>>>Der große Traum von Gary Nader

Der große Traum von Gary Nader

Ende 2016 wird das LAAM in Miami eröffnet. Mit einem ehrgeizigen Ziel: Das Museum soll die weltweit bedeutendste Sammlung moderner und zeitgenössischer lateinamerikanischer Kunst werden.
Obwohl es sich um sein erstes Museum handelt, ist Gary Nader kein Neuling auf dem Gebiet. Mit 19 eröffnete er seine erste Galerie in Santo Domingo und mit 23 begann er sein amerikanisches Abenteuer in Miami. Er hat seine Leidenschaft in eine erfolgreiche Karriere verwandelt, die ihn um die ganze Welt führt. Seinen ersten Kauf hat er immer noch, eine Sammlung von Zeichnungen des Mexikaners José Luís Cuevas. Heute ist er einer der angesehensten Sammler weltweit. Seine Sammlung umfasst Werke von bedeutenden Künstlern wie Fernando Botero oder Rufino Tamayo. Der auf lateinamerikanische Kunst spezialisierte Nader leitet nicht nur zwei Galerien in Miami und New York, sondern setzt sich auch intensiv für die Verbreitung der lateinamerikanischen und karibischen Kultur ein. Jetzt will er einen Schritt weiter gehen.
Gary Nader

Der größte Botero-Fan

Gary Nader besitzt weltweit die größte Sammlung von „Boteros“. Der kolumbianische Künstler Fernando Botero ist wegen seiner Obsession für rundliche Formen bekannt. Sein Werk spielte bei der Eröffnung der Galerie „Gary Nader Fine Art“ in New York die Hauptrolle. Im LAAM wird seine Arbeit Teil der permanenten Sammlung sein.

Die Idee, ein der Kunst Lateinamerikas und der Karibik gewidmetes Museum zu schaffen, spukt bereits seit mehr als 20 Jahren durch seinen Kopf. „Als ich nach Miami zog, stellt ich fest, dass niemand etwas über Lam, Matta, Botero oder Torres-García wusste“, erzählt Gary Nader, den seine Entdeckung noch heute überrascht. Er beschloss, die Sache in die Hand zu nehmen. Er kaufte alle lateinamerikanischen Kunstwerke, denen er habhaft werden konnte, und brachte sie nach Florida. 1985 eröffnete er eine spezialisierte Galerie und sieben Jahre später weihte er die „Gary Nader Fine Art“ ein. Diese im Kunstdistrikt Wynwood in Miami gelegene Galerie ist mit ihren 5000 Quadratmetern Ausstellungsfläche eine der größten und bedeutendsten weltweit.
2014 legte er die ersten Pläne für das Museum für lateinamerikanische Kunst von Miami, das LAAM, auf der Messe Art Basel in Miami Beach vor. Die 650 Werke aus seiner Privatsammlung werden die Protagonisten dieses neuen Raums sein. Auf halbem Wege zwischen Museum und Kulturzentrum wird es neben Ausstellungsräumen auch ein vielfältiges Programm geben, in dem sich Shows, Musik und Projektionen mit Werkstätten und Konferenzen abwechseln. Nicht nur das Konzept des lebendigen Museums ist innovativ, sondern auch das Design des Gebäudes, das von dem berühmten Architekten Fernando Romero entworfen wurde. Unter Ausnutzung der klimatischen Vorteile Miamis hat er eine Struktur mit weitläufigen Terrassen auf den vier Etagen vorgeschlagen. Diese offenen Räume dienen als Skulpturengärten, als Weiterführung der Ausstellungen der geschlossenen Räume. Auch sollen sie ein Aufruf an die Passanten sein, einzutreten. „Ich schließe es nicht aus, ein weiteres Museum im Ausland zu eröffnen. Vielleicht in Portugal, Dubai oder Brasilien“, erklärt Nader.
LAAM bietet 8361 Quadratmeter Fläche und drei Etagen mit Ausstellungsbereichen.

Die Empfehlung des Experten

Soraya Abu Naba'a gehört zu diesen aufsteigenden Künstlern, von denen Gary Nader spricht, wenn er sagt, dass man das Augenmerk auf das legen soll, was im Moment geschieht. Ihre Ölgemälde, Zeichnungen und Installationen voller Farben und Bedeutungen wurden bereits in Galerien in New York und Miami ausgestellt.

Für Gary Nader ist die lateinamerikanische Kunst „unterbewertet und unverstanden“. Deshalb ist er davon überzeugt, dass es „in einem Land, das eine derart große hispanische Bevölkerungsdichte aufweist“, praktisch Pflicht ist, das Talent von Meistern der modernen Epoche wie Diego Rivera oder Francisco Zuñiga zu zeigen. Sein Projekt soll auch als Startrampe für aufsteigende Künstler dienen. In der ersten Etage des Museums werden Arbeiten neuer Talente ausgestellt, was er selbst schon seit Beginn seiner Karriere tut. „Man sollte nicht den nächsten oder zukünftigen Künstler kaufen; man muss den kaufen, der es jetzt ist, in diesem Moment.“ Wie es scheint, ist der Zeitpunkt der lateinamerikanischen Kunst gekommen.
Die erste Etage bildet den Raum für die aufsteigenden Künstler. Die zweite Etage ist für zeitlich begrenzte Ausstellungen vorbehalten und die dritte Etage bietet eine permanente Ausstellung mit 600 Werken.

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