>>>Der Soundtrack von Paris
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Der Soundtrack von Paris

Als Pionier bei der Veranstaltung der Fête de la Musique überzeugt die französische Hauptstadt auch das Gehör. Erleben Sie das Talent der Pariser Straßenmusikanten und unzählige Konzerte.
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Noch vor zwei Jahren verdiente sich der letzte Mercury-Preisträger, Benjamin Clementine, seinen Lebensunterhalt als Straßenmusiker an der Metrostation Place de Clichy. Wie für ihn waren auch für Ben Harper, Zaz und andere international bekannte Stars die Pariser Fußgänger die ersten Zuhörer. Paris ist für die Qualität der Straßenmusiker bekannt. Edith Piaf wurde auf der Straße entdeckt, ehe sie das Olympia eroberte, ein historisches Theater, das ihrem „Non, je ne regrette rien“ neuen Ruhm verdankte.
Die Szenerie der Mecánique Ondulatoire scheint einer Höhle zu entstammen. Die Bar ist im „Garagen-Stil“ mit alten Autoteilen dekoriert.
Foto: Matthieu Foucher

Der Schlüssel der Architektur

Die Pariser Leidenschaft für Musik zeigte sich 1995 mit der „Cité de la Musique“, einem spektakulären architektonischen Komplex im Parc de la Villette mit 240 Konzerten im Jahr, einer Mediathek und einem Museum. Seit 2015 ist das Gebäude der Sitz der „Philharmonie de Paris“.

In Paris wurde die Fête de la Musique geboren, ein riesiges internationales Event, das die Sommersonnenwende mit Dezibel füllt. Es wurde 1982 vom damaligen Kulturminister Jack Lang initiiert und wird heute an jedem 21. Juni in 250 Städten in 120 Ländern auf der ganzen Welt gefeiert. Bands aus der Nachbarschaft und kostenlose Konzerte weltbekannter Größen – einer der Leitsätze des Festivals ist „Musik von allen für alle“. Dieses Jahr stehen auf dem Pariser Programm Namen wie Bénabar, Ibrahim Maalouf und Yannick Noah.
Aber nicht alles hat einen festen Termin. Der musikalische Alltag der Stadt nährt sich aus zahlreichen Quellen. So kann man dem neuen Stern am Reggae-Himmel, Vanupié, in einer Ecke am Bahnhof Châtelet zuhören, zukünftige Talente in den Lokalen mit Livemusik entdecken, sich in die anheimelnden Säle der Clubs Café de la Danse, Le Divan du Monde oder La Boule Noire wagen oder in die unanfechtbaren Tempel wie Olympia, Zénith oder La Cigale, in denen man daran gewöhnt ist, dass internationale Stars hier Liveaufnahmen machen. Auch das Pop In und das La Mécanique Ondulatoire nahe der Place de Bastille, die sich in den letzten Jahren zu einem Mekka der Pop-Rock-Szene gewandelt haben, sind zu erwähnen. Die Liste scheint unendlich.
An den Wochenenden öffnet die Philharmonie de Paris ihre Tore für Familien und bietet ein vielseitiges Programm mit Aktivitäten.
Foto: © William Beaucardet / Philharmonie de Paris
Die Musik im Freien beschränkt sich ebenfalls nicht auf privilegierte Orte wie den Parc Floral de Vincennes, wo man nach einem idyllischen Spaziergang alle zwei oder drei Tage ein Konzert genießen kann, oder den Park des Musée du quai Branly, berühmt für seine „Siestes électroniques“ vom 25. Juni bis zum 31. August.
Bei der nächsten Ausgabe von Rock en Seine sind Iggy Pop und Massive Attack die Hauptattraktionen.
Foto: Christian Bertrand / Shutterstock.com
In Paris schlägt ein nostalgisches Herz für Künstler wie Edith Piaf, die mit einem eigenen Museum im Zentrum von Belleville geehrt wird. Es wurde von einem Bewunderer gegründet und zeigt in dem Apartment, in dem sie 1933 gewohnt hatte, persönliche Gegenstände. Das Haus von Serge Gainsbourg ist zwar nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber dennoch das Ziel zahlreicher Musikliebhaber, die leere Gitane-Schachteln zwischen die Gitterstäbe der Metalltür stecken. Ein anderer Pilgerort ist das Grab Jim Morrisons auf dem Friedhof Père-Lachaise. Täglich legen Hunderte Fans Bücher, CDs und Fotos auf das Grab und singen seine Lieder. Denn in Paris dringt die Musik bis in die ruhigsten Winkel vor.

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