>>>Ein Besuch in Westworld, ohne 40.000 Dollar pro Tag ausgeben zu müssen
In einem Interview verriet Jonathan Nolan, der zusammen mit Lisa Joy Schöpfer der Serie ist, dass der fiktive Park fast 1300 Quadratkilometer umfasst.
Foto: F8shooter via VisualHunt / CC BY-NC-ND

Ein Besuch in Westworld, ohne 40.000 Dollar pro Tag ausgeben zu müssen

Die Serie von HBO führt uns in die Zukunft des Wilden Westens. Menschen und Roboter leben zusammen in einer Welt, die nur dazu geschaffen wurde, ihre Besucher zu erfreuen.
E

s gibt keine Anleitung und kein Handbuch. Herauszufinden, wie es funktioniert, ist Teil des Vergnügens“, erklärt der Gastgeber vor dem Betreten. Danach lädt er seinen Gast ein, sich als Cowboy zu verkleiden und sich einen Cowboyhut auszusuchen. Es ist das erste Mal, dass William „Westworld“ besucht, einen riesigen vom Wilden Westen inspirierten Themenpark in dem Hunderte Gastgeber darauf warten, ihren Kunden Unterhaltung, Abenteuer oder Sex zu bieten. Es sind Roboter, die so menschlich wirken, dass man sie nicht von den Besuchern unterscheiden kann.

Sie wurden von einem Team aus Programmierern und Drehbuchautoren dazu entworfen, mit den Besuchern zu interagieren und ihnen grenzenloses Vergnügen zu bereiten. Ein Vergnügen gemäß der Summe, die diese bezahlt haben, nämlich 40.000 Dollar pro Tag. Ein Getränk im Saloon zu genießen, dem Sheriff bei der Festnahme eines Banditen zu helfen oder an einer Schlacht gegen Indianer teilzunehmen – das sind nur ein paar der Szenen, die das Universum der neuen HBO-Serie bilden. Die von Jonathan Nolan kreierte und von J. J. Abrams produzierte Serie definiert sich als „eine dunkle Odyssee zu den Anfängen des künstlichen Bewusstseins und zur Zukunft der Sünde“.

Im Melody Ranch Studio, mit nachgebauter Veranda und Saloontüren, wurden Filme wie „Django Unchained“ gedreht.

Diese Ranch ist einen Oscar wert

Auf der Paramount Ranch in Kalifornien waren schon Hunderte Schauspieler zu Besuch, von Bob Hope bis Sandra Bullock. Heute gehört sie zum National Park Service der USA und kann kostenlos besichtigt werden. Vielleicht treffen Sie ja auf einen Gastgeber, denn hier wurden einige Stadtszenen gedreht.

Im fiktiven „Westworld“ wird auf jedes Detail geachtet und die reale Produktion bleibt nicht dahinter zurück: Mit einem Etat von rund 100 Millionen Dollar, 25 davon allein für die Pilotfolge, Weltklasseschauspielern wie Anthony Hopkins, Ed Harris und Evan Rachel Wood und einer aufwendigen Szenenausstattung schreit diese Serie geradezu danach, der Nachfolger von „Game of Thrones“ zu werden. Die meisten Locations der Fernsehserie existieren wirklich und können besichtigt werden.

Die fiktive Stadt Sweetwater erreicht man im wirklichen Leben mit dem Zug über die State Route 128 in Utah. Damit die Szene auf dem Bildschirm so real wie möglich wirkt, stellte man den Waggon beim Dreh auf einen Lastwagenanhänger. In Utah befinden sich die meisten der natürlichen Kulissen von „Westworld“. Wie der Dead Horse Point State Park, dessen höchster Punkt 600 Meter über dem Colorado River liegt. Von dort aus lässt der Man in Black, gespielt von Ed Harris, seiner Grausamkeit in einer der beeindruckendsten Szenen der Serie freien Lauf.

Durch Castle Valley fuhren auch Thelma und Louise sowie Indiana Jones.
Foto: Scott Ingram Photography via Visualhunt / CC BY-NC

Castle Valley und Fisher Valley sind Landschaften mit rotem Boden, schroffen Felsformationen und Weiden, die wir auf dem Fernsehbildschirm sehen werden. Ersteres, 30 Minuten von Moab entfernt, wurde bereits von John Ford entdeckt. Dort drehte er seine letzten Filme. Doch die Gegend wurde nie so berühmt wie dasMonument Valley. Um ein Abenteuer außerhalb des Drehbuchs zu erleben, sollte man die Nationalparks Canyonlands und Arches besuchen: Ihre Tafelberge und riesigen Weiden laden zu Ausritten ein, wie Dolores Abernathy sie genießt.

Westworld ist die meistgesehene erste Staffel einer HBO-Serie. Die zweite Staffel startet 2018.

Die junge Frau, gespielt von Evan Rachel Wood, ist die älteste Gastgeberin des Parks und kennt sich daher sehr gut aus. Jeden Tag verrichtet sie ihre Arbeiten im Dorf. Die entsprechenden Szenen wurden im Melody Ranch Studio in Santa Clarita in Kalifornien gedreht, um danach loszuziehen und die Landschaften Utahs zu malen. Sie selbst erklärt es mit einem der Sätze, die ihr einprogrammiert wurden: „Manche Menschen entscheiden sich, die Monströsität und das Chaos in dieser Welt zu sehen, ich entschied mich für die Schönheit.“ Auch wenn sie von und für andere geschaffen wurde.

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