch interessant, aber ich wollte vor allem erfahren, wie die Menschen auf der ganzen Welt den Beruf des Barbiers sehen.

Um seine Haarschnitte zu dokumentieren, suchte Miguel sich stets die beeindruckendsten natürlichen oder urbanen Landschaften aus.

Welche Utensilien zum Rasieren und Haareschneiden haben Sie immer im Koffer?

Ich habe immer zwei Haarschneidemaschinen, zwei Konturenschneider, meine Schere und meine Kämme dabei.

„Ich wollte wissen, wie die Menschen auf der ganzen Welt den Beruf des Barbiers sehen.“

Was ist das Beste daran, Barbier zu sein?

Die Interaktion mit den Kunden. Sie können zu Freunden werden und man kann ihnen den Tag mit einem tollen Service versüßen. Bei einem Barbierbesuch brauchen sich die Männer nur zu entspannen und zu unterhalten.

Wie hat dieses Abenteuer Ihre berufliche Tätigkeit beeinflusst?

In unseren Läden bieten wir Rasuren und Serviceleistungen, die durch Barbershops auf der ganzen Welt inspiriert wurden, ohne das auf einen Ort einzugrenzen. Wir probieren verschiedene Dienstleistungen aus, die ich kennengelernt habe, und beziehen sie in unseren Service ein. Alles dreht sich um das Erlebnis für den Kunden.

Er nutzte seine Reise, um sich in den örtlichen Barbershops rasieren zu lassen.

Wie wählen Sie die Kunden auf Ihren Fotos und in Ihren Videos aus?

Das ist jeden Tag anders. An einem Tag kann das ein Tuk-Tuk-Fahrer sein, am nächsten einer meiner Follower und manchmal einfach jemand, den ich im Hotel oder auf einem Spaziergang kennengelernt habe.

An welchem Ort hat Ihnen die Arbeit am besten gefallen?

Mein Lieblingsort war Indien, wo die Barbierstuben einen wichtigen Teil des gesellschaftlichen Lebens ausmachen. Auch wenn der Beruf nicht besonders angesehen ist, schätze ich die harte Arbeit und die Ethik. Deswegen werde ich immer reisen und meine Schere mit mir.

Ein Haarschnitt bietet die perfekte Gelegenheit, seine Kunden kennenzulernen.

‘The Nomad Barber’

Miguel Gutierrez ist „The Nomad Barber“, ständig unterwegs und Schöpfer der Webserie „Nomad Barber“. Crowdfunding gab ihm die nötige finanzielle Rückendeckung, um sich mit seiner Schere auf die Reise zu begeben. Nach seinem Abenteuer eröffnete er einen eigenen Barbershop in London und kurz darauf einen weiteren in Berlin. Dort bietet er seinen Kunden einen einzigartigen Service, zu dem ihn seine Reiseerlebnisse inspiriert haben.

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