>>>Die Lieblingsstraße der USA
Es gibt Auf- und Ausfahrten zu den wichtigsten Bundes- und Landesstraßen.
Foto: ©Virginia Tourism Corporation

Die Lieblingsstraße der USA

Die Lieblingsstraße der Amerikaner ist weder die 66 noch die 1, sondern der Blue Ridge Parkway. Dies ist eine Einladung zur Bewunderung der Landschaft zwischen Virginia und North Carolina.
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m die 766 Kilometer des Blue Ridge Parkway zu bauen, brauchte man mehr als ein halbes Jahrhundert. Genauer gesagt dauerte es 52 Jahre. „Der erste Stein“ wurde im Auftrag des Präsidenten Franklin D. Roosevelt im Jahr 1935 gesetzt, der letzte Abschnitt wurde 1987 abgeschlossen. Der Straßenbau sollte die Wirtschaft in dieser Gegend des Landes anzukurbeln, die damals stark unter der Weltwirtschaftskrise litt.

Der Landschaftsarchitekt Stanley William Abbott, der an diesem Projekt arbeitete, beschrieb die Umgebung, in der der Blue Ridge gebaut wurde, als einen Ort „mit einer eindeutig einfachen Kultur, mit Bauernhöfen und einem Volk, dessen Leben aus der Erde entstand, die sie umgab“. Wie ein Freilichtmuseum, das das ländliche Leben in den Bergen zeigt. Wie eine Mischung aus Natur und Kultur, die auch heute noch vorhanden ist, wenn auch mit deutlichen Fortschritten.

Ciclistas en Blue Ridge Parkway.
Man muss keine Gebühr bezahlen, um über den Blue Ridge Parkway zu fahren.
Foto: ©Virginia Tourism Corporation

Ein Schatz aus Holz

An der Meile 176 befindet sich einer der symbolträchtigsten Stopps des Blue Ridge Parkway, die Mabry Mill Wassermühle. Sie wurde über mehrere Jahrzehnte zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. An Sonntagen im Sommer wird sie zum Treffpunkt der einheimischen Musiker.

Der Blue Ridge Parkway ist international nicht so bekannt wie die Route 66 oder der Pacific Coast Highway, doch die Einheimischen bevorzugen ihn. Man kennt ihn deshalb auch unter dem Namen „Lieblingsstraße der USA“. Er durchquert die Appalachen im Süden und zwei Nationalparks: Shenandoah in Virginia und Great Smoky Mountains in North Carolina.

Der Parkway wird durch die Bundesbehörde National Park Service der USA verwaltet und zählte im Jahr 2015 rund 15 Millionen Besucher. Trotz dieses Andrangs handelt es sich um eine Route für langsame und genussvolle Reisen. Um von einem Ende zum anderen zu kommen, braucht man eine Woche. Ohne Eile. Er ist voller Wege, um der Hauptreiseroute „zu entfliehen“ und besitzt zahlreiche Aussichtspunkte (382), an denen man haltmachen kann.

El molino de agua Mabry Mill.
Die Mabry Mill wurde renoviert und ist in Betrieb.

Für gewöhnlich beginnt man die Reise in Virginia und endet in North Carolina. Asheville, Bocne und Roancke sind die wichtigsten Städte auf dem Weg, aber die Natur bietet schönere Stopps. Ein Beispiel: Der Blue Ridge Parkway kreuzt den mythischen Appalachian Trail, den längsten Wanderwegg des Landes, der 14 Staaten durchquert. Mabry Mill ist ein weiterer obligatorischer Halt auf der Straße, eine Holzwindmühle, die zu einem Monument geworden ist.

Concierto al aire libre en Blue Ridge Music Center.
Auf dem Blue Ridge Parkway gibt es 26 Tunnel und 176 Brücken.
Foto: © Two Rivers

Die Höchstgeschwindigkeit auf dem Blue Ridge Parkway ist auf 45 Meilen pro Stunde begrenzt (ungefähr 72 km/h). Der Herbst ist die beste Jahreszeit, um über seine kurvigen Straßen zu fahren. Längere Stopps kann man zum Wandern, Reiten oder zur Vogelbeobachtung nutzen. Auf der Strecke gibt es nur eine Unterkunft, die das ganze Jahr über geöffnet hat, das Peaks of Otter. Es liegt an der Meile 86 an einem See, in dem man angeln kann. Alternativ kann man ein Picknick an einem der 13 hierfür eingerichteten Plätze genießen.

In den USA gibt es keine Route, die nicht ihren eigenen Soundtrack hat. Der Soundtrack der „Lieblingsstraße der USA“ erklingt im Blue Ridge Music Center (Galax, Virginia). In seinem Auditorium werden Konzerte und Auftritte unter freiem Himmel organisiert. Die lokale Musik ist geprägt vom afrikanischem Banjo und europäischer Geige.

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