>>>Der begehrteste Kaffee der Welt kommt aus Jamaika
Jamaikanischer Kaffee

Der begehrteste Kaffee der Welt kommt aus Jamaika

Die jamaikanische Kaffeebohne wird auf mehr als 2000 Metern Höhe in begrenzter Menge angebaut. Selbst anspruchsvollste Kaffeeliebhaber zählen sie zu den begehrtesten Sorten.
B

lue Mountain ist der Lieblingskaffee von James Bond. Und eines der Charakteristika, die den Agenten 007 auszeichnen, ist sicher sein guter Geschmack. Ian Fleming, der Schöpfer der Figur, lebte einige Zeit in der Oracabessa Bay. Der britische Autor baute in diesem Bereich der Nordküste Jamaikas sogar eine Villa, in der er einige Abenteuer des mythischen Agenten Bond schrieb. So hielten Traditionen und Bräuche der Insel unvermeidlich Einzug in die geschriebenen Zeilen der Werke Flemings, und in die Persönlichkeit und den Geschmack seiner Hauptfigur.

Die Geschichte des prestigeträchtigen Kaffees begann jedoch lange bevor Fleming (1908-1964) die Schreibmaschine nutzte. Der britische Gouverneur von Jamaika, Sir Nicholas Lawes, bekam den Kaffee im Jahr 1728 vom Gouverneur von Martinique als Geschenk. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde der in den Blue Mountains angebaute Kaffee in anderen Teilen der Welt bekannt, im 19. Jahrhundert war er schon Teil der jamaikanischen Gastronomie. Mittlere Säure, weiches Aroma und ein Nachgeschmack von Holz verleihen ihm einen intensiveren Geschmack als anderen jamaikanischen Kaffeekulturen.

Anbau von Kaffee
Das erste Blue Mountain Coffee Festival fand im März statt und wird 2019 wiederholt

Seine Besonderheit besteht darin, dass er in einer Höhe von mehr als 2000 Metern angebaut wird, in einem Klima, das sich radikal von dem im Rest der Karibikinsel unterscheidet. Der Blue Mountains Nationalpark bietet die idealen Bedingungen für den Anbau einer solch besonderen Kaffeesorte: mineralreiche Böden im Schatten der Berge, unter hohen Wolken und in fast ewigen Nebeln, die die Plantagen mit einem Hauch permanenter Frische durchziehen. Deshalb dauert der Reifeprozess länger als in anderen Regionen. Genau dieser Besonderheit wird das vollmundige Aroma des Blue Mountain Kaffees zugeschrieben. Er gilt als einer der seltensten und teuersten Kaffees der Welt.

Die Blue Mountains und der John Crow Nationalpark wurden 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Mit mehr als 40.000 Hektar – und somit fast 4,5 Prozent der Insel – erstreckt sich die Fläche über drei Gemeinden im Südosten Jamaikas. Sein großes natürliches Potenzial macht den Park zur Heimat vieler endemischer Pflanzen- und Tierarten. Unter ihnen der riesige Ritterfalter, der größte Schmetterling der westlichen Hemisphäre. Der Park beherbergt den höchsten Gipfel Jamaikas (Blue Mountain Peak, 2256 Meter), der in einem siebenstündigen Ausflug erreichbar ist. Außerdem gibt es 15 Kilometer lange Wanderwege, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können. Auf einer dieser Routen kann man auf den Haciendas der Umgebung Pause machen und die Früchte des Gourmetkaffees aus erster Hand kennenlernen.

Blue Mountains und John Crow Nationalpark
Dieser jamaikanische Kaffee hat einen niedrigen Koffeingehalt von circa einem Prozent

22 Kilometer von Kingston entfernt bietet die Kaffeefabrik Mavis Bank Führungen inklusive Verkostung an. Hier wird Jablum Blue Mountain Coffee, ein hundertprozentiges Jamaica Blue Mountain®-Produkt, angebaut und von Hand geerntet. Um das Prestige dieses Kaffees zu schützen, hat Jamaika sehr strenge Vorschriften für dessen (recht knappe) Produktion und den Export erlassen. Geografisch ist das Anbaugebiet streng begrenzt.

Riesiger Ritterfalter
Der Park verfügt über drei Erholungsgebiete: Holywell, Portland Gap und Blue Mountain Peak Trail

Die Körner werden nach ihrer Größe (1, 2 oder 3) klassifiziert und diejenigen, die einen Mangel aufweisen, werden von Hand aussortiert. Um die Qualität zu erhalten und die Entwicklung der Kaffeeindustrie zu fördern, gibt es seit Mitte des letzten Jahrhunderts eine Lizenz, die die Anzahl von Kaffeeplantagen und deren Produktionsanlagen reguliert. Zeitgleich wurde auch das Jamaica Coffee Industry Board gegründet. Kaffee ist nach Zuckerrohr das am zweithäufigsten exportierte Produkt des Landes.

Jede Charge wird vor ihrem Export ins Ausland gründlich getestet. Traditionell wird jamaikanischer Kaffee als einziger auf der Welt in Holzfässern und nicht in den typischen Säcken oder Taschen versandt. Die meisten dieser Fässer landen in Japan an, dem „Hauptkunden“ des Blue Mountain Coffee. Aber man muss nicht bis Japan reisen, um ihn zu probieren; schließlich trennen uns weniger Kilometer von Jamaika und den Bergen, in denen der begehrteste Kaffee der Welt geboren wird.

Verwandte Artikel

Reggae, Ska und Dancehall: der Soundtrack von Jamaika

Diese Strände haben einige der einflussreichsten Musikrichtungen unserer Zeit hervorgebracht. Wir bereisen die Karibikinsel und folgen dem Beat, der alles...

Tropisch, würzig oder mit Superpower: Gerichte, die es nur auf Jamaika gibt

Rezepte alter Krieger, Ziegencurry oder Bier, das nach Ingwer schmeckt. Wir entdecken das authentische „Foodie-Paradies“ der Karibikinsel mit dem besonderen...

Der gefährlichste Weg der Welt

An den steilen Wänden der Schlucht Desfiladero de los Gaitanes in Spanien erbaut, wurde der verlassene Caminito del Rey schnell...

Ferien auf dem Bauernhof

Immer mehr Städter, müde vom stressigen Rhythmus der Stadt, fliehen in die Beschaulichkeit von Feldern und Ställen. Bauernhöfe sind der...