>>>Das neue Kunstmekka
Foto: Elizabeth Daniels

Das neue Kunstmekka

Los Angeles, Welthauptstadt der Unterhaltung und Land der Träumer, hat sich in das Epizentrum der zeitgenössischen Kunst verwandelt.
Eine Welle von Künstlern, Sammlern und Galeristen überschwemmt die Stadt Los Angeles und verwandelt sie. Ein Spaziergang durch das Stadtzentrum reicht aus, um sich davon zu überzeugen: Die Zeiten, in denen die Prachtstraßen ausgestorben waren und sich nachts in Ghettos verwandelten, sind vorbei. Heute sind dieselben Straßen das Herz der künstlerischen Avantgarde, in denen der Puls der Zeit schlägt.
Das Moca Grand Avenue ist das Werk des berühmten japanischen Architekten Arata Isozaki.
Foto: MOCA

Die Kunst geht auf die Straße

In LA wird die Kunst als etwas Lebendiges verstanden, das erlebt werden muss. Deshalb finden regelmäßig die sogenannten „Art Walks“ statt. Zu dieser Kombination aus Spaziergängen und Party auf offener Straße lädt die künstlerische Avantgarde Einheimische wie Touristen ein.

Mitten in Downtown versammelt das kürzlich eröffnete The Broad Museum nahezu 2000 Werke von Künstlern der nordamerikanischen Pop Art wie Andy Warhol oder Roy Lichtenstein. Die von den Architekten Diller Scofidio + Renfro entworfene Fassade erinnert an eine Bienenwabe aus Titan. Im Inneren dieses Giganten aus Glasfaser und Stahl kann man sich einen Eindruck der Unendlichkeit verschaffen. So zum Beispiel in der Installation „Infinity Mirrored Room“ der Künstlerin Yayoi Kusama, wo sich die Sängerin Katy Perry an ihrem Geburtstag fotografieren ließ.
Kaum hundert Meter entfernt überrascht die rötliche Silhouette des MOCA Grand Avenue, dem Hauptsitz des Museums für zeitgenössische Kunst von Los Angeles. Dieses originelle Bauwerk des Architekten Arata Isozaki markierte Mitte der 80 Jahre den Beginn einer neuen kulturellen Ära in der Stadt. Eines ihrer Symbole ist die Walt Disney Concert Hall, das von Frank Gehry entworfene Titangebäude.
Die Arbeit von Yayoi Kusama basiert auf der konzeptuellen Kunst und verleiht dem zwanghaften Universum der Künstlerin über das Psychodelische und die Wiederholung Ausdruck.
Foto: The Broad

Seltene Kunst

Mitten auf dem Walk of Fame gibt es einen Ort, wo man außerordentliche Objekte aller Art finden kann, die von den entlegensten Orten des Planeten stammen: Schrumpfköpfe, riesige Transformer oder behaarte Fische sind nur einige der Raritäten, die im Ripley's Believe It or Not! Odditorium zu sehen sind.

Sogar in Beverly Hills, dem Stadtteil, in dem prunkvolle Villen und luxuriöse Boutiquen ihre Heimat haben, gibt es einen Platz für die zeitgenössische Kunst. Ein Laternenwald heißt die Besucher im County Museum of Art (LACMA) willkommen. Es handelt sich um das mythenbehaftete Werk „Urban Light“, mit dem sich täglich Tausende Touristen fotografieren lassen, um danach ihren Besuch auf Instagram zu dokumentieren. Nach Durchqueren dieses seltsamen Waldes warten weitere Überraschungen auf den Besucher. Darunter die Installation „Rain Room“, in der sich Wissenschaft, Kunst und Technologie vereinen, um in der Stadt des ewigen Sommers einen Spaziergang im Regen zu ermöglichen.
Ripleys Believe it or Not
Foto: Supannee Hickman / Shutterstock.com
Auf dem Weg zur Küste von Santa Mónica befindet sich eine weitere Sehenswürdigkeit für die Liebhaber der zeitgenössischen Kunst: das Bergamot Station Arts Center. Es verdankt seinen Namen einem alten Bahnhofs- und Garagengebäude der Straßenbahn, die Los Angeles mit dem Hafendamm von Santa Mónica verband. Hier gibt es heute mehrere Kunstgalerien und Installationen, die jährlich 600.000 Besucher anziehen.
In der Hauptstadt der Westküste findet sich die Kunst nicht nur in Museen. Ein Beispiel dafür ist der NoHo Arts District im Norden Hollywoods, ein multikultureller Stadtteil, in dem die Künstlergemeinschaft Wurzeln geschlagen hat, oder das eklektische Stadtviertel Chinatown. Gegenden, die in schwindelerregender Weise wachsen und jeden Tag eine neue Galerie aufnehmen. Denn wenn Los Angeles etwas Wunderbares an sich hat, dann ist es die Tatsache, dass sie die neuen Künstler und die avantgardistischsten Bewegungen ohne Vorurteile aufnimmt. Und dass, obwohl sie manchmal als die oberflächlichste Stadt der Welt bezeichnet wird.

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