>>>Die wilde Seite Kubas
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Die wilde Seite Kubas

Es gibt Leben fernab von Havanna und seiner berühmten Uferpromenade. Das östliche Kuba mit Bahía de Taco und Baracoa, lädt dazu ein, sich zwischen dem Grün der Landschaft und dem Blau des Meeres zu verlieren.
E
s wurde bereits alles gesagt, aber die Dinge, die aufrichtig sind, sind neu“, sagte einer der berühmtesten Kubaner, José Martí. Wenn Sie denken, Kuba könne Sie nicht überraschen, lesen Sie die „Versos libres“ des Schriftstellers und Sie werden die Insel mit anderen Augen sehen. Es gibt ein Kuba abseits von Havanna und seiner beliebten Uferpromenade Malecón – ein Kuba mit Gebirgsketten, Wasserfällen, kilometerlangen Flüssen und der größten Artenvielfalt der Antillen. Es ist das östliche Kuba, das von Baracoa, der ersten Hauptstadt der Insel, zu Zeiten, als sie nur eine einzige Straße mit dem restlichen Land verband.
Die erste Expedition der Humboldt-Gruppe des ISMM 1979 nach Moa.
Foto: Instituto Superior Minero Metalúrgico de Moa

Eine Oase in Farallones de Moa

Orchideen und Farne, der Königsspecht, eine Oase aus weißem und rosafarbenem Marmor, der einen natürlichen Damm zum Fluss Moa bildet – das ist die Sierra Farallones de Moa, ein Naturdenkmal Kubas. Sehenswert ist auch der Yunque de Baracoa, ein 575 Meter hohes Plateau.

Der Osten Kubas beherbergt den Alexander-von-Humboldt-Nationalpark, ein UNESCO-Welterbe. Er liegt nordwestlich von Guantánamo im Biosphärenreservat Cuchillas del Toa. Über 700 Quadratkilometer, 1200 Tierarten und Tausende Pflanzen: laut UNESCO „eines der tropischen Ökosysteme mit der größten Artenvielfalt der Welt“. Neben Säugetieren wie Ratten und Wildschweinen leben hier Kubasittiche und kubanische Keilschwanzsittiche, beide vom Aussterben bedroht, Königsspechte, Sperber und Kolibris.
Ökotouristische Wanderungen, die vom Park angeboten werden, führen durch Las Cabezas de Jiguaní, wo der gleichnamige Fluss fließt, vorbei an Wasserfällen und durch tropische Wälder. Vom Aussichtspunkt La Loma del Muro kann man den Fluss sehen, aber um ganz nach oben zu gelangen, muss man auf den Gipfel Pico del Toldo steigen. Den wasserreichsten Fluss Kubas, den Toa, kann man mit einem Floß überqueren, ein echtes Naturerlebnis.
Der „Amboss“ von Baracoa ist ein Tafelberg aus Kalksteinfels, den man über einen zwölf Kilometer langen Wanderweg durch Kakaopflanzungen erklimmen kann.
Foto: Paul D Smith / Shutterstock
Ein wildes Paradies ist auch die Bahía de Taco. Für ein paar Stunden an den fast menschenleeren Stränden lohnt sich die Fahrt. Palmen, Farne, Ananaspflanzen, Kakaobäume und Mangroven bilden einen natürlichen Rahmen. In dieser Bucht – man kann die zwei Kilometer auch mit einem Boot erkunden – lebt der charakteristischste Pflanzenfresser Kubas, das Manati, eine Seekuh-Art.
Villa de Gibara ist Austragungsort des „Festival Internacional de Cine Pobre Humberto Solás“. Das Filmfestival gibt es seit 2003.
Abseits des Touristenrummels, der allerdings immer näherkommt, liegen der Strand Villa Maguana, eine Mischung aus gemütlich und tropisch, und die Ortschaft Las Tunas. Obwohl auch hier die kubanische Revolution und der Massentourismus ihre Spuren hinterlassen haben, bewahren diese Küstenorte das ursprüngliche Grün und Blau, einen Hauch der von Piraten versteckten Schätze.
Bevor es zurück ins bekannte Kuba geht, empfiehlt sich für einen sanften Übergang ein Besuch in Baracoa, der ältesten spanischen Siedlung der Insel mit alten Gebäuden in lebhaften Farben und einer schönen Uferpromenade. Hier lässt sich in aller Ruhe die Aussicht aufs Meer genießen. Und wenn man sich dazu eines der typischen Reisgerichte mit Bohnen und eine Lechita (Kokosmilch, Tomate, Knoblauch und Kräuter) auf Flussfischen gönnt – pure Ekstase.

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