>>>Es ist Zeit für einzigartige Hotels
Die Zimmer des Casa Fayette, in der trendigsten Gegend von Guadalajara, befinden sich in einem separaten Neubau.
Foto: Adam Wiseman/DimoreStudio

Es ist Zeit für einzigartige Hotels

Sind Sie auch der Meinung, dass alle Hotelzimmer gleich sind? Dann haben Sie die Designs von Dimore Studio noch nicht gesehen. Die neue Generation der Autorenhotels ist da.
E

s gab eine Zeit, in der die Reisenden die Sicherheit suchten. Sie wollten das gleiche Hotelzimmer in Schanghai und in Wisconsin haben. Noch immer sind die internationalen Hotelketten mit ihrem Standard-Komfort weiterhin führend, aber es gibt auch immer mehr Gäste, die ein einzigartiges Erlebnis suchen.

Ein Hotel kann durch das Gebäude, die Lage oder den Ausblick einzigartig sein. Aber es wird auch durch seine Atmosphäre unverwechselbar. Nicht unbedingt, weil die Rezeption einer Bar ähnelt oder die Aufzüge nur durch den Schein einer Projektion beleuchtet werden, sondern weil jedes Zimmer anders ist und die Gemeinschaftsbereiche durch die Originalität ihrer Objekte und ihren Stil überraschen.

Habitación del hotel Casa Fayette, en Guadalajara (México)
Die Familien von Britt Moran und Emiliano Salci besaßen kleine Möbelgeschäfte.
Foto: Adam Wiseman/DimoreStudio

Im Kolonialstil von Carmen Miranda

Dimore Studio entwarf für das Hotel Casa Fayette in Guadalajara (Mexiko) ein Urlaubsresort-Design. Dafür wurden prunkvolle Materialien und Möbel aus den 50er mit tropischen Mustern kombiniert.

Das im Hotel- und Gaststättengewerbe angewandte Innendesign ist gegenwärtig ein kreatives Labor und ein Schaufenster der Tendenzen, das später in Wohn- und Büroräumen kopiert werden wird. Das Dimore Studio aus Mailand von Emiliano Salci und Britt Moran ist unter anderem für diesen Wechsel in der Ästhetik im Innendesign der Hotels mitverantwortlich.

Seitdem sie mit einer Lichtinstallation im Restaurant des Public Hotels in Chicago debütierten, haben sie ihren Stil, den sie selbst als „Erinnerungen an vergangene Epochen mit einem Hauch Moderne“ bezeichnen, auch nach Rom, Mailand, Paris und Mexiko gebracht. Sie entwerfen gemütliche Räume, indem sie Stile, Strukturen, Beleuchtung und Dunkelheit miteinander vermischen und stets ein elegantes Ergebnis erzielen. „Die Farbe ist der Leitfaden unserer Arbeit in den Hotels, genau wie die Kombination von verschiedenen Materialien und Objekten“, versichern die Designer. Den Ausdruck „Vintage“ mögen sie nicht, da sie sowohl alte als auch moderne Objekte einsetzen. Von einem Muster aus den 70er Jahren oder einer Kommode der 50er bis hin zu einer modernen Lampe. Sie bedienen sich der Objekte, die für die jeweilige Epoche sehr kennzeichnend sind, um in der Kombination zeitlose Räumlichkeiten zu entwickeln. Laut Salci und Moran: „Wir möchten in den Hotels ein Gefühl von Luxus und Wärme übermitteln, einen Raum zum Leben schaffen“.

Lobby del Hôtel St Marc en París
Den Besitzern des Hôtel St Marc gehört ein weiteres Hotel in Paris, das von Christian Lacroix gestaltet wurde.
Foto: Philippe Servent/DimoreStudio

Eine ihrer letzten Arbeiten war das Hôtel Saint Marc in Paris. Anstatt den Stil der Epoche zur Zeit der Hoteleröffnung nachzuahmen, haben sie diesem kleinen Palais aus dem 18. Jahrhundert in der Nähe der Opéra Garnier eine zeitlose Dekoration mit gemusterten Art-Déco-Gardinen, Samt-Sesseln, Kristallleuchtern und Messing-Betten verliehen. Luxus und Originalität wurden so harmonisch kombiniert.

Ristorante Caruso del Gran Hotel et de Milán
Die Renovierung des Ristorante Caruso im Grand Hotel Et de Milan fiel mit dem 150. Geburtstag des Hotels zusammen.

Noch luxuriöser ging es in Mailand zu: Ein Diwan aus Nerz entwarfen sie für das Appartement der VIP-Kunden des Palazzo Fendi. In dieser italienischen Stadt befindet sich übrigens das Dimore Studio in einem „Palazzo” aus dem 18. Jahrhundert. Und in dieser Stadt haben sich die beiden Designer der Herausforderung gestellt, eine Einrichtung mit 150 Jahren Geschichte zu aktualisieren, das familiengeführte Gran Hotel Et in Mailand mit einem traditionellen Publikum. „In Hotels und Restaurants zu arbeiten, gibt uns die Möglichkeit, so kreativ zu sein wie man will, da man versucht, Räume zu schaffen, die man normalerweise zu Hause nicht hat“, erklären sie. Das Ergebnis: Hotels, in denen man träumen kann, wie man auch leben könnte.

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