>>>Die wahren Könige von Indien

Die wahren Könige von Indien

Traditionell gilt der Löwe als der König der Tiere. Aber in Indien sind die Dinge anders, hier regieren die Bengalischen Tiger.
Das Gebrüll eines Bengalischen Tigers ist gut drei Kilometer weit zu hören. Fast 200 dieser Tiger brüllen täglich im Corbett-Nationalpark in Indien. Dieser liegt zu Füßen des Himalayas an den Ufern des Ramganga. Die Schluchten und der dichte Dschungeln sind das ideale Habitat für die gestreifte Wildkatze.
Der Name des Nationalparks ist eine Hommage an Jim Corbett, der sich für den Erhalt der Tiger einsetzte, obwohl er selbst Dutzende von ihnen gejagt hatte. Hier wurde das Tiger-Projekt ins Leben gerufen, eine Initiative der indischen Regierung, um die vom Aussterben bedrohten Bengalischen Tiger zu retten. Der Park ist ein Rückzugsort für diese Tiere, die das Wahrzeichen von Indien sind. In dem Schutzgebiet ist der Tiger sicher und es fehlt ihm nicht an Hirschen, Büffeln, Wildschweinen und anderen Säugetieren. Die Tiger jagen üblicherweise nachts und können an einem einzigen Tag bis zu 25 Kilogramm Fleisch verspeisen. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn sie wiegen zwischen 110 und 250 Kilogramm. Trotz seiner Größe ist der Tiger dank seines Fells perfekt getarnt und zugleich identifizierbar, denn jedes Tier hat ein individuelles Streifenmuster. Versteckt im Unterholz laueren sie ihren Opfern auf und greifen unvorbereitet an. Obwohl die Tiger den Kontakt zu den Menschen meiden, können sie gefährlich werden, wenn es doch zu einem Treffen kommen sollte. Deshalb darf im Nationalpark, außer es ist ausdrücklich erlaubt, nicht aus den Fahrzeugen ausgestiegen werden.
Bengalischer Hanuman-Langur auf einem Baum im Park

Langes Leben dem König!

National Geographic schätzt, dass die Tigerpopulation der Erde derzeit nur noch aus rund 2500 Tieren besteht. Drei der acht bestehenden Unterarten sind im Laufe des 20. Jahrhunderts ausgestorben. Die übrigen sind geschützt, um ihr vollständiges Aussterben zu verhindern.

Der Park ist ein Paradies für Naturliebhaber. In seinen Urwäldern, Tälern und auf seinen Wiesen beherbergt er unzählige Arten von Tieren und Pflanzen. Wenn Sie genau hinsehen, erblicken Sie neben der Lieblingsspeise des Bengalischen Tigers, dem Pferdehirsch, auch asiatische Elefanten, Faultiere, Leoparden, den Hanuman-Langur, Pfaue, indische Büffel oder Stachelschweine. Über 700 verschiedene Tier- und 400 Pflanzenarten gibt es hier. Die über 500 Vogelarten, vom Rotkehlchen bis hin zu Eis- und Raubvögeln, sind ein Traum für alle Ornithologen.
Der Park bietet fünf dem Fremdenverkehr zugängliche Bereiche. Zum Zutritt zu diesen ist jeweils eine Genehmigung notwendig, die man an jedem der Eingangstore erhält. Der beste Zeitraum für einen Besuch ist von Mitte November bis Ende Juni. In der Regenzeit macht der Lehm die Wege, auf denen sich die Jeeps durch den Park bewegen, unpassierbar. Wenn Sie Bengalische Tiger sehen wollen, sind diese am besten von März bis Juni anzutreffen.
Pferdehirsche, die Lieblingsspeise der Tiger
Es gibt über 500 verschiedene Vogelarten

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