>>>Es gibt mehr als nur ein Venedig
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Es gibt mehr als nur ein Venedig

Venedig ist so schön, dass alle Länder so eine Lagungenstadt haben möchten. China, Holland und Mexiko haben es schon geschafft.
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an muss die Besucherzahlen in Venedig beschränken.“ So entschlossen zeigte sich Luca Zaia, Präsident der Provinz Veneto, im Juli. Auch die Unesco wurde ernst: „Die Behörden haben bis zum 1. Februar 2017 Zeit, den übermäßigen Tourismus und den Verkehr auf den Kanälen einzuschränken. Schaffen sie das nicht, wird die Stadt auf die Liste der gefährdeten Welterbestätten aufgenommen.“ Dieses Ultimatum könnte vielleicht die venezianischen Straßen von Touristen befreien und die unvergleichliche Schönheit der Stadt schützen.
Andere Optionen in der Nähe von Bangkok sind die schwimmenden Märkte von Damnoen Saduak und Amphawa. Sie sind jedoch touristischer als Taling Chan.
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Die anderen „Kaufleute von Venedig“

In Thailand werden die Kanäle „Khlongs“ genannt. Sie sind der Grund, warum Bangkok auch als „Venedig des Ostens“ bekannt ist. Auf dem Khlong Chak Phra findet am Wochenende der schwimmende Wochenmarkt von Taling Chan statt. Er ist einer der authentischsten Märkte der Region. Von Früchten bis Souvenirs kann man hier fast alles erstehen – natürlich immer an Bord einer Barke.

Venedig ist zwar einzigartig, aber für Venedig-Liebhaber tun sich Alternativen auf. Zum Beispiel muss ein Heiratsantrag an Bord einer Gondel auf dem Canale Grande nicht unbedingt romantischer sein als auf der Groenerei Gracht in Brüssel. Die schöne Italienerin hat mittlerweile viele Konkurrentinnen in aller Welt – von der Nachbarinsel Burano bis zum exotischen Bundesstaat Kerala in Indien. Das Touristenlimit für Venedig ist die perfekte Gelegenheit, um die Doppelgängerinnen der Stadt zu besuchen.
Jede von Wasser umgebene Stadt kann „Venedig des (hier geografische Lage der jeweiligen Stadt einfügen)“ genannt werden, aber eine wirklich romantische Destination braucht noch mehr. Brücken zum Beispiel. Brüssel, ein „Venedigs des Nordens“, hat damit bereits Erfahrung, denn schließlich ist „Brug“ das flämische Wort für Brücke. Die älteste Brücke ist die „Meebrug“. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde somit ganzes Jahrhundert vor der Rialto-Brücke erbaut, der berühmtesten Brücke über den venezianischen Canale Grande.
Der Palast auf der Insel ist das beliebteste Fotomotiv von Annecy. Früher diente er als Gefängnis, heute als Museum für Stadtgeschichte.
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Auch Giethoorn in Holland mit seinen märchenhaften Häusern und den Holzbrücken ist eine Kandidatin für das „Venedig des Nordens“. Genau wie Sankt Petersburg, von Zar Peter dem Großen im 18. Jahrhundert mit Blick auf die Lagunenstadt gegründet. Der große Unterschied zu ihrer italienischen Schwester ist der kalte russische Winter: Das Wasser gefriert und die Stadt verwandelt sich in ein „Venedig aus Eis“.
Zhouzhuang liegt 85 Kilometer von Shanghai entfernt.
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Alle Venedigs passen den italienischen Charme an ihre eigene Kultur an. In Suzhou und Zhouzhuang, den „chinesischen Venedigs“ sind die Kanäle mit roten Lampions dekoriert, im mexikanischen Xochimilco leuchten die Boote in grellen Farben und sind mit Folklore-Motiven geschmückt. Die Boote werden „Trajineras“ genannt und eine Rundfahrt mit ihnen wird von Mariachi-Musik begleitet. In Aveiro, dem „portugiesischen Venedig“, gehören zur Dekoration der Boote erotische Cartoons und Bilder des Nationalhelden Cristiano Ronaldo. Die dortigen Kanäle kann man auch vom Ufer aus erkunden, die Stadt bietet dafür kostenlose Fahrräder an.
Der venezianische Einfluss hat auch die Alpen überquert und ist im französischen Annecy zu spüren. Der Kanal Thiou, der durch den größten Teil der Altstadt fließt, wird vom Wasser des Annecy Sees gespeist, einem der saubersten Gewässer der Welt. Der romantischste Platz im „Venedig der Alpen“ ist die Pont des Amours, die Brücke der Liebenden. Wer sich dort küsst, bleibt für immer zusammen, besagt die Legende. Vielleicht nutzte der venezianische Held Casanova seine Reisen nach Frankreich, um einigen seiner Eroberungen hier die ewige Liebe zu schwören. Wenn er das tat, fühlte er sich hier gewiss wie zu Hause.

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