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Akaba: Eine Welt unter Wasser

Jordanien verfügt nur über einen kleinen Küstenstreifen, aber über einen enormen Meeresschatz. Seine einzige Küstenstadt, Akaba, liegt am Roten Meer und ist für die vielen Korallen und farbenprächtigen Meereslebewesen bekannt.
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enn Lawrence von Arabien seinen Kopf ins Wasser gesteckt hätte, statt gegen die osmanische Herrschaft in Akaba zu kämpfen, hätte er eine farbenfrohe Welt entdeckt. Der Kontrast zum öden, wüstenartigen Land im Südwesten Jordaniens hätte ihn sicher vom Kampf um die Stadt abgelenkt. Dieser ist so legendär, dass er zu einem der berühmtesten Hollywoodfilme führte: „Lawrence von Arabien“. Der Film zeigt die jordanische Landschaft, trocken und staubig, ohne auch nur darauf hinzuweisen, dass sich ganz in der Nähe – unter der Wasseroberfläche – ein Kaleidoskop voller Leben und Farben befindet.

Akaba liegt am südlichsten Punkt Jordaniens am Golf von Akaba. Seine Lage am Roten Meer ist ein strategischer Standort am Schnittpunkt der drei Kontinente Asien, Europa und Afrika. Hier grenzt Jordanien an Israel, Ägypten und Saudi-Arabien. Die nur knapp 26 Kilometer lange Küste wird von Häfen, Luxushotels, Stränden und Tauchklubs genutzt.

Submerged posts of the jetty at Black Rock
Manche Tauchklubs organisieren nächtliche Tauchgänge, bei denen man Krebse, Garnelen und Langusten auf Nahrungssuche beobachten kann.

Die Schönheit Kleopatras

Akaba ist auch für die luxuriösen Spas seiner Hotels bekannt. Sie kombinieren orientalische und okzidentale Techniken und bieten verjüngende Anwendungen und reinigende Bäder mit renommierten Produkten aus dem Toten Meer. Schon Kleopatra suchte in diesem salz- und mineralhaltigen Wasser das Elixier der Jugend.

Im Süden Akabas, hinter der Mole und dem Terminal der Fähre nach Ägypten, befinden sich das Aquamarina Dive Center und noch ein wenig weiter das Visitor‘s Center. Gleich davor erstreckt sich ein Korallenmeer. Die Riffe entstehen am Ufer und machen den ganzen Golf zu einer tiefen Unterwasserschlucht. Schon knapp 100 Meter vom Ufer entfernt können Taucher bis auf 50 Meter Tiefe abtauchen.

Das Tauchen im kristallklaren, warmen Wasser mit seiner bunten Unterwasserflora und -fauna ist selbst für Anfänger geeignet und jeder Tauchgang ist ein unvergessliches Erlebnis. Bunte Fische, Walhaie, Delfine, Riesenmantas und Meeresschildkröten schwimmen überraschend nah an der Küste entlang. Und als besondere Dekoration vervollständigen ein Schiff und drei Tanker (die gezielt versenkt wurden, um die Unterwasserwelt zu bereichern) die Landschaft unter der Wasseroberfläche.

A diver exploring Cedar Pride
Der libanesische Frachter Cedar Pride wurde 1986 versenkt und liegt seit 1993 auf der Seite. Auf dem Wrack ist ein Korallenriff entstanden.

Einige Tauchklubs bieten dieses Erlebnis auch „exklusiv“ an. Wo viele Hotels über private Strände verfügen, bieten sie eigene Riffe, beispielsweise bei Murjan, zehn Kilometer südlich von Akaba. Der Klub bietet seinen Kunden neben verschiedenen Tauchkursen einen Swimmingpool, ein Restaurant und weitere Wassersportaktivitäten wie Segeln, Surfen oder Wasserski.

View of Aqaba Beach
Viele Geschäfte und Restaurants in Akaba sind über Mittag geschlossen.

Im Golf von Akaba gibt es auch über Wasser viel Leben. Segelboote, Wellenreiter, Windsurfer, Wasserskifahrer, Angler… Die meisten dieser Wassersportarten werden in den Hotels der Gegend wie dem Mövenpick Resort Residences Aqaba und in Klubs wie dem Murjan oder dem Aqaba Surf Center angeboten. Es gibt sogar Optionen für Gäste, die nicht nass werden wollen: Von großen Glasbodenbooten aus kann man den Meeresgrund betrachten ohne tauchen zu müssen.

Das Meer hat heute eine so große Bedeutung für Akaba, dass vielleicht der nächste Hollywoodstreifen, der in dieser Stadt gedreht wird, eine Fortsetzung von „20.000 Meilen unter dem Meer“ oder eine neue Version von „Findet Nemo“ ist.

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