>>>Der Lehrling der Karibik
Der Strand von Santa María auf der Insel Sal ist einer der bekanntesten der Kapverden.

Der Lehrling der Karibik

Die Kapverden sind die neue afrikanische Karibik. Zehn Inseln, 700 Kilometer vor der Küste von Dakar, sind im kalten europäischen Winter die perfekte Alternative zu den Kanaren.
W

enn der portugiesische Name der Hauptstadt „Strand“ bedeutet, gibt es nur zwei Optionen: entweder ist sie eine Stranddestination oder würde gerne eine sein. Bei den Kapverden trifft beides zu: Sie sind ein Urlaubsziel mit Sand und Sonne, haben aber den Charme von Regionen mit wenig Tourismus. Doch nach und nach öffnen sich die Inseln der Welt und präsentieren sich als Oase im Atlantik, die viel zu bieten hat. Die zehn Inseln ziehen jedes Jahr mehr Besucher an und wetteifern mit dem benachbarten Senegal um den Titel der „afrikanischen Karibik“.

In der Hauptstadt Praia gibt es mehrere Strände wie Prainha und Quebra Canela, die von der Stadt aus gut zu erreichen sind. Die schönsten Strände liegen jedoch auf den Inseln Sal und Boa Vista. Sal ist vulkanischen Ursprungs und ist die für den Tourismus am besten erschlossene Insel. Hier gibt es einen internationalen Flughafen und rund ein Dutzend Resorts, in denen man luxuriöse Urlaubstage verbringen kann. Die karge Landschaft setzt starke Kontraste zu dem Türkis des Wassers. An der fehlenden Vegetation ist die Nähe zur Sahara schuld, die auf demselben Breitengrad liegt.

 Praia, Cabo Verde
Neben den Stränden ist die Altstadt, das Plateau-Viertel, eine der wichtigsten Touristenattraktionen.

Das Grün der Kapverden

Manchmal heißt es, dass die Kapverden weder ein Kap noch grün seien. Aber das sagen nur diejenigen, die noch nie auf Santo Antão waren. Die zweitgrößte Insel des Archipels bietet die schönsten Wanderwege durch Täler und Krater.

Am Strand von Santa María ist die Wüste jedoch schnell vergessen. Santa María lädt zu Stille und Besinnlichkeit ein. Hier kann man sich von der „Morabeza“, der warmherzigen Gastfreundschaft der Kapverden, verwöhnen lassen. Der Begriff stammt aus dem Portugiesischen, das neben dem Kreol die offizielle Sprache der Kapverden ist. Er beschreibt „warme Gefühle“ wie Gastfreundschaft, innere Schönheit, Liebe … Aber das ist nicht unvereinbar mit der B-Seite, der Seite voller Adrenalin und Wassersport. Am acht Kilometer langen Sandstrand gibt es genug Platz zum Kite- und Windsurfen, Tauchen und Angeln.

Doch nicht alle Strände der Kapverden haben diesen feinen Sand. Der vulkanische Boden hat auch Orte wie Buracona geschaffen, eine Bucht, in der durch Erosion im Schutz der riesigen Basaltfelsen natürliche Becken entstanden sind. Diese Bucht ist neben den Salinen von Pedra do Lume, der anderen großen Attraktion von Sal, der originellste Ort für ein erfrischendes Bad. Die Salinen befinden sich im Krater eines ehemaligen Vulkans und sind der Grund dafür, dass der Name der Insel – früher „Llana“ – in „Sal“ geändert wurde. Durch den hohen Salzgehalt schweben die Schwimmer geradezu im rosaroten Wasser.

Santo Antão, Cabo Verde
Drei Berge auf Santo Antão sind höher als 1800 Meter. Der höchste ist der Tope da Coroa.

Für weitere Erfrischungen, dieses Mal im Atlantik, bietet sich Praia do Estoril an. Der Strand liegt auf der Insel Boa Vista südlich der Hauptstadt Sal Rei. Er ist einen Kilometer lang und wird durch eine kleine vorgelagerte Insel vor dem Wind geschützt. Er ist einer der Schätze von Boa Vista, aber die Insel hat insgesamt über 55 Kilometer Strand – genug für alle.

Praia da Chave
Sportler zieht es an die Strände von Chave und Atalanta auf Boa Vista, wo man jeden Tag windsurfen kann.

Der Strand Santa Mónica, so genannt wegen der Ähnlichkeit mit dem gleichnamigen Strand in Kalifornien, ist einer der unzugänglichsten der Insel und daher beinahe unberührt. Im Gegensatz dazu steht der Cruz – kleine Strandkneipen und Bars sorgen dort für eine lebhafte Atmosphäre. Die Bucht Baia das Gatas wird gerne von Delfinen besucht, denn auch sie können sich der Schönheit der neuen afrikanischen Karibik nicht entziehen.

Verwandte Artikel

Die romantischste Stadt Chinas

Die Stadt hat sich den Beinamen „chinesisches Venedig“ verdient. 42 Prozent von Suzhou sind mit Wasser bedeckt und die geschwungenen...

Eine prähistorische Insel in den Wolken

Zwischen Brasilien und Venezuela erhebt sich der Berg Roraima, ein prähistorischer Tafelberg mit natürlichen Hotels und Jacuzzis, von denen man...

Oscarverdächtige Reiseziele

In Los Angeles zeigen sich im Februar die beeindruckendsten Reiseziele der Welt - nämlich die Schauplätze der Filme, die einen...

Die Insel des Glücks

Vom 28. Juli bis 6. September hat die Insel Obonjan in Kroatien nur eine Aufgabe: uns glücklich zu machen.