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Feuriger Besuch

Sie sind zwei befreundete Riesen: Der aktivste und der größte Vulkan der Welt. Im Nationalpark der Vulkane auf Hawaii warten sie auf Besuch.
Weltweit gibt es 1500 aktive Vulkane. Allein in den Vereinigten Staaten werden 130 von ihnen dauerhaft überwacht. Kilauea auf der Insel Hawaii ist einer von denen, der dem aufmerksamen Blick der Vulkanforscher nicht entgeht. Er gilt als aktivster Vulkan der Welt und hat eine Ausbruchsrate von 200.000 bis 500.000 Kubikmetern täglich. Diese Menge reicht aus, um eine 30 Kilometer lange Landstraße zu bedecken. Zugleich ist er der jüngste Vulkan der USA, der durch seine derzeitige Aktivität, immer mehr Land für sich beansprucht.
Nāhuku (auch als Thurston Lava Tube bekannt) ist eine vulkanische Höhle inmitten eines üppigen Waldes.
Der größte Vulkan der Erde ist der Mauna Loa. Er nimmt über die Hälfte der Fläche der Insel Hawaii ein. Mit der unter Wasser befindlichen Fläche bedeckt er rund fünf Quadratkilometer und ist rund 17.000 Meter hoch. Obgleich sein letzter Ausbruch im Jahr 1984 registriert wurde, gehört er zum Programm Decade Volcanoes, das sich auf die Untersuchung der gefährlichsten aktiven Vulkane konzentriert.
Die Insel Hawaii entstand durch die gewaltige Wirkung von fünf Vulkanen: Kohala, dem ältesten der Insel, Mauna Kea, dem Vulkan mit dem kältesten Klima, sowie den drei aktivsten: Hualalai, Mauna Loa und Kilauea.
Der Ausbruch des Kilauea hat in den letzten Jahren 187 Wohnungen, einschließlich des Besucherzentrums des Parks, zerstört.

Der Mars von Hawaii

Sechs Forscher der NASA haben 120 Tage in einem Modul im Vulkan Mauna Loa verbracht. Sie sollten die extremen Bedingungen eines Aufenthalts auf dem roten Planeten simulieren.

70 Millionen Jahre Vulkanismus sind im Nationalpark der Vulkane auf Hawaii zu sehen, der in rund 45 Minuten Entfernung von der Stadt Hilo liegt. Der größte Park des Staates wurde 1916 gegründet, um die Besonderheiten von Big Island zu schützen, wo elf der dreizehn auf der Welt existierenden Klimazonen zu finden sind. Er erstreckt sich über 133.546 Hektar vom Meeresspiegel bis hinauf höchsten Punkt, dem Krater von Mauna Loa. 240 Kilometer Pfade führen erfahrene Wanderer hier durch Wüsten, Urwälder, Höhlen, Vulkankrater und über glühende Lavazungen.
Nach der Abenddämmerung ist der beste Zeitpunkt, um die zum Ozean hinabfließenden Lavaströme zu beobachten.
Doch auch Kilauea kann besucht werden, obwohl er seit 1983 ununterbrochen 1093 ºC heiße Magma spuckt. „Ein erhabenes und sogar erschreckendes Schauspiel.“ So beschrieb es der britische Missionar William Ellis, der erste Europäer, der 1823 den Gipfel erreichte. Das Wagnis wurde 1866 von Mark Twain wiederholt, der ihn während eines Ausbruchs bestieg.
Kilaueas Wutausbrüche sind nach Auffassung der Eingeborenen den Stimmungswechseln der Feuergöttin Pelé geschuldet. Und doch erscheint sein gewalttätiger Charakter fast moderat, wenn man ihn mit dem Verhalten der meisten aktiven Vulkane vergleicht. Keine Explosionen, keine Giftgaswolken. Kilauea ist zugänglich genug, damit die Hawaiianer sich ihm annähern können, um ihm Respekt zu zollen und der Göttin Opfer zu bringen. Seine Ausbrüche sind ruhig und die meisten Lavarohre entleeren sich in den Pazifik und lassen den Ozean aufleuchten. Ein einzigartiges Schauspiel, für das man sich bedanken sollte, am besten auf Hawaiianisch: Mahalo.

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