>>>Der definitive Festivalführer für Neulinge

Der definitive Festivalführer für Neulinge

Im Juli nimmt das Festivalprogramm Fahrt auf. Und damit euch das nicht aus heiterem Himmel trifft, haben wir ein Survival-Handbuch für diese Saison zusammengestellt. Viel Glück und viel Musik.
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gal, ob ihr zum ersten Mal dabei seid, oder ob euch die Armbändchen der letzten Festivals bis zu den Ellenbogen reichen; einige Dinge passieren auf jedem Festival, von Reggae bis Electro, und als echte Festivaleros mit jahrelanger Erfahrung (und Ansteherei) bringen wir euch die besten Tipps für optimalen Festival-Genuss.

Burning Man
Foto: Ellie Pritts
1. Trinke Wasser

Und zwar in noch größeren Mengen bei diesem Festival mitten in der Black Rock Wüste in Nevada. Lasst euch nicht von den riesigen Skulpturen beim Burning Man hypnotisieren und denkt daran genug zu trinken. In der vergänglichen Stadt, die vom 27. August bis zum 4. September aufgebaut wird, kann man zwischen künstlerischen Installationen und „Mutanten-Fahrzeugen“ (neben Fahrrädern die einzigen zugelassenen Fahrzeuge) leicht das Zeitgefühl verlieren. Das Burning Man – das sich nicht nur als Festival, sondern als „Gemeinschaftserlebnis“ begreift – ist eines der heiß ersehntesten Events des Sommers. Das Gefühl der Freiheit und der „radikalen Selbstdarstellung“ der Burner hat sogar die Promis aus dem Silicon Valley angesteckt. Und das, obwohl es in der Wüste kein WLAN gibt.

Splendour in the Grass
Foto: SavannahVanderNiet
2. Kleide dich „adäquat“

Und wenn wir adäquat sagen, meinen wir verrückt/modisch/diskret/wie-es-euch-gefällt. Ihr braucht nicht euren ganzen Kleiderschrank in den Rucksack zu packen, solltet aber auch nicht drei Tage lang dasselbe T-Shirt tragen, auch wenn es eines eurer Lieblingsband ist. Die meisten Festivals informieren in den FAQs auf ihrer Website vorab über das passende Outfit. Wie beispielsweise das Splendour in the Grass (Byron Bay, 21. bis 23. Juli), das mitten im australischen Winter stattfindet. Hier werden Sonnenhüte, Sonnencreme und Gummistiefel empfohlen – der reinste Glastonbury-Stil. Ein bisschen von allem. Denn in Australien dreht sich eben doch nicht alles um Wellen und Surfen.

Sziget
Foto: Sziget.hu/Sándor Csudai
3. Urteile nicht über andere

Das ist die wichtigste Regel, vor allem, seitdem Festivals zu a) einer Modenschau und b) einem Maskenball geworden sind. In Sziget, der „Insel der Freiheit“, nimmt man es damit sehr genau. Das Festival auf der Donauinsel in Budapest findet vom 9. bis 16. August zum 24. Mal statt. Wegen des guten Benehmens der Szitizens, die sogar einen eigenen Pass haben, wurde es zweimal zum besten Festival Europas gewählt.

Wenn ihr Streit aus dem Weg gehen wollt, vermeidet ethnische Accessoires wie Federkopfschmuck, der beim Coachella wegen der „Aneignung der Kultur“ stark kritisiert wurde. Und lasst die Blumenkränze zu Hause. Schließlich haben wir nicht 2012.

Rototom Sunsplash
Foto: Luca Valenta
4. Nimm alles mit und entdecke, dass ein Festival mehr als Musik ist

Festivals sind viel mehr als eine Abfolge von Konzerten auf einer riesigen Bühne. Heute gehören beispielsweise Kunstausstellungen oder Yoga- und Fitnesskurse dazu, wie die Zumba- und Kampfsportkurse beim Rainforest World Music Festival von Borneo (14. bis 16. Juli). Das Rototom Sunsplash (Benicàssim, 12. bis 19. August) bringt als Event für persönliche Entwicklung und Verbindung mit Mutter Erde die ganze Energie der Pachamama an die spanische Küste. Auf beiden Festivals gibt es außerdem einen Zirkus und viel Platz zum Spielen, denn sie sind auch eine Veranstaltung für Kinder.

Lollapalooza
Foto: Greg Noire
5. Wähle deine Begleiter/innen mit Bedacht

Es gibt viele Typen von Begleitern für ein Festival: den, der immer in der ersten Reihe stehen will; den Sauberen, der morgens und abends duscht; den, der immer alles zur Hand hat, was man gerade braucht… Das Wichtigste ist, abzuklären, welche Gruppen ihr sehen wollt, und das Programm gemeinsam durchzugehen, um die Aufführungszeiten zu überprüfen. Bei den großen Festivals wie Lollapalooza (Chicago, 3. bis 6. August) oder FIB (Benicàssim, 13. bis 16. Juli), bei denen Top-Bands wie Muse, Red Hot Chili Peppers und Arcade Fire auftreten, kann das Schlimmste eintreten, was einem Festivalero passieren kann: dass sich seine Lieblingsgruppen überschneiden.

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