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Bodrum: das türkische Saint-Tropez

„Das Paradies des ewigen Blau“ nannte es Homer. Noch zehn Jahrhunderte später verführt die türkische Hafenstadt jeden Sommer zahlreiche Neugierige, „bon vivants“ und „Jetsetter“ – aber aus anderen Gründen.
„Dein Gemütszustand ist dein Schicksal“, sagte der griechische Historiker Herodot, der aus der einst als Halikarnassos bekannten Stadt stammte. Im heutigen Bodrum ist es das Reiseziel, das den Gemütszustand mit seiner Lebensfreude und seiner überschäumenden Lebenskraft bestimmt.
Auch wenn man diesen Garten heute mit Unterhaltung und exklusivem Vergnügen in Verbindung bringt, war er vor Jahren noch ein Fischerdorf, in das sich die Dissidenten der neu geborenen Republik Türkei zurückzogen. Unter diesen befand sich auch der Schriftsteller Cevat Şakir Kabaağaçlı, der 1925 nach Bodrum kam. Die Liebe auf den ersten Blick war so groß, dass er eine ganze Generation von Künstlern und Schriftstellern ansteckte, die sich seit Mitte der 40er Jahre an diesem Ort der Ägäis versammeln.
Dies war das Erwachen der Legende von Bodrum, aber nicht ihrer Geschichte. Ihre ruhmreiche Vergangenheit kann immer noch in den Steinen gelesen werden. Bauwerke wie das Mausoleum von Halikarnassos, eines der sieben Weltwunder der Antike, oder das St. Peter Kastell, das von maltesischen Rittern errichtet wurde und heute ein Museum für Unterwasserarchäologie ist, sind zwei Zeugen jener Zeiten.
Mehrere internationale Hotelketten besitzen an der Küste Resorts mit allen Annehmlichkeiten.

Für „Shopping Victims“

100 Kilometer nördlich von Bodrum befindet sich Kusadasi. Ein ehemaliges Fischerdorf, das heute ein Badeort ist, an dem Kreuzfahrtschiffe der ganzen Welt aufgrund seiner Nähe zu den Ruinen von Ephesos haltmachen. Vor allen Dingen ist es wegen seines „Shopping-Angebots" an Lederwaren, Textilien, Schmiedearbeiten, Keramik und Schmuck bekannt.

Die meisten Besucher sind nicht auf der Suche nach den Spuren der Invasion von Alexander dem Großen. Sie kommen wegen dem Klima, der wunderschönen Bucht und dem sauberen Wasser. Und auch wegen dem Nachtleben: Die modernen Trend-Archäologen machen Funde wie die berühmteste Diskothek des Landes, Halikarnas und das hippe Restaurant Secret Garden, das von Jade Jagger entworfen wurde, oder den Billionaire Club, mit dem Flavio Briatore die Grundlagen von Stil und Glamour neu erfand, sowie ein Club auf einer Privatinsel mit einem 700 Quadratmeter großen Swimmingpool, in dem Models, Berühmtheiten und schöne Menschen zum Rhythmus der DJs tanzen.
Nach Bodrum kommen jeden Tag Hunderte Touristen, meist junge Leute, die sich vergnügen wollen. Sie erobern die Strände, gehen tagsüber schwimmen und stürmen am Abend die „bistrots“ unter freiem Himmel, Diskotheken und Bars der Straßen Cumhuriyet und Dr. Alim Bey, wo sie sich bis zum Morgengrauen feiern. Im Hafen von Palmarina wetteifern die bei der Miami Yacht Show präsentierten neuen Jachten, die sich auf halbem Weg zwischen Eleganz und prunkvollem Bling-Bling bewegen. Weniger wohlhabende Wassersportfans können sich für ein paar Tage einen Schoner leihen und die herrlichen Buchten und kleinen Inseln entlang der Küste entdecken.
Die Halbinsel Bodrum ist eine Ansammlung von wunderschönen Stränden mit Namen, die schwer für einen Ausländer auszusprechen sind: Bardakçi, Gumbet, Akbuk, Aktur, Bagla oder Akyarlar. Der Strand von Ortakent überrascht durch seine Unendlichkeit, Karaincir wegen seinem paradiesischen Flair und der eigentümlichen Dolce Vita. Sie sind das beste Versprechen für einen Dolce-far-niente-Tag und unterhaltsame Abende in angenehmer Begleitung, um die Jugend und die Schönheit zu feiern. Das ist der Gemütszustand Bodrums.
Dieses Gebiet der Ägäis ist als „die türkische Riviera“ bekannt.
Das St. Peter Kastell wurde mit den Steinen des Musoleums von Halikarnassos errichtet.

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