>>>Die Cayman Islands: nicht nur für Millionäre interessant

Die Cayman Islands: nicht nur für Millionäre interessant

Warum sollten Sie auf die Cayman Islands fahren, wenn Sie keine Millionen haben, mit denen Sie dort ein Konto eröffnen möchten? Im fünftgrößten Finanzzentrum der Welt kann man mehr als nur Geld anlegen.
7
Uhr: Ein Mann erreicht die Hafenmole von George Town, der Hauptstadt von Grand Cayman, der größten der drei Cayman Islands, wo jeden Tag die Ozeanriesen anlegen. Er trägt keinen Aktenkoffer, nur eine Angelrute und eine Kühltasche mit Eis. Sein Ziel ist nicht eine der Banken des fünftgrößten Finanzzentrums der Welt. Es ist ein Boot, 25 Fuß lang, von dem aus er Wahoos, Meerbrassen oder Thunfische für sein Restaurant angeln möchte, eines der 200 Lokale der „gastronomischen Kapitale der Karibik“. In diesem Steuerparadies sind mehr Unternehmen als Einwohner angemeldet, aber die Bankkonten sind nicht das einzige, die hier gut genährt ist.
Der Zugangshafen zu den Cayman Islands ist George Town, die Hauptstadt von Grand Cayman.
Foto: Don McDougall. Cayman Islands Department of Tourism

Großzügigkeit wird belohnt

Grand Cayman ist eine der wirtschaftlich besser gestellten Inseln der Karibik. 1778 verlieh König George III. dem britischen Überseeterritorium das Privileg der Steuerfreiheit. Es war ein Dankeschön für die Aufnahme der Überlebenden eines Schiffsunglücks.

Der morgens gefangene Fisch liegt jetzt auf dem Teller eines Restaurants, zubereitet im Cayman-Stil: paniert und mit Tomaten-Zwiebel-Paprikasoße. Serviert mit etwas, was man „Caymankind“ nennt – einem breiten Lächeln. Dazu ein Hauch Karibik: ein Cocktail aus Bourbon, Orangensaft, Sauerampfer und Zitrone. Die Vielseitigkeit der karibischen und internationalen Küche wird auf dem Archipel durch zwei große, jährlich stattfindende Events gefeiert: Beim Cayman Cookout treffen sich renommierte Küchenchefs aus aller Welt und bieten Degustationen und Probiermenüs rund um die karibische Kochkunst an. Diese ist auch Protagonistin beim Taste of Cayman, einem Festival mit Essen, Musik und Feuerwerk. Die Grundlage der lokalen Gastronomie ist einfach zubereiteter, frischer Fisch: als Eintopf mit Kokosmilch und Gemüse („Coconut Dinner“), vom Grill, eingelegt, aus der Pfanne oder frittiert. Zu den eigentümlichsten Gerichten gehören Meeresschnecken und Schildkröte, als Suppe oder Filet.
Ein Besuch der Cayman Turtle Farm, auf der Schildkröten gezüchtet werden, ist eine der beliebtesten Attraktionen von Grand Cayman. Sie gehört zu einem Meeresthemenpark außerhalb von George Town. In einer Korallenlagune kann man mit Schildkröten schwimmen, es gibt ein Vogelhaus mit exotischen Vögeln, ein Aquarium mit Raubfischen und einen Swimmingpool mit dem größten Wasserfall der Insel. Mit Rochen zu schwimmen, ist eine weitere Aktivität, die Besuchern angeboten wird. Zahlreiche Boote steuern das klare Wasser von Stingray City an, um die Rochen zu füttern. Diese kommen ganz nah heran und lassen sich sogar anfassen.
Eine private Villa zu mieten, ist die beneidenswerteste Option für den Urlaub.
Foto: Don McDougall. Cayman Islands Department of Tourism

Trinkgeld inbegriffen

Auf den Rechnungen der Restaurants ist üblicherweise ein Trinkgeld in Höhe von 15 oder 18 Prozent inbegriffen. Bei großen Gruppen oder besonders gutem Service ist es gebräuchlich, diesen Prozentsatz aufzustocken. Dafür braucht man für sein Essen keine Steuern zu zahlen.

Wer den Inhalt seines Girokontos loswerden möchte, sollte sich auf die Resorts am Seven Mile Beach konzentrieren, einem halbmondförmigen Strand mit weißem Sand und türkisblauem Wasser. Hier kann man sich unter Kokospalmen sonnen oder sich in den Luxusboutiquen ins steuerfreie Shoppingvergnügen stürzen. Wer es lieber etwas intimer mag, entscheidet sich für die beiden kleineren Inseln, Cayman Brac und Little Cayman. Dort gibt es Strände mit klarem Wasser, an denen man tauchen kann (beispielsweise die Spot Bay), Lagunen, Mangrovenwälder und Höhlen mit Legenden über Schätze von Piraten, die die Cayman Islands zu ihrer Basis machten.
Der Seven Mile Beach gilt als einer der schönsten Strände der Karibik.
Foto: Don McDougall. Cayman Islands Department of Tourism

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