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Das grüne Texas

Von Ranchs, Rodeos oder Cowboystiefeln werden wir in unserem Bericht über Texas nicht sprechen. Was dann noch übrig bleibt? Natur pur.
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exas macht 23 Prozent der Waldfläche im Süden der USA aus, insgesamt 24 Millionen Hektar Wald, nur Alaska hat noch mehr. Wir versprechen also, dass in dieser Liste kein einziger Steppenläufer auftreten wird. So nennt man diese berühmten Graskugeln, die man oft in Western zu sehen bekommt und die wir unausweichlich mit Texas in Verbindung bringen. Der zweitgrößte Bundesstaat der USA hat sein Western-Image auf der kleinen Leinwand kultiviert, von „Dallas“ bis zu Chuck Norris in seiner Rolle als Walker. Aber Texas verbirgt über diese Klischees hinaus wahre Oasen der Natur.

Das Campieren im Guadalupe River State Park kostet mindestens 15 US-Dollar pro Tag.

Ein Hallenbad mitten im Wald

Eine Mischung aus Höhle und natürlichem Pool – der Hamilton Pool ist an heißen Tagen einer der Lieblingsplätze der Bewohner Austins. Er gehört zum Reservat Balcones Canyonlands. Wer im kristallklaren Wasser baden möchte, muss sich vorher anmelden.

Big Bend National Park – Altes Land

Die Geschichte des ersten Nationalparks in Texas ist so alt wie seine Berge. Wie eine Indianerlegende erzählt, warf der große Geist nach der Erschaffung der Erde die übrig gebliebenen Felsen einfach in den Big Bend. Das Ergebnis? Über 320.000 Hektar Land mit drei verschiedenen Ökosystemen: Berge, Wüsten und Flüsse. Trotz seines Spitznamens „Der Unbewohnte“ gehören Apachen, spanische Eroberer, Minenarbeiter und mexikanische Revolutionäre zur Vergangenheit der Parks. Für seine Erkundung gibt es mehrere Routen. Eine der bekanntesten führt zum Canyon Santa Elena an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Eine imposante Felsformation, die sich bis zu 450 Meter über dem Rio Grande erhebt.

Gorman Falls – Texas ist Grün

Der Wasserfall sucht sich seinen Platz zwischen Felsen und Vegetation – eine Szenerie, die gar nicht so typisch texanisch wirkt. Mit fast 20 Meter Höhe ist der Gorman Falls der größte Wasserfall des Colorado Bend State Park, zwei Stunden von Austin entfernt. Der Park organisiert Exkursionen zu diesem Naturschauspiel. Sie dauern zwei Stunden und führen zweieinhalb Kilometer durch die felsige Landschaft bis zu einem Abhang in der Nähe des Wasserfalls. Auf dem etwas längeren Gorman Falls Trail kommt man auch ohne Führer dorthin. Die Wasserfälle sind jedoch nicht der einzige Naturschatz: mehr als 50 Kilometer „Hiking-Routen“ können mit dem Mountainbike entdeckt werden.

Muleshoe Bend lässt sich mit dem Fahrrad und dem Pferd erkunden. Mehrere Zonen sind mit Camping- und Picknickplätzen ausgestattet.

Wüstenblume

Jedes Jahr im Frühling färben sich die texanischen Felder so blau wie die französischen Provence. Aber hier ist es kein Lavendel, sondern die „Bluebonnet“. Die Blaue Wiesenlupine ist seit 1971 die offizielle Blume von Texas. Am besten kann man sie in Willow City Loop und Muleshoe Bend bewundern.

Sonora Caverns – Innere Schönheit „im Wachstum“

Der Kristallpalast und das Eistal sind zwei der bekanntesten Höhlen. Ihre Namen werden dem unterirdischen Paradies auf halber Strecke zwischen San Antonio und dem Big Bend National Park gerecht. Die Höhlen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts auf der Ranch der Familie Mayfield entdeckt und 1960 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem haben sie Tausende besucht. Sie gehören zu den aktivsten der Welt, mehr als 95 Prozent ihrer Formationen wachsen immer weiter. Auf einer der beliebtesten Exkursionen, der Foto-Tour, können Profis und Laien die Schönheit im Inneren der Höhlen festhalten.

Die Abenteuerlustigsten können die „Discovery Challenge Tour“ der Sonora Caverns buchen. Mit dabei: einmal Abseilen im Devil’s Pit.

Guadalupe River State Park – „Be water my friend“

Protagonist dieses Parks, der sowohl von den Bewohnern von San Antonio und Austin als auch von Touristen gerne besucht wird, ist der Fluss. Die Zypressen am Ufer spenden nicht nur den Badenden Schatten, sondern auch den Tieren wie Kojoten, Hirsche, Stinktiere und Waschbären. Es gibt zudem mehrere Wanderwege und Aktivitäten für Kinder, die hier für einen Tag zu echten „Rangern“ werden können.

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