>>>Das grüne Fieber ist ansteckend
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Das grüne Fieber ist ansteckend

St. Patrick, der Schutzheilige von Irland, war ein vielgereister Mann. Es macht ihm also nichts aus, wenn Sie seinen Festtag nicht auf der Grünen Insel feiern.
Er brachte das Christentum nach Irland, befreite die Insel von den Schlangen und machte das dreiblättrige Kleeblatt berühmt. Diese drei so unterschiedlichen Errungenschaften werden dem heiligen Patrick zugeschrieben – dem Schutzheiligen Irlands, der allerdings im nördlichen Britannien (Schottland) geboren wurde.
Eigentlich gab es nie Schlangen auf der Insel. Sie dienen vielmehr als Metapher, für das Heidentum, das er bekämpfte. St. Patrick verwendete den Shamrock (dreiblättriges Kleeblatt), um den Iren die heilige Dreieinigkeit zu erklären.
Die erste Parade zu Ehren von St. Patrick wurde nicht in Irland gefeiert, sondern in den USA.
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Grün statt Blau

Obwohl heute vom „grünen Fieber“ die Rede ist, weil diese Farbe die Feierlichkeiten bestimmt, war das nicht immer so. Diese Tradition begann 1680 dank der Kleeblätter. St. Patrick selbst habe sich aber blau gekleidet. Die Farbe Blau wurde auch im Wappen Irlands beibehalten.

Mit 16 Jahren wurde er von Piraten gefangen genommen und nach Irland gebracht, um dort als Sklave verkauft zu werden. Doch es gelang ihm, zu entkommen. In Frankreich bereitete er sich dann auf das monastische Leben vor. Erst in seinem 46. Lebensjahr kehrte er nach Irland zurück, wo er sich dem Rest seines Lebens der Evangelisierung des Landes widmete. Er starb am 17. März 461. Diesem Tag wird seither als religiöser Feiertag gedacht, offiziell wird er seit 1903 gefeiert. Seit den 60ern dürfen die Pubs laut Gesetz am St. Patrick’s Day öffnen, was diesen Tag noch besonderer gemacht hat. Die grüne Farbe der Kleeblätter hat sich in hunderten Ländern verbreitet, insbesondere dort, wo sich die irische Diaspora niederließ.
In Chicago wird die grüne Bekleidung sehr ernst genommen. Sogar der Chicago River wird am ersten Tag der normalerweise dreitägigen Feierlichkeiten grün gefärbt. Diese Tradition begann im Jahr 1961, als ein Klempner den Fluss versehentlich grün färbte. Seitdem wird von einem Boot aus ökologisches Farbpulver in den Fluss gestreut. Mit drei Paraden während des St. Patrick’s Day bezeichnet sich Chicago selbst als „grünste Stadt der Welt“. Die Korporation „The Shamrock“ kümmert sich in dieser Woche um die Beleuchtung der berühmtesten Gebäude und Sehenswürdigkeiten der Stadt.
In Moskau werden mehr als 120 Events zum St. Patrick’s Day veranstaltet.
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Ein weiteres Gebäude, das sich anlässlich des St. Patrick’s Day in grün kleidet, ist das Empire State Building in New York. Die Parade des Big Apple ist die größte unter denen, die an diesem Tag veranstaltet werden. Sie versammelt normalerweise zwei Millionen Zuschauer in der Fifth Avenue und dauert sechs Stunden. Die zweitgrößte Parade wird in Boston gefeiert, wo ein Viertel der Bevölkerung irisches Blut hat.
Wenn man ein wenig blauen Farbstoff in das helle Bier gibt, erhält man eine grüne Pinte.
Das grüne Fieber ist in fast jedem Winkel der Erde spürbar. Der St. Patrick’s Day wird in Städten wie Vancouver und Montreal in Kanada, Birmingham (England), Moskau (Russland), Auckland (Neuseeland) und sogar auf der Insel Montserrat (Bahamas) gefeiert. Im 17. Jahrhundert diente diese kleine karibische Insel den irischen Katholiken, die auf den benachbarten Inseln verfolgt wurden, als Zufluchtsort. Eine Woche lang veranstalten sie Feste, bei denen sich das afrikanische Erbe der Insel mit dem irischen vermischt.

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