>>>Einen Gletscher fotografieren, wie noch niemals zuvor
Foto: Mikael Buck/Sony

Einen Gletscher fotografieren, wie noch niemals zuvor

Die Bilder des Fotografen Mikael Buck zeigen die Schönheit der Höhlen des isländischen Gletschers Vatnajökull in noch nie erreichter Präzision.
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er zweitgrößte Gletscher Europas bewegt sich. Jedes Jahr schiebt sich der Vatnajökull weiter und verändert sich, er bildet komplexe Höhlensysteme, die nur wenige Wochen existieren. „Jeden Herbst suchen wir nach Höhlen für die Wintersaison“, berichten Einar Runar Sigurdsson und Helen Maria, Reiseleiter der Agentur Local Guide und Experten für diesen Gletscher. „Normalerweise findet man sie an verschiedenen Stellen auf der Südseite des Vatnajökull. Einige sind wirklich spektakulär und andere bei bestimmten Lichtverhältnissen auch. Manche sind stabil und können bei allen Wetterbedingungen besichtigt werden. Andere können nur bei Minustemperaturen betreten werden, wenn das Wasser auf dem Boden gefroren ist.“
Der Vatnajökull-Gletscher bedeckt mehr als 8100 Quadratkilometer.
Foto: Mikael Buck/Sony

Ein Land unter dem Eis

Der Vatnajökull-Gletscher bedeckt 8 Prozent der Oberfläche Islands. Mehr als 100 Kilometer nach jeder Seite sind mit Eis bedeckt, das durchschnittlich 400 Meter und maximal 900 Meter dick ist. Unter dem Gletscher ruht eine Vulkankette. Der letzte Ausbruch war im Jahr 2011.

Der Londoner Fotograf Mikael Buck gehörte zu den Glücklichen, die das Innere dieser Höhlen betreten durften. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Eis so präzise abzubilden, wie es bisher noch niemandem gelungen ist. „Ehrlich, es ist wie auf einem anderen Planeten. Die Farben und Formen sind überraschend“, so Buck. „Dank der Technik können wir uns auf ganz neue Art und Weise diesem Gletscher nähern.“ Dazu musste Bucks Team, geführt von Sigurdsson und Maria, auf die gleichen Methoden zurückgreifen, wie Robert Peary bei seiner Nordpolerkundung. „Um zu den Höhlen zu gelangen, mussten wir jeden Tag zwei Stunden über den Gletscher klettern, mit Steigeisen und einer Axt für das Eis“, erinnert sich der Fotograf. „Das größte technische Problem war, rechtzeitig bei den Höhlen anzukommen. Im November waren die Tage kurz und wir mussten uns beeilen, um den Jeep noch bei Tageslicht zu erreichen.“
Das Ergebnis dieses fotografischen Abenteuers macht die geschwungenen Wände der Höhlen sichtbar. Geformt durch den Augenblick ähneln sie Feuersteinäxten aus der Steinzeit. Der Gletscher präsentiert sich als Festung aus bizarren Kristalltunneln in stahlblauer Farbe. Um die gewaltige Größe dieser majestätischen Höhle zu zeigen, haben Bucks Bilder auch einige Kletterer eingefangen, die die Eiswände besteigen. Die Fotos wurden lediglich mit Tageslicht aufgenommen, das in die Höhlen dringt. Mithilfe der von Sony für die Kameras α7R II, RX10 II und RX 100 IV entwickelten Sensoren konnte der Fotograf die Farben und die Textur des Gletschers trotz der schlechten Lichtbedingungen detailgenau wiedergeben und der erste integrierte Vollformat-Sensor brachte eine hohe Auflösung und Lichtempfindlichkeit hinzu. Helen Maria, die Buck begleitete, erzählt: „Ich erforsche diese Höhlen seit Jahren. Sich dort aufzuhalten, ist eine wirklich wundervolle Gelegenheit. Und zu wissen, dass man ein so vergängliches Phänomen erlebt, macht die Sache noch spezieller. Diese Fotoserie wird dem Gletscher gerecht und ich hoffe, dass jetzt noch viel mehr Leute Lust bekommen, ihn zu besichtigen.“
Mikael Buck ist seit über zehn Jahren als Fotojournalist tätig.
Foto: Mikael Buck/Sony
Um sich dem Gletscher zu nähern, braucht man ein Fahrzeug mit Allradantrieb.
Foto: Mikael Buck/Sony

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